Energieakkord

1. September 2013

StrommastEin kleiner Blick nach Westen, während hierzulande die schwarz-gelb verzerrte EEG-Umlage weiter steigt und inzwischen alle dafür zahlen, dass beispielsweise C + A-Filialen, die Kölner Straßenbahn und  Leiharbeiter-Schlachthöfe von ihr befreit werden. Auch die vom heimischen Erdgas verwöhnten Niederlande setzen künftig deutlich stärker auf erneuerbare Energien. In der letzten Woche hat der Sociaal-Economische Raad den Energieakkoord bestätigt. Das Abkommen ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen dem niederländischen Staat, der Wirtschaft, den Energieerzeugern, Vebraucherorganisationen sowie Umweltschutzverbänden. Er legt den Schwerpunkt auf nachhaltige Energie, die zurzeit bei nur 4 % liegt und 2020  14 Prozent und 2023 dann 16 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs erreichen soll, der bekanntlich nicht mit dem Stromverbrauch verwechselt werden darf. Dazu werden fünf alte Kohlekraftwerke geschlossen und Geld für die Wärmedämmung von Wohnungen zur Verfügung gestellt. Ein neuer Windenergiepark ist geplant und der CO2-Ausstoß im Verkehrswesen soll bis 2030 um 17% reduziert werden. Insgesamt sollen wie 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Auch deshalb gibt es ab 2014 eine Steuervergünstigung auf erneuerbare Energien, beispielsweise aus Photovoltaik-Anlagen. Insgesamt wollen die Niederlande jährlich anderthalb Prozent Energie einsparen.

Die Umweltorganisationen Greenpeace und Natuur en Milieu sind zufrieden mit den Kompromissen, auch wenn sie gerne noch weitere Punkte in den Vertrag aufgenommen hätten. Aber es sei gut, dass frühere Absprachen nun in konkrete Maßnahmen umgesetzt worden seien. Auch die sozialdemokratische Regierungspartei PvdA ist „sehr zufrieden“ mit den Verhandlungsergebnissen der Verhandlungen. Die VVD bezeichnete den Vertrag als realistisch. Die Umweltpartei GroenLinks zeigte sich hingegen nicht so enthusiastisch wie die anderen Parteien. Für ihren Parteichef Bram van Ojik ist der Energieakkord nur ein erster Schritt. Vor allem werde das schädliche Fracking (niedelrändisch: Schaliegas) mit keinem Wort erwähnt, und auch umweltverschmutzende Unternehmen blieben unbehelligt.

(Quelle; Foto: Strommast dendroaspis2008/flickr)