Moorsoldaten

27. August 2013

Das Moorsoldatenlied wurde 1933 von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor nahe Papenburg im Emsland geschaffen. In diesem Lager wurden vorwiegend politische Gegner des Nazi-Regimes gefangen gehalten. Mit einfachen Werkzeugen wie dem Spaten mussten diese dort das Moor kultivieren. Das Lied wurde am Sonntag, 27. August 1933, also heute vor 80 Jahren,  bei einer Veranstaltung namens Zirkus Konzentrazani von 16 Häftlingen, aufgeführt. Geschrieben hatten das Lied der Bergmann Johann Esser und der Regisseur Wolfgang Langhoff. Komponist war Rudi GoguelEr erinnerte sich später:

„Die sechzehn Sänger, vorwiegend Mitglieder des Solinger Arbeitergesangsverein, marschierten in ihren grünen Polizeiuniformen (unsere damalige Häftlingskleidung) mit geschulterten Spaten in die Arena, ich selbst an der Spitze in blauem Trainingsanzug mit einem abgebrochenen Spatenstiel als Taktstock. Wir sangen, und bereits bei der zweiten Strophe begannen die fast 1000 Gefangenen den Refrain mitzusummen. […] Von Strophe zu Strophe steigerte sich der Refrain, und bei der letzten Strophe sangen auch die SS-Leute, die mit ihren Kommandanten erschienen waren, einträchtig mit uns mit, offenbar, weil sie sich selbst als ‚Moorsoldaten‘ angesprochen fühlten. […] Bei den Worten ‚… Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor‘ stießen die sechzehn Sänger die Spaten in den Sand und marschierten aus der Arena, die Spaten zurücklassend, die nun, in der Moorerde steckend, als Grabkreuze wirkten.“

Der Text:

Wohin auch das Auge blickt
Moor und Heide ringsherum
Vogelsang uns nicht erquickt
Eichen stehen kahl und krumm

Wir sind die Moorsoldaten
Und ziehen mit dem Spaten ins Moor

Hier in dieser öden Heide
Ist das Lager aufgebaut
Wo wir fern von jeder Freude
Hinter Stacheldraht verhaut

Wir sind die Moorsoldaten
Und ziehen mit dem Spaten ins Moor

Morgens ziehen die Kolonnen
In das Moor zur Arbeit hin
Graben bei dem Brand der Sonne
Doch zur Heimat steht ihr Sinn

Wir sind die Moorsoldaten
Und ziehen mit dem Spaten ins Moor
Wir sind die Moorsoldaten
Und ziehen mit dem Spaten ins Moor

Auf und nieder geh’n die Posten
Keiner, keiner kann hindurch!
Flucht wird nur das Leben kosten
Vierfach ist umzäunt die Burg

Wir sind die Moorsoldaten
Und ziehen mit dem Spaten ins Moor
Wir sind die Moorsoldaten
Und ziehen mit dem Spaten ins Moor

Doch für uns gibt es kein Klagen
Ewig kann’s nicht Winter sein!
Einmal werden froh wir sagen:
Heimat du bist wieder mein!

Dann zieh’n die Moorsoldaten
Nicht mehr mit dem Spaten ins Moor
Dann zieh’n die Moorsoldaten
Nie mehr mit dem Spaten ins Moor

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Nachlass

27. August 2013

Bildschirmfoto 2013-08-27 um 05.24.43Ein, so finde ich, bemerkenswertes Projekt, über das ich in der taz lese. Weil den Museen das Geld fehlt, kümmert sich -bereits seit 10 Jahren- das „Forum für Nachlässe“ um die Werke verstorbener Künstler aus Hamburg und Umgebung. Ich frage mich, ob es in unserem, eher weniger kulturnahen Landstrich nicht auch derlei bräuchte:

„Zum Glück war der Vermieter nicht gleichgültig. Zum Glück rief er das „Forum für Nachlässe“ an. Gora Jain und ihr Team kamen, räumten die Wohnung der verstorbenen Margrit Kahl auf und nahmen mit, was sie an Bildern, Zeichnungen, Skizzen und Notizen vorfanden: Ein künstlerischer Nachlass wurde so im vergangenen Jahr in ziemlich letzter Minute gerettet. Er wäre sonst unweigerlich auf dem Sperrmüll gelandet.
Die Hamburger verdanken Margrit Kahl die Gestaltung des Bornplatzes im Grindelviertel, wo sie im November 1988 den Grundriss der einstigen Synagoge dort in Form eines Mosaiks auf dem Boden nachlegte, 50 Jahre nachdem die Hamburger das Gotteshaus in Schutt und Asche gelegt hatten.
Nun liegt Kahls Nachlass in den Räumen des Forums für Nachlässe, das ab dem 1. September mit einer Ausstellung und einem Symposium sein zehnjähriges Bestehen feiert. Der Verein erhält und pflegt Werke von KünstlerInnen aus Hamburg und Umgebung.
Kahls Nachlass wurde aufgearbeitet…“
weiter bei der taz

Link zum „Forum für Nachlässe“

P-Konto-Tipp

27. August 2013

Seit etwas mehr als drei Jahren hat jeder Bankkunde das Recht, sein Girokonto in ein sogenanntes P-Konto umwandeln zu lassen. Im Falle einer Pfändung gewährleistet ein solches P-Konto die Verfügung über den monatlichen pfändungsfreien Betrag. Für den laufenden Betrieb eines P-Kontos berechneten aber viele Kreditinstitute hohe Gebühren (8,99 Euro). Das hat die Verbraucherzentralen auf den Plan gerufen und sie haben gegen die entsprechenden Klauseln geklagt. Nach zwei Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) im vergangenen Herbst (Az: XI ZR 500/11, XI ZR 145/11) hat der BGH jetzt am 16. Juli 2013 diese Banken-Praxis für unzulässig erklärt. [Die Urteilsgründe zum Verfahren mit dem Aktenzeichen XI ZR 260/12 liegen noch nicht vor. Hier aber ein Kurzbericht]

Für ein P-Konto dürfen die Banken also keine höheren Gebühren als für ein normales Konto verlangen, weil der Aufwand, den Kreditinstitute mit P-Konten haben, nicht größer ist als mit normalen Girokonten. Auch die oft verwendete, so genannte Guthabenklausel ist nicht mehr wirksam, so dass zuvor vereinbarte Dispokredite und die Kreditkarte nicht automatisch bei der Umwandlung in ein P-Konto aufgehoben werden dürfen.

Die Folge: Jeder betroffene P-Konto-Bankkunden kann die ungerechtfertigten Gebühren zurückfordern. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat dazu einen Musterbrief entworfen, mit denen betroffene Bankkunden dies tun können. Darin wird  die Erstattung der überhöhten Bankgebühren ebenso verlangt wie auch die Wiederherstellung von Vereinbarungen wie  Dispokredit,  Teilnahme am Lastschriftverfahren und die Nutzung eines Karten- und Dokumentenservices, die vor der Umstellung des Kontos galten.

Hier geht es zum Musterbrief [24 KB]  der Verbraucherzentrale NRW.

 

(Quelle)