Zukunftsoption

17. Dezember 2013

120px-atomkraft_nein_dankesvgIrgendein netter Gesprächspartner sagte mir an diesem Wochenende, Strom aus regenerativen Energiequellen wie Sonne, Wasser, Wind und Erdwärme „hierzulande“ könne eben nur  „Nischenenergie“ sein. Da las ich dann heute dies:

„In England wurde unlängst das erste Atomkraftwerk (AKW) seit 1996 genehmigt: Hinkley Point. Das Kraftwerk bekommt über 35 Jahre eine Vergütung von 11 Cent je Kilowattstunde garantiert. Und der Staat bürgt für einen Großteil der Investitionen. Zusätzlich gibt es einen Inflationsausgleich.

In Deutschland erhalten große Photovoltaik-Anlagen eine Vergütung von 9,88 Cent für 20 Jahre garantiert. Der Strom aus Windkraft wird hierzulande vergütet mit sechs bis neun Cent. Unter europäischen Sicherheitsstandards rechnet sich die Atomkraft nur mithilfe von Subventionen, die deutlich höher sein müssen als die Beihilfen für Erneuerbare.

Vor etwa drei Jahren hatte die konservative britische Regierung noch angekündigt, zehn neue AKW bauen zu wollen. Davon sind jetzt noch zwei übrig geblieben.

Vor 20 Jahren waren weltweit noch 440 AKW in Betrieb, jetzt noch 390. In der EU wurden seit dem Jahr 2000 43 AKW stillgelegt und nur drei neue gebaut. Weltweit müssen in den nächsten 20 Jahren mehr als die Hälfte aller AKW stillgelegt werden – aus Alters- und Sicherheitsgründen.

Atomstrom wird immer teurer, Solar- und Windstrom immer preiswerter. Schon aus ökonomischen Gründen ist heute, zweieinhalb Jahre nach Fukushima, die Atomkraft in den meisten Ländern Europas keine Zukunftsoption mehr. „

Quod erat demonstrandum.

(Quelle)

7 Antworten to “Zukunftsoption”

  1. Ines Heimberg said

    Atomstrom wird zwar immer teurer, aber er war immer schon sehr viel teurer als jede andere Art der Stromerzeugung. Bis heute werden die Folgekosten seiner Gewinnung in Atomkraftwerken nicht beachtet. Trotzdem hat die Mehrheit des Lingener Stadtrates – nicht nur die CDU, sondern auch SPD und FDP – dem Bau des AKW Emsland zugestimmt. Ihnen war bekannt, dass die Mär vom billigen Strom eine Milchjungenrechnung darstellt. Denn auch vor dreißig Jahren war klar, dass der strahlende Abfall nicht in die Ems gekippt werden darf, sondern mehrere hunderttausend Jahre verschlossen aufbewahrt und bewacht werden muss. Das mit der verschlossenen Aufbewahrung hat ja nun neben allen anderen Katastrophen gerade nicht geklappt: die Asse lässt grüßen …

  2. Buggy said

    Sonnenstrom hat den Nachteil, dass der nur dann fließt, wenn die Sonne scheint. Beim Atomstrom haben wir neben der GAU-Gefahr und der ungeklärten Entsorgungsfrage den Nachteil, dass dieser Strom auch dann da ist, wenn regenerativ sehr viel anfällt. Aber der Atomstrom ist eben auch dann da, wenn die regenerativen Energien nicht so viel Strom bereitstellen können.
    Die Lösung ist also ein Mix- das Ziel sollte 100% Regenerativ sein, wann auch immer das möglich ist. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, wenn sich der Stromverbrauch nach der Erzeugung richtet- da müssen Wirtschaft und Verbraucher noch umerzogen werden.

    • Ines Heimberg said

      Das alte Märchen der Atomlobby: Unser Strom ist immer da, auch wenn Sonne und Wind nicht scheinen und nicht blasen. Und wenn`s im AKW Emsland mal wieder brennt – wie kürzlich geschehen – dann wird der Meiler auch abgestellt und alle Kinder und ihre Muttis (und Väter) danken ihrem Herrgott, dass es keine vermehrte Strahlung gegeben hat, auf die Kinderkörper in der Fünfmeilenzone auffällig häufig mit Leukämie reagieren. Wer`s glaubt, soll weiter beten.

      • Aris said

        Wobei Brände zum Glück seltener stattfinden als Windstille oder Nacht.
        Dass eine Gefahr, wenn sie denn da wäre, auch existieren würde, wenn das AKW nicht am Netz hinge, ist Ines nicht so ganz klar.
        Ach ja, zur Leukämiehäufigkeit: Da immer nur bestimmte Bereiche untersucht wurden und sich die Fälle (so tragisch sie auch sind) nur im Einzelfall bewegen, vergisst Ines zu sagen, dass andere vergleichbare AKWs eher niedrigere Krebsfallraten produzieren als vergleichbare Raten.

        Aber vermutlich glaubt Ines auch an Hömoöpathie.

  3. Basti said

    Hier eine prinzipiell sehr gute Speichermöglichkeit mit vielen Verwendungsmöglichkeiten:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas#Einspeisepunkte_f.C3.BCr_EE-Gas

    • Basti said

      Ist energetisch zwar noch nicht ausgereift, aber die Vorteile eines bestehenden Pipelinenetzes, das die vorhandenen Gaskraftwerke, welche schnell Energie bei Engpässen liefern können, Co2 neutral mit Gas beliefern kann find ich schon ganz nett 🙂

  4. Fasan said

    Technisch ist alles möglich. Glaubt hier eigentlich irgendjemand, dass börsennotierte Unternehmen, welche den shareholder dienen und Gewinnmaximierung betreiben, nicht die günstigste Art der Stromproduktion wählen? Die Stromrechnung lügt nicht. Die Stadtwerke Lingen führt ein Beiblatt mit, auf welchem ersichtlich ist, wie sich der Strompreis zusammensetzt. Sollte tatsächlich Erneuerbare mit Speichertechnologie die günstigste sein, hätten Energieversorgungsunternehemen dies schon lange! Aufgebaut. Hier wir immer von Subvention der Atomkraftwerke geschrieben. In welchem Bericht der Bundesregierung taucht diese auf?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.