Fotografieren

28. Juli 2013

„Weimar ist schön, interessant, universitär, eine Stadt mit kultureller Vielfalt. Die interessierten Besucher flanieren über Plätze, durch Parks und sind begeistert.

Aber sobald Sie ein Museum der Klassikstiftung Weimar betreten, gilt Folgendes:

“Die Klassik Stiftung Weimar erlaubt das Fotografieren (…) nur in den frei zugänglichen Bereichen. In Sonderausstellungen ist das Fotografieren nicht erlaubt. (…)”

Leider ist fast gar nichts ‘frei zugänglich’, in vielen Museen werden Eintrittsgelder fällig und schon greift das Fotografierverbot.

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[Plakat vor dem Bauhausmuseum in Weimar. Im Museum ist das Fotografieren nicht erlaubt (fotos: CC Chris)]

Verbote gibt es in England auch, aber die Insulaner lieben Piktogramme. Dabei wird ihre Sprache von viel mehr Menschen verstanden, als die umständlichen Formulierungen in Weimar. Der Brite regelt das Problem folgendermaßen:

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Eingang eines englischen Museums

Völlig anders sieht es im neu eröffneten Rijksmuseum in Amsterdam aus. Es gibt kein generelles Fotografierverbot.  Wer eine Eintrittskarte hat, kann Fotos machen. Einzige Bedingung: ohne Blitz. Somit gibt es kein rechtliches Problem, die Nachtwache abzulichten:

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Nachtwache im Rijksmuseum Amsterdam.

Ich persönlich finde die Niederländer klasse, unkompliziert gehen sie mit neuen Entwicklungen um und die Menschen strömen dennoch – oder vielleicht auch gerade wegen der kostenlosen, massenhaften Werbung in ihr so wunderbar restauriertes und nun wieder neu eröffnetes Museum.

Ich hätte gern mehr ‘Werbung’ für die tollen Museen in Weimar gemacht, das Bauhausmuseum, das Liszt-Haus, die vielfältige Ausstellung über den belgischen Architekten Van De Velde – aber ich durfte nicht fotografieren… Daher: kein Bild, keinen Ton bzw. keine Zeile…“

(Crosspost von Zoom. Das Sauerland und mehr, Chris Klein
Fotografieren im Museum: Weimar vs. Amsterdam CC)

3 Antworten zu “Fotografieren”

  1. Michael Sänger said

    „Ich persönlich finde die Niederländer klasse, unkompliziert gehen sie mit neuen Entwicklungen um……“ Besonders im intensiven Gebrauch von Pestiziden auf Gemüse, das dann hier auf den Wochenmärkten verkauft wird! In dieser Hinsicht finde ich die Niederländer nicht klasse! In Weimar – ich habe das genauso dort erlebt – wirken eben auch nach 24 Jahren Ende der DDR deren Ordnungsmechanismen nach.

  2. Inga said

    Die hohen Eintrittsgelder stören mich persönlich mehr. In Weimar muss man sich ja schon entscheiden, ob man das Geld lieber für Goethe oder Schiller ausgibt. Über 10 Euro pro Museum ist einfach zu viel!

  3. Michael Sänger said

    In Weimar lebt man vom Tourismus. In Lingen lebt man von der Industrie, deswegen kann Kultur hier sehr großzügig unterstützt werden, in Weimar lebt man dagegen nur von den Eintrittspreisen. Aber mal ehrlich: Wie oft kommt „man“ denn nach Weimar, da kann man doch mal € 20 für zwei Besuche in den beiden Häusern der wohl berühmtesten deutschen Dichter bezahlen. Für ein Fußballspiel oder ein Rockkonzert zahlt man oft ein Vielfaches. Aber es ist wie immer: Alles darf was kosten, nur Kultur nicht!

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