gelöscht

9. September 2013

Der NDR hat nach Protest eines CDU-Politikers eine Dokumentation über SPD-Politiker gelöscht. Hier die Darstellung aus dem Blog von Stefan Niggemeier:

„Der NDR hat eine Dokumentation über den Alltag eines SPD-Bundestagsabgeordneten von seinen Internetseiten und YouTube entfernt, weil sich dessen CDU-Konkurrent darüber beschwert hat.

Eine Woche lang hatten Tobias Lickes und Felix Meschede den niedersächsischen SPD-Abgeordneten Lars Klingbeil für die junge Dokumentarfilmreihe »7 Tage« begleitet. Sie zeigen, was im Politbetrieb passiert, wenn die Kameras sonst nicht dabei sind: die unglamouröse und unspektakuläre Arbeit der Mitarbeiter in einem Abgeordnetenbüro.

»7 Tage … im Bundestag« lief am 1. September um 15 Uhr im NDR-Fernsehen; die Sendung hatte 200.000 Zuschauer.

Nach der Ausstrahlung beschwerte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel beim NDR in offenbar heftiger Form über den Film. Grindel und Klingbeil treten als Direktkandidaten im Wahlkreis Rotenburg I / Heidekreis gegeneinander an.

Frank Beckmann, Programmdirektor NDR-Fernsehen, ließ den Film daraufhin vorerst bis zur Bundestagswahl vom Netz nehmen — »um jeglichen Anschein einer Parteinahme zugunsten eines der beiden Abgeordneten zu vermeiden«, wie der NDR mir auf Anfrage mitteilte.

»Aus Gründen der Fairness« bat der Sender Grindel, im Gegenzug von seiner Internetseite die Links zu NDR-Sendungen zu entfernen, in denen er porträtiert wird. Offenbar geht es neben einem »Zapp«-Beitrag um ein Portrait von NDR 1 Niedersachsen. Dies sei inzwischen geschehen, meint der NDR (hat das aber anscheinend nicht gründlich überprüft).

Anscheinend war es für den NDR auch ein Problem, dass Klingbeil im Internet auf den Film über ihn und seine Arbeit hingewiesen hatte.

Und wir lernen: Es ist zwar problemlos möglich, ohne Rückgrat Programmdirektor beim NDR zu werden, erschwert aber gelegentlich dann doch die praktische Arbeit. Die Dokumentation spielt eigentlich bewusst nicht im Wahlkampf und wirbt eher für die Demokratie an sich als für den konkreten Kandidaten. Natürlich kann man solche Filme kurz vor einer Wahl aus dem Fernsehen verbannen. Aber wenn man sich dafür entschieden hat, sie auszustrahlen, ist die Beschwerde eines anderen Politikers ein miserabler Grund, nachträglich umzufallen.

[Quelle / Crosspost von Stefan Niggemeier]

Teleprompter

9. September 2013

Puuuh. Was ist das denn?

Nun gut, erst einmal ist der Neuen Osnabrücker Zeitung für das Projekt zu danken, bei dem sich die Direktkandidaten in unserem Bundestagswahlkreis 31 in einem kurzen Video vorstellen. Wir erkennen sofort, dass Mittelems nicht Mittelerde ist, und erleben, wie unbeholfen sich die Kandidaten äußern, sei es, dass sie falsch betoNEN, verzweifelt nach dem Text schielen, zu leise sind, von Karteikarten und Zetteln ablesen und sich ähnlich unbeholfen präsentieren, vor Kühlschränken, hinter Schreibtischen, im Garten, unterwegs oder unter Dachschrägen. Meine Vorhersage: Leichter wird Ihnen die Entscheidung nicht werden, nachdem Sie sich diese Fremdschäm-Videos angesehen hat. Man erkennt, wie wundersam amateurhaft die Direktkandidaten wirken und wünscht den Kandidaten ein wenig mehr Professionalität: Also: „Himmel, Ihr Kandidaten! Leiht Euch bitte beim nächsten Mal ’nen Teleprompter.“

Martina Härting (AFD)

Birgit Kemmer (Bündnis ’90/Die Grünen)

Manuel Nehmer (FDP)

Dr.Daniela de Ridder (SPD)

Albert Stegemann (CDU)

Heinz Georg von Wensiersky (Die Linke)