O-Ton

11. Oktober 2013

Gestern Abend gab es für 30 Neonazis in der Gastwirtschaft einer rechtsaffinen Wirtin in Groß Berßen ein öffentlich heftig kritisiertes Rechtsrockkonzert. Gleich nebenan demonstrierten friedlich mehr als 100 Gegner. Und dann kam der CDU-Bürgermeister und sagte es von einer „zu großen“ Gegendemonstration für das kleine Groß Berßen. Der O-Ton ist heute früh  auf der Ems-Vechte-Welle (UKW 95,6 südliches Emsland; 95,2 nördliches Emsland; 99,8 Grafschaft Bentheim oder online) zu hören. Man darf gespannt sein, ob Dummheit oder fehlender Durchblick für die Aussage entscheidend waren. In jedem Falkl dürfte es eng werden für den Bürgermeister, der das gesagt hat – oder Reinhard Kurlemann?

Hier die Twitterdiskussion von gestern Abend. Auszugsweise.

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4 Antworten to “O-Ton”

  1. dirk said

    vielleicht fehlten ihm angesichts der „zu großen“ gegendemo die worte? vielleicht wollte er ja „so großen gegendemo für das kleine groß berßen“ sagen?

  2. Seerose said

    Würde eine konservative Partei für Groß Berssen eine Durchfahrtsmaut für Ausländer fordern, wäre er dabei. Ach, er ist ja diese!
    Auf jeden Fall ist es mal wieder peinlich für das Emsland und ‚unseren‘ politischen Vertreter!

  3. Mario Köhne said

    Moin!

    Da sich die Diskussion um meinen Tweet gestern mittlerweile auf politischer Ebene bewegt, muss ich doch einiges klarstellen. Ich schreibe den Kommentar hier bewusst mit Klarnamen, da der Tweet sonst in meinen Augen halb-anonym da steht. Und das soll er auf dieser Diskussionsebene nicht. Ich habe meine Mailadresse ebenfalls angegeben, falls jemand Feedback geben möchte.

    Bevor ich zum gestrigen Abend komme, kurz noch etwas zu den Tweets, die zugegebenermaßen im Zusammenhang etwas missverständlich sind: Ich habe im Ursprungstweet bewusst keine normalen Anführungszeichen genutzt, da ich mit ‚zu groß‘ nur den inhaltlichen Sinn der Aussagen des Berßener Bürgermeisters wiedergeben wollte. In 140 Zeichen ist es halt schwierig darzulegen, dass der BM im Gespräch den Eindruck machte, dass ihm das viel zu viel Aufsehen für seinen Ort sei. Deswegen habe ich die ‚-Zeichen genutzt. Dass ein folgender Tweet dann auf einen O-Ton eingeht ist verwirrend. Das muss ich am Tag danach eingestehen. Um alle Fragen nach O-Ton und Zitat auszuräumen habe ich die betreffenden Passagen aus dem Interview verschriftlich und sie ans Ende des Kommentars gehängt.

    Ich war gestern Abend in Groß Berßen als Reporter der ems-vechte-welle im Einsatz und habe im Rahmen der Berichterstattung auch ein Interview mit Bürgermeister geführt. Wie ich bereits im Podcast der ems-vechte-welle (http://www.emsvechtewelle.de/podcast/demonstration-gegen-neonazi-konzert-in-gro-beren.html) am Ende gesagt habe: ich hatte sowohl während des Interviews wie auch im Gespräch danach den Eindruck, dass Kurlemann weniger Aufmerksamkeit für Groß Berßen deutlich lieber gewesen wäre. Das ist meine subjektive Meinung, daran ändert sich auch am Tag danach nichts.

    Wie angekündigt hier also die entscheidenden Passagen aus dem Interview:

    „Gut, jetzt gibt es den Aufruf. Ich weiß nicht, ob es die linke Szene ist, die dann Riesenwerbung für diese Veranstaltung macht und es kommt ja gar nicht von der NPD. Ich meine, ich will das gar nicht befürworten, aber das kommt ja jetzt von den Gegnern, sag‘ ich mal. Aber, ob wir so einen Aufmarsch hier haben müssen? […]“
    […]
    Frage: Dann kommt es Ihnen doch eigentlich ganz gelegen, dass zumindest optisch mal ein Zeichen gegen die Neonazis gesetzt wird mit der Gegendemo, oder?
    „So kann man es auch sehen. Es kommt einem entgegen. Man kann es auch von der anderen Seite sehen: das ist ja auch Werbung für die NPD, oder?“

  4. ariston261Aris said

    Da ist also ein Ortsvorsteher, der nervös wird, wenn einerseits ein rechtes Konzert in seinem Dorf stattfindet und andererseit eine Gegendemo angekündigt wird. Dabei wird für die Gegendemo so groß geworben, dass ich seine Befürchtung durchaus verstehen kann, dass damit auch wieder rechtes Publikum angelockt wird, um dem Ganzen noch etwas mehr Volumen zu geben.
    Groß Berssen ist nicht Berlin, nicht mal Lingen. Das ganze passiert in Wohngebieten, in denen Familien leben und eigentlich nur ihre Ruhe haben wollen.
    Natürlich kann eine Gegendemo friedlich ablaufen, aber es ist leider eben nicht selbstverständlich. Da haben wenige militante Antifa-Kämpfer ihrer Sache einen Bärendienst erwiesen. Und ein Dorf wie Berssen ist da eben noch viel gefährdeter, Kollateralschäden zu erleiden.

    Die Sorge um sein Dorf beim Bürgermeister mit Dummheit gleichzusetzen zeugt zumindest von einer gewissen politischen Ignoranz. Aber das sieht aus ideologisch politisch korrekter Sicht natürlich ganz anders aus.

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