auflebend

3. Dezember 2013

Eben gelesen. Ein offizieller „Kommentar“ der lokalen CDU zur Diskussion um das in Lingen geplante Krematorium:

„In der momentan auflebenden Diskussion um den Standort des Krematoriums in Brögbern möchte die CDU Lingen betonen, dass ihr die Meinung ihrer Vertreter vor Ort in den Ortsräten sehr wichtig ist und es innerhalb der CDU-Stadtratsfraktion derzeit eine offene Diskussion über das Für und Wider eines Krematoriums in Brögbern gibt.

In dieser wird deutlich, dass die Beteiligten vor Ort die lokalen Interessen stark vertreten und der CDU-Ortsrat Brögbern diese Interessen in die Diskussion der Stadtratsfraktion engagiert einbringt. Innerhalb der Stadtratsfraktion werden derzeit diese Argumente mit dem gesamtstädtischen Interesse abgewogen. Hervorzuheben ist vor allem, dass für alle Beteiligten die Sorgen und Fragen bei einer endgültigen Entscheidung berücksichtigt werden müssen und dieser einer Klärung durch Fachleute bedürfen. Hierfür ist es aus Sicht der CDU erforderlich, dass alle Beteiligten gemeinsam darauf achten, dass die Diskussion stets in einem sachlichen Rahmen verläuft und es stets um die Sache und nicht im die handelnden Akteure persönlich geht.

Eine Entscheidung, wie sie am Ende auch ausfällt, wird allen Beteiligten an diesem demokratischen Prozess nicht leicht fallen. Die CDU möchte daher abschließend ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement aller erneut in den Vordergrund stellen und für den Einsatz in der Sache danken.

vom AK-Öffentlichkeitsarbeit“

Und jetzt meine morgendlichen Fragen: Was will die CDU uns mit diesem -auch sprachlich ausgesprochen anstrengenden- Geschwurbel sagen? Dass wir Mitleid mit ihr haben dürfen? Dass bei ihr die Fetzen fliegen? Dass es einen neuen Ortsbürgermeister gibt? Dass die CDU Brögbern das Krematorium nicht mehr will?

schämen

3. Dezember 2013

Begrüßt wurden die ersten Gäste in der Lingener Emslandarena am vergangenen Samstag mit Fotos vom Lingener Rennsportler Bernd Rosemeyer, die im Foyer über Werbemonitore flimmerten. Mich hat das sofort gestört. Das Unverdächtig-Rennsportliche der Rosemeyer-Fotos – oft  mit seiner Frau Elly Beinhorn- machte die Sache überhaupt nicht leichter. Jede/r weiß: Rosemeyer hat sich nicht nur mit dem NS-Regime gemein gemacht, er hat sich nicht nur instrumentalisieren lassen. Er wurde früh Mitglied der SS.  Als er vor seiner Heirat mit Elly Beinhorn ein Heiratsgesuch stellte, gab er in dem auszufüllenden Fragebogen  seinen SS-Eintritt mit 1932 an. Hitler wurde bekanntlich erst 1933 Reichskanzler. Niemand hat Rosemeyer also gezwungen, im Jahr zuvor in die SS zu gehen, „weil er sonst keine Autorennen hätte fahren dürfen“, wie es in unserer Stadt immer gern entschuldigend heißt.

Ab 1934 war die SS, der Rosemeyer angehörte,  für die Konzentrationslager verantwortlich. Kennzeichnend für die SS war die Verzahnung staatlicher Funktionen und Institutionen mit NSdAP-Strukturen. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS das wichtigste Terror- und Unterdrückungsorgan im Deutschen Reich. Die SS war folgerichtig maßgeblich an  Planung und Durchführung von Kriegsverbrechen und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie dem Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten.

Freunde, angesichts all dessen dürfen wir Rosemeyer nicht auf seine Rennfahrerkarriere reduzieren. Es geht nicht, mit seinen Aufnahmen unsere Gäste in der Emslandarena zu begrüßen. Dass es trotzdem geschieht, ist ein Grund, sich zu schämen.

Bildschirmfoto 2013-12-02 um 21.29.36

(Quelle)