Kühlschrankklau

5. Oktober 2013

MeyerwerftNeues aus dem Norden:

Das konnte man jüngst glauben oder auch nicht: Die „Taskforce“ (heutzutage müssen Überprüfungseinrichtungen offenbar immer solche peinlich-anglophilen Namen tragen) der Papenburger Meyer Werft habe herausgefunden, dass die ausländischen Leiharbeiter länger arbeiteten, als dies nach der Arbeitszeitordnung erlaubt war. Ich hab’s nicht geglaubt oder genauer, ich hab mich gefragt, weshalb solche Ungesetzlichkeiten nicht sofort bei der Abrechnung der geleisteten Arbeitsstunden aufgefallen sind. Die Meyer Werft musste doch bei den Abrechnungen merken, ob ein Leiharbeiter 8, 12, 16 oder gar 20 Stunden gearbeitet hat. Mit anderen Worten: Da hat die Meyer Werft früher nicht aufgepasst oder weggeschaut und jetzt schiebt sie mit viel publizistischem „Taskforce“-PR-Tamtam den schwarzen Peter weeeiiiiit von sich.

Nun gut, der NDR berichtet eben, dass es gerade „etwas unübersichtlich“ an der Küste werde: Die Meyer Werft plane nach Informationen des Snders, 20 Schweißer der insolventen Nordseewerke (ehemals SIAG) aus Emden zu beschäftigen. Die Metallbauer sollen laut Roman Quirin, Verkaufsleiter der Nordseewerke, bereits in den kommenden Wochen nach Papenburg ausgeliehen werden. Außerdem gibt es inzwischen einen harten Konkurrenzkampf um rumänische „Werkvertragsarbeiter“, wie die Leiharbeiter inzwischen sprachlich aufgehübscht genannt werden.

So seien offenbar etwa 30 Rumänen der in der Kritik stehenden Emder Leiharbeitsfirma SDS von einem anderen Leiharbeiterunternehmen, der Dirks Group (Emden) übernommen worden. Und weil niemand davon erfahren sollte, fand die feindliche Übernahme in einer echten Nacht- und Nebelaktion habe das Unternehmen (Werbespruch: „Leistung mit System“)  die 30 Rumänen aus ihrem Papenburger Wohnhaus abgeholt, um in ihre neue Unterkunft und zu ihrem neuen Arbeitgeber zu wechseln. So erzählt es zumindest der Geschäftsführer Selon Sahinler der Emder Leiharbeiterfirma SDS. Sogar die Kühlschränke hätten sie mitgenommen, beklagt er sich.

Längst gibt es Gerüchte -der NDR formuliert feiner: es gebe „vermehrt Hinweise“- , dass die Meyer Werft die jahrelange Zusammenarbeit mit SDS beenden will – unter anderem, weil der Leiharbeitsfirma das Haus gehört, in dem bei einem Brand im Frühsommer zwei Werkvertragsarbeiter ums Leben kamen. [mehr auf der Seite des NDR]

(Foto Meyer Werft ohne Leiharbeiter via wikipedia Gerolsteiner91 CC)

Welt

5. Oktober 2013

Muenster_AmtsgerichtPassend zum dienstäglichen 3:0 des BVB Dortmund gegen Olympic Marseille die Meldung aus der Mittwoch-Ausgabe der “Westfälischen Nachrichten“ über Streit zwischen BVB-Fans um eine BVB-Dauerkarte. Deren Zwist findet nicht im Stadion oder auf der Straße, sondern (demnächst) vor dem Amtsgericht in Münster statt, das in einer kultigen, in Münster spielenden TV-Serie auch schon mal als Rathaus umetikettiert wird. In dem Zivilprozess geht es um eine zerbrochene Fußballfreundschaft und die Frage, wer denn nun Inhaber einer vierten Saisonkarte ist.

Advokat Detlef Burhoff, ehedem Richter am Oberlandesgericht Hamm und fleißiger Blogger aus Westfalen, fasst die prozessentscheidenden Fragen zusammen: War oder ist die “Karte abgetreten” oder nicht? Wer darf ins Stadion? Kann “Opa” die Karte für den Enkel horten? „Fragen, die die Welt und demnächst das AG MS bewegen.“

Mehr darüber in der Ausgabe der “Westfälischen Nachrichten vom 02. Oktober 2013.

ps Heute um 15.30 Uhr bestreitet der BVB übrigens sein siebtes Spiel innerhalb von 22 Tagen, wenn der deutsche Vizemeister beim VfL Borussia Mönchengladbach antritt und als Tabellenführer der Fußball-Bundesliga in die Länderspielpause gehen will. Da wird die Saisonkarte nicht gebraucht.

(Quelle; Foto: Amtsgericht Münster CC Rüdiger Wölk, Münster)