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28. November 2013

45Minuten

Hohe Mauern, Stacheldraht und Gitterstäbe. Im Knast sitzen Verbrecher, vor denen die Gesellschaft geschützt werden soll oder die für Taten sühnen, die sie begangen haben. Das Gefängnis ist eine eigene Welt, hart und oft rücksichtslos. Die Gesamtzahl aller Straftaten in Deutschland ist zwar rückläufig. Der Anteil der Verurteilten, die über 60 Jahre alt sind, nimmt aber zu. Doch was passiert eigentlich, wenn alte Menschen ins Gefängnis müssen? Welche Probleme gibt es während der Haft und auch danach? Eine Dokumentation in der NDR-Serie 45 Grad- auch  aus der Innenwelt der Lingener Justizvollzugsanstalten:

Hans C. klammert sich an den Rollator und blickt aus dem Fenster seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Lingen-Damaschke. Der 70-jährige Diabetiker hat einen Herzinfarkt hinter sich, ein Bein musste ihm amputiert werden. Hans C. sitzt wegen Betrug und Steuerhinterziehung. Gebrechliche Gefangene wie er kämen in normalen Gefängnissen nicht zurecht – für den Strafvollzug eine wachsende Herausforderung. „Die Deutschen werden immer älter, auch die Zahl der Gefangenen im Rentenalter steigt“, so Helmut Krone, der stellvertretende Anstaltsleiter. „Wir haben hier im Krankenhaus unserer JVA eine ‚Langliegeabteilung“. Da sind inzwischen gebrechliche und demente Gefangene untergebracht, die eigentlich in ein Pflegeheim gehören würden.“