Waldmenschen

25. Juli 2013

WanderarbeiterWer meint, der ökonomische Menschenhandel in Papenburg sei das Letzte, kennt noch nicht den nächsten Schritt nach unten: Wanderarbeiter, die in den Wäldern leben (Foto). Der NDR schreibt:

„Arbeitssuchende Osteuropäer leben unter ärmlichsten Verhältnissen in niedersächsischen Wäldern – vor allem im Südoldenburger Raum, in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta. In der Arbeitnehmer-Hierarchie stehen die sogenannten Wanderarbeiter noch tiefer als Arbeiter mit Werkverträgen, über deren Lebensbedingungen seit dem Tod zweier Rumänen in Papenburg viel diskutiert wird. Während die Landesregierung angekündigt hat, sich für Menschen mit Werkverträgen einzusetzen, ist das Schicksal der „Waldmenschen“, wie sie in Südoldenburg manchmal genannt werden, völlig offen. Einige Kommunen, wie Steinfeld, fühlen sich mit dem Problem allein gelassen.

Die Unterkünfte der Wanderarbeiter sind sehr einfach. Ein aus…“ [weiter beim NDR]

„Es werden noch mehr kommen“, weiß Manuela Honkomp, die parteilose Bürgemeisterin von Steinfeld, deren Gemeinde sich „überfordert“ fühlt. Sie kommen, wenn im nächsten Jahr die Arbeitsfreizügigkeit in der Europäischen Union auch für Rumänen und Bulgaren einsetzt. Wie viele es jetzt schon sind, weiß keiner so genau.

Betroffene wenden sich an die Kirche. „Menschen in einer Notlage zu helfen, ist unsere Aufgabe. Wir versuchen, sie zu versorgen, geben ihnen einen Obolus. Aber es nimmt zu. Das ist in allen umliegenden Pfarreien so“, berichtet Christian Wölke, katholischer Pfarrer in Steinfeld.

(Quelle NWZ)

3 Antworten to “Waldmenschen”

  1. Monia said

    Die NWZ schreibt: „Sie kommen meist aus Rumänien oder Bulgarien, einige auch aus Polen. (…) Sie sind illegal hier, haben kaum Aussichten auf Arbeit und soziale Leistungen.“
    Erst einmal kommt niemand aus Polen, um in Deutschland freiwillig im Wald zu hausen. Das ist völliger Quatsch, eine reine Erfindung der NWZ, die fälschlicherweise in Polen ähnliche Zustände vermutet wie in Bulgarien oder Rumänien. Das jährliche Bruttoarbeitseinkommen ist in Polen mehr als doppelt so hoch wie in Rumänien und fast drei mal so hoch wie in Bulgarien. Völliger Quatsch ist auch, dass die Rumänen und Bulgaren illegal in Deutschland sind. Sie genießen als EU-Bürger Freizügigkeit, dürfen demzufolge nach Deutschland reisen und sich hier auch aufhalten. Legal. Sie haben allerdings keinen Anspruch auf Sozialleistungen und dürfen hier nicht arbeiten – es sei denn, sie haben Werkverträge. Aber auch das wird sich ändern: ab dem 1. Januar dürfen sie EU-weit arbeiten. Polen dürfen das übrigens schon seit über zwei Jahren.

    • kib said

      Na? Ich denke auch, dass journalistisch arg auf die Hupe gedrückt wurde. Handelt es sich aber wirklich um eine “ eine reine Erfindung der NWZ“?

  2. Man sollte die Dinge mal anders aufziehen. Da es ja zu nicht gerade unerheblichen Verschmutzungen und Belästigungen der Bevölkerung kommt sollte man die sog. Arbeitgeber dran bekommen. Jedes Wohnmobil wird mit Strafzetteln belegt und wegen wilden campens angezeigt, jede illigale Müllentsorgung wird geahndet. Hier ist es also die Verwaltung die etwas tun muss. Es gibt sog. Konsulargesetze, dort verpflichtet man Botschaften und Konsulate Personen zu helfen die in Not sind. Wer als Deutscher den wahn hat in Spanien leben zu wollen und dabei strandet wird eben auch betreut.Einfach im Wald oder in Höhlen leben ist eben keine akzeptierte Lebensform. Hinzu kommt eine Seuchengefahr. Die Stadt Münster hat ähnliche Camps gehabt und es ist schon recht bezeichnend wie der Verlauf war. Just zum Herbst tauchten dann Frauen und kleine Kinder auf und es wurde lautstark nach winterfesten Unterkünften gerufen. Sozialeinrichtungen wie die Tafel und Kleiderkammern wurden regelrecht geplündert. Auch das Angebot für die Rückführungskosten aufzukommen ist doch ein Witz. Es wäre viel besser den jeweiligen Botschaften die Leute zuzuführen und das verbunden mit der Aufforderung die organisierte Rückreise zu organisieren. Arbeitgebern dieser „Wanderarbeiter“ sollte das Finanzamt und der Zoll mit entsprechenden Zwangsmaßnahmen begegnen, da hier auf Kosten der Bevölkerung ein Markt geschaffen wird für diese „Menschen“. Die EU-Freizügigkeit ist doch mittlerweile verkommen zur Farce. Die Heimatländer dieser Menschen profitieren nicht selten von den nicht immer legalen Handeln dieser Menschen. Warum haben denn Metalldiebstähle derart zugenommen und wer steckt hinter den sog. Ekelhäusern und Waldcamps? Es ist doch eher so, dass sich organisierte Clans und dubiose Arbeitgeber dort bereichern.

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