The Cal™

22. November 2013

Na bitte: „For 50 years „The Cal“™ has continued to mark the passing of time with images by the most highly acclaimed photographers of the moment – capturing and interpreting contemporary culture and often setting new trends.

The history of the Pirelli Calendar can be divided into three different eras:
– the first decade, from 1964 to ’74, which was followed by a break in publication (for
nine years) due to the world recession sparked by the Yom Kippur war and the oil
crisis;
– the second decade, from ’84 to ’94, which saw the Calendar being relaunched and
becoming progressively more successful;
– from 1994 to the present, spanning the turn of the millennium, during which time „The
Cal“™ has achieved cult status as a trailblazer.“

Versprochen

22. November 2013

Fleischerei Schomaker, Lingen, BurgstraßeAlso  hab ich es dem jungen Gastronom am Mittwoch versprochen, hier in diesem kleinen Blog „noch nichts“ über das neue feine  Stadthotel zu schreiben, das in Lingen entstehen soll. „Warte noch ’ne Woche“, bat er, und ich hab‘ genickt, obwohl ich die Investition aus dem Haselünner Hause Berentzen in der Lingener Burgstraße schon vor zwei Wochen von meiner Holden erfahren hatte. Lingen bekommt ein neues Café! Und ein Hotel!

Es soll da entstehen, wo früher die Fleischerei Schomaker beste Wurst und (wirklich) Gutes aus der Region verkaufte. Sie erinnern sich an das Motto: „Hier läuft die Ware nicht vom Band, hier schafft man’s noch mit Herz und Hand“.

Fleischerei Schomaker, Lingen, BurgstraßeDie Burgstraße belebt sich also wieder und das ganz ohne subventionierte Grundstückspreise, mit der die Kommune an anderer Stelle neue Hotelbetten „ansiedeln“ will. Es reicht eine gute Idee

Ich vergesse übrigens deshalb meine Zusage an meinen Gesprächspartner, weil morgen die „Lingener Tagespost“ über das für die schönste Lingener Straße so wichtige Projekt ihren Aufmacher präsentiert. Und da will ich ja nun nicht mehr mit der Nachricht warten, dass die seriöse Friedrich Berentzen Grundstücksverwaltungs GbR in der Burgstraße/Ecke Baccumer Straße ein Stadthotel mit knapp zwei Dutzend Zimmern errichten will. Ein gutes Projekt, wie ich finde. Es tut der Lingener Innenstadt richtig wohl.

(Fotos Fleischerei Schomaker, Lingen, Burgstraße. © milanpaul via flickr)

28 Jahre

22. November 2013

Siala

“ Ahmed Siala: „Ich darf kein eigenes Gewerbe aufmachen, ich darf Niedersachsen nicht verlassen, ich darf aus der Gemeinde nicht umziehen“, sagte er am Mittwoch. „Man hat mir das ganze Leben ruiniert.“

Als sechs Jahre altes Flüchtlingskind kam Ahmed Siala 1985 aus dem Libanon nach Niedersachsen – ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht bleibt ihm aber auch heute, 28 Jahre später verwehrt. Die Hoffnung auf ein Ende der Serie von Klagen und Einsprüchen hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover unter Vorsitz von Richterin Traute Wendlandt-Stratmann vorgestern zunichte gemacht, schreibt die paywall-geschützte HAZ.

Die taz berichtet über die neuen juristischen Auswüchse im deutschen Umgang mit einem Menschen, der seit 28 Jahren hier lebt und dem rechthaberische Verwaltungsbürokraten sein Leben rauben. Darf man diesen Umgang mit einem Menschen eigentlich terroristisch nennen oder wahnsinnig oder wie sonst? Wem wird noch schlecht, wenn er/sie dies liest:

„Ahmed Siala, der Ehemann von Gazale Salame, muss weiter um seinen Aufenthaltsstatus bangen. Das Verwaltungsgericht Hannover wies gestern eine Klage des 34-Jährigen gegen den Landkreis Hildesheim ab. Siala hatte mit seiner Klage erreichen wollen, dass ihm die Behörde rückwirkend eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland erteilt.

Siala wurde in Beirut geboren. 1985 floh er [-6jährig!-] aus den Wirren des libanesischen Bürgerkriegs mit seiner Familie in die Bundesrepublik. 1990 erhielt er vom Landkreis Hildesheim dann eine Aufenthaltserlaubnis – die Eltern hatten sich zuvor gegenüber den Behörden als staatenlose Kurden bezeichnet. Doch 2001 widerrief der Kreis die Aufenthaltserlaubnis. Mit der Begründung, ein türkischer Familienregisterauszug habe ergeben, dass Sialas Vater und sein Großvater Türken seien. Von dieser Annahme leitete die Behörde ab, dass auch Siala die türkische Staatsangehörigkeit habe. Siala könne einen türkischen Pass beantragen, ein Aufenthaltsrecht als staatenloser Kurde stehe ihm nicht zu, urteilte das Gericht.

Siala klagte gegen den Ablehnungsbescheid und zog bis vor das Bundesverwaltungsgericht. 2010 beantragte er ein Bleiberecht über die niedersächsische Härtefall-Kommission und nahm deshalb alle Rechtsmittel zurück – der Antrag…“

[weiter bei der taz]

[Eine Fallbeschreibung aus dem Jahr 2011 findet sich hier.]

Zum Hintergrund einige Daten des Kampfs von Ahmed Siala für ein menschenwürdiges, sicheres Leben:

  • 1979 geboren in Beirut
  • 1985 Flucht aus Beirut nach Deutschland
  • 1990 Bleiberecht als staatenloser Flüchtling aus dem Libanon
  • 1994 Einbürgerung im Libanon wegen eines Einbürgerungsantrags des Vaters aus dem Jahr 1953
  • 2001 Nichtverlängerung der Aufenthaltserlaubnis, da Ahmeds Vater in einem türkischen Register aus 1975 erwähnt sei
  • 2005 Abschiebung der Ehefrau Gazale Salame (Önder) mit Kleinkind Schams
  • 2006 VG Hannover hebt Abschiebungsentscheidung des Landkreis Hildesheim gegen Ahmed Siala auf
  • 2007 OVG Niedersachsen bestätigt Entscheidung des Landkreis Hildesheim, Ahmed Siala das Aufenthaltsrecht zu entziehen
  • 2009 Bundesverwaltungsgericht hebt Entscheidung des OVG auf: Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte müssten beachtet werden
  • 2010 Rücknahme aller Rechtsmittel und Antrag an die HFK unter Vermittlung des  nds. Innenministeriums
  • 2011 Ablehnung des Härtefallantrags für Ahmed Siala (trotz einer Mehrheit von vier positiven bei zwei negativen Stimmen und einer Enthaltung)
  • 2011 Entscheidung des Landgericht Bückeburg verdeutlicht, dass türkischer Registerauszug falsch ist
  • 2012 Nds Landtag beschließt einvernehmlich die Rückholung von Gazale Salame
  • 2013 Gazale Salame (Önder) kehrt mit Schans und Gazi aus der Türkei nach Deutschland zurück
  • 2013 Das Verwaltungsgericht Hannover weist die Wiederaufnahmklage auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis ab (Aktz.: 5 A 195/12)

22.11.1963

22. November 2013