nicht mal

12. Dezember 2013

Sie wollten auch mal in Lingen investieren. Jetzt aber wird der Urananreicherungskonzern Urenco -mit Anlagen in Gronau und Almelo- verkauft und man erfährt: „Die Bundesregierung sieht derzeit keinerlei Anlass für eine weitergehende Beteiligung des Deutschen Bundestages“ in Hinblick auf den Verkauf des Urenco. Nicht einmal eine Information ist geplant.

Hubertus ZdebelDies geht es aus der aktuellen Antwort des Bundeswirtschaftsministers auf Fragen des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (DIE LINKE; Foto lks) hervor. Damit bekräftigt die Bundesregierung ihre Geheimhaltetaktik und steht so im krassen Gegensatz zu den Niederlanden. Dort fand unlängst im Parlament in Den Haag ein öffentlicher Runder Tisch zum Verkauf der Urenco-Anteile statt. In den Niederlanden besteht die berechtigte Angst, dass wie schon in den 1970er-Jahren, erneut Blaupausen für die militärisch äußerst brisanten Urananreicherungs-Zentrifugen entwendet werden könnten.

Hintergrund:
Die pakistanische Atombombe geht auf diese Blaupausen aus der Urananreicherungsanlage Almelo zurück, die nämlich Dr. Abdul Kadir Khan in den 70er Jahren nach Pakistan schmuggelte. Urenco ist u. a. der Betreiber der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau und entwickelt und baut zusammen mit Areva über das Joint-Venture ETC in Jülich und Gronau die militärisch höchst brisanten Gaszentrifugen für die Urananreicherung. Mit dem Urenco-Verkauf würden also vier bestehende Urananreicherungsanlagen (Capenhurst, GB; Gronau, D; Almelo, NL; New Mexico, USA) sowie 50% des ETC-Konzerns veräußert. Der niederländische und der britische Staat halten zwei Drittel der Urenco-Anteile, die deutschen Anteile werden von EON und RWE gehalten. Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung haben beim Urenco-Verkauf ein Mitsprache- sogar ein Vetorecht.

urencoAuch Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW, sowie Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sind heute in Den Haag. „Wir fordern die sofortige Stilllegung der Urenco-Urananreicherungsanlagen und ein Ende der unkontrollierbaren Verkaufspläne – mit Urananreicherung dürfen keine Geschäfte auf Kosten der Sicherheit gemacht werden,“ so Kerstin Ciesla.

„Auch die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung müssen ihre Geheimhaltungspolitik aufgeben und endlich die Öffentlichkeit umfassend informieren, was rund um die militärisch so brisante Urananreicherung geplant ist,“ ergänzte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Weitere Informationen:

www.sofa-ms.de
www.urantransport.de
www.kein-castor-nach-ahaus.de

www.bund-nrw.de
http://nrw.dfg-vk.de/

www.bbu-online.de
http://laka.org

www.stichtingvedan.nl
www.wise-uranium.org

Westfälische Nachrichten

(Quelle)

Eine Antwort to “nicht mal”

  1. Emsland said

    Wenn die Bundesregierung so eine Geheimhaltetaktik haben sollte, wieso steht es dann öffentlich in diesm Blog?

    Und kann man etwas geheim halten, was die niederländische Regierung berät? Komische Weltauffassung…

    Wahrscheinlich war aber mehr unter den Tisch kehren gemeint, aber es wird ja gerne Semantik betrieben…
    Gruß

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