Iwan Baan

7. Dezember 2013

baan_hurrikan-sandyIwan Baan wird morgen in Herford sein, wenn sein Ausstellungsprojekt „52 Städte, 52 Wochen“ eröffnet wird. Für das Museum Marta Herford dokumentiert der Fotograf eine einjährige Fotoreise um die Welt – immer auf der Suche nach besonderen Lebensräumen und herausragenden Bauprojekten.

„52 Städte, 52 Wochen“ nimmt den Betrachter mit auf eine spektakuläre Reise um die Welt.Die Ausstellung ist gewissermaßen ein visuelles Tagebuch, das Iwan Baan bei seinem modernen Nomadendasein im vergangenen Jahr begleitet hat. Auf einfühlsame Weise verdichtet der niederländische Fotograf die Begegnungen mit ebenso alltäglichen wie ungewöhnlichen Orten zu einem engagierten Kommentar. In 60 Fotografien zeigt Iwan Baan gebaute und besetzte Architekturen als menschlichen Lebensraum. Künstlerisch höchst anspruchsvoll und gleichzeitig sinnlich erfahrbar macht er kreative Überlebensstrategien sichtbar. In ausführlichen Kommentaren zu den gezeigten Werken erzählt der Künstler selbst, wie er diesen Welten begegnet, in denen er unterwegs ist. Iwan Baan nimmt sich Zeit für die Geschichten, die er in seinen Bildern zeigt.

Larabanga-BaanSo wurde beispielsweise seine Dokumentation über den Torre David, einen 45-stöckigen, unvollendeten Wolkenkratzer in Caracas, in dem rund 750 Familien in einem „vertikalen Slum“ wohnen, zu einem der bekanntesten Projekte des Niederländers. Nicht nur hier werden die Grenzen zwischen Architekturdokumentation und der Interpretation sozialer Lebensräume fließend.

Iwan Baan, dessen Arbeiten schon in der Ausstellung „Richard Neutra in Europa“ (2010) im Marta Herford zu sehen waren, behauptet von sich selbst, „nicht viel Ahnung von Architektur zu haben“. Dennoch reißen sich renommierte Architekten weltweit um ihn. Es sind wohl sein eigenwilliger Blick und seine physische Einsatzbereitschaft, die seine Bilder so besonders machen.

Eröffnung: Sonntag, 8. Dezember 2013, 11.30 Uhr
. Iwan Baan ist anwesend.
Ausstellung vom 8. Dezember 2013 bis 16. Februar 2014
im  MARTa Herford, Goebenstraße 2-10, 32052 Herford

Zum Thema:
marta-herford.de

Im Januar fährt der Kunstverein Lingen zum Marta Herford. Näheres hier in Kürze.

[Fotos: © Iwan Baan, MARTa. Oben: Hurrikan Sandy, 2012 aufgenommen 24 Stunden nach dem Sturm in New York; unten: Larabunga, Nordghana, 2013 Älteste Moschee Ghanas]

(Quelle und PM)

Josef

7. Dezember 2013

Die taz berichtet e in dieser Woche über Pläne, den Platz vor dem Leineschloss in Hannover, in dem der Niedersächsische Landtag tagt, umzubenennen. Bisher ist er nach Hinrich Wilhelm Kopf benannt.Die taz informiert:

„Der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags hat sich nach den Erkenntnissen über die NS-Vergangenheit des ehemaligen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf einstimmig für die Umbenennung des nach ihm benannten Platzes vor dem Landtagsgebäude in Hannover ausgesprochen.

Eine in diesem Jahr veröffentlichte Biografie über den SPD-Politiker hatte Kopfs Mitwirkung an der Beschlagnahme jüdischen und polnischen Vermögens aufgedeckt. Bis dato wurde Hinrich Wilhelm Kopf, Ministerpräsident von 1946 bis 1955 und 1959 bis 1961, als Erbauer und Landesvater Niedersachsens geehrt. Allerdings legte eine vom niedersächsischen Landtag eingesetzte Historische Kommission zur NS-Vergangenheit ehemaliger niedersächsischer Landtagsabgeordneter im letzten Jahr einen Bericht vor, der besagte, dass sich Kopf zwischen 1939 und 1943 auf unlautere Weise an jüdischem und polnischem Eigentum bereichert hatte.

Als die…“ [weiter bei der taz]

In Lingen ist die lokal nicht unbedeutende Bernd-Rosemeyer-Straße nach einem frühen SS-Mitglied benannt, der aber nach allgemein akzeptierter Ansicht nur in der SS und sonst gar kein Böser war oder jedenfalls gewesen sein kann, weil er einmal einen Tirolerhut trug und im Übrigen schnell mit seinem Audi im Kreis fahren wollte und konnte. Niemand hier diskutiert die Umbenennung dieser Straße, obwohl man nur den Vornamen austauschen müsste. Josef (in einigen Quellen auch Joseph) Rosemeyer wäre nicht schlecht.

1896 nahm der in Löningen geborene und in Lingen aufgewachsene Josef Rosemeyer als Mitglied der deutschen Mannschaft an den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen teil. Er startete in vier Radrennenn im Velodrom Neo Faliro: Im 10-Kilometer-Rennen wurde er Vierter (das genaue Ergebnis ist nicht bekannt), im 333⅓-Meter-Zeitfahren wurde er mit 27,2 Sekunden Achter und damit Letzter. Das Rennen über 2000 Meter konnte er wegen Problemen mit seinem Fahrrad nicht beenden. Über 100-Kilometer-Rennen.

Rosemeyers Nominierung für die Olympischen Spiele waren 1895 Erfolge auf deutschen Radrennbahnen vorausgegangen, drei Siege, zwei zweite und vier dritte Plätze. In einer Rangliste der „Herrenfahrer“ belegte er Platz 23 und war 1895 als einer von elf Amateuren für die Bahn-Weltmeisterschaften in Köln gemeldet, wo er jedoch keinen Erfolg erringen konnte. Eine Zeitlang hielt er auch den deutschen Rekord über 100 Kilometer. 1897 nahm Josef Rosemeyer noch siegreich an den Rennen in Lingen teil.

Sein Vater hatte in unserem Städtchen eine Schlosserei betrieben, die Josef dann fortführte. Ab 1897 produzierte der Betrieb eigene Fahrräder der Marke Rex .

Wie also wär’s mit Josef-Rosemeyer-Straße?

ps Hat jemand ein Foto von Josef Rosemeyer gefunden? Oder gar ein Fahrrad der Marke Rex?

(Quelle und mehr)