Rudern

18. Juli 2013

janssen-kucz_metaDer NDR weiß, wie und in welche Richtung gerade in Papenburg  gerudert wird:

„Thomas Gelder, Betriebsratsvorsitzender der Meyer-Werft, rudert zurück. Noch am Dienstag hatte er gegenüber dem NDR behauptet, dass ihm die Lebensumstände der osteuropäischen Werkvertragsarbeiter nicht bekannt gewesen seien. Am Mittwoch gab er zu, dass er doch bereits Anfang des Jahres deutliche Hinweise bekommen hat. Die grüne Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kuzc (Foto lks.) hatte den Betriebsrat auf die Situation der Osteuropäer angesprochen. Gelder sagte NDR 1 Niedersachsen, dass er daraufhin im März mit den Betriebsratskollegen und mit der Geschäftsleitung über das Thema gesprochen habe.
Auch der Sprecher der Meyer Werft, Peter Hackmann, musste sich korrigieren. Bislang hatte er dementiert, dass es ein Gespräch zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat gab, in dem es um die Lebens- und Arbeitssituation der Osteuropäer ging. Jetzt räumt er ein, dass der Personalchef doch informiert war….“

 

weiter beim NDR

Leiharbeiter

18. Juli 2013

ig-metall-2Zu den bemerkenswerten Sätzen in der regionalen Diskussion um die ausgebeuteten Leiharbeiter gehört ein aktuelles Statement des Pressesprechers der Meyer-Werft Peter Hackmann. Die Meyer Werft selbst wollte sich Mitte der Woche nicht zu den beeindruckenden nWidersprüchen zwischen den recherchierten Fakten und dem eigenen Gerede  äußern. Werft-Sprecher Peter Hackmann teilte der Redaktion der Emszeitung mit, über Medienberichte wie in der „ taz “ wolle er nicht diskutieren. Hackmann: „In der Sache ist alles gesagt.“

Wenn sich der smarte Pressesprecher da mal nicht ganz schwer irrt. So könnte die Meyer-Werft schon bald Diskussionen mit dem eigenen Betriebsrat bekommen; denn ohne das OK des Betriebsrats der Meyer-Werft, wo es mehrere Hundert Leiharbeiter gibt, wird es künftig schwierig werden, auf Leiharbeiter in den Sub-Sub-Sub-Arbeitsverhältnissen zurückzugreifen. Gestärkt durch einen Beschluss des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Beschluss v. 10.07.2013 – 7 ABR 91/11)  will nämlich die IG Metall künftig konsequent gegen den Missbrauch von Leiharbeit vorgehen und die Metaller haben im Betriebsrat der Meyer-Werft das Sagen.

Im einem Interview verlangte der Zweite IGM-Bevollmächtigte  Detlef Wetzel, dass Arbeitsplätze nur noch wenige Monate lang mit Leiharbeitern besetzt werden dürften. Der Gesetzgeber müsse nach dem Urteil für klare Vorgaben sorgen. Bis dahin würden die Betriebsräte den Druck erhöhen und in ihren Firmen den Einsatz von Leiharbeitern auf den Prüfstand stellen. Das Bundesarbeitsgericht hatte vergangene Woche in einem konkreten Fall aus Niedersachsen entschieden, dass der Betriebsrat seine Zustimmung verweigern darf, sofern der Einsatz der Leiharbeiter nicht vorübergehend ist. Das Urteil werde die Leiharbeit auf ihren ursprünglichen Zweck und Umfang zurechtstutzen, sagte Wetzel.

Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) verwies hingegen auf die Besonderheiten des Einzelfalls. Der Arbeitgeber habe beabsichtigt, eine Zeitarbeitnehmerin ohne jegliche zeitliche Begrenzung statt einer Stammkraft einzusetzen, erklärte iGZ-Geschäftsführer Martin Dreyer. „Es widerspricht allen üblichen Gepflogenheiten in der Zeitarbeitsbranche, jemanden dauerhaft als Ersatz für eine Stammkraft zu überlassen.“

Doch genau das bezweifelt die IG Metall. Die Erfahrungen aus der Metall- und Elektroindustrie zeigten, dass die meisten Leiharbeiter länger als ein Jahr eingesetzt würden. „Hier geht es nicht darum, vorübergehende Personalengpässe auffangen zu können, sondern reguläre Arbeitsplätze durch günstige und jederzeit kündbare Jobs zu ersetzen“, sagte Wetzel. Das werde künftig nicht mehr möglich sein. Nach jüngsten Zahlen des IW Köln gibt es in Deutschland knapp 800.000 Leiharbeiter.

Also, Peter Hackmann, was macht die Meyer-Werft gegen die Ausbeutung der bei ihr Beschäftigten? Presseerklärungen absetzen? Oder das Subunternehmertum beenden?

Hengelo-o-o II

18. Juli 2013

stempel900Sie erinnern sich an Hengelo-o-o? Gut. Ich natürlich auch und ZEIT-Leser Dierk Andresen schreibt, was man sonst noch so in Bregenz, äh Hengelo tun kann. Und das geht so:

„In letzter Zeit fahre ich viel Bahn, und das hat auch mit Rache zu tun. Rache dafür, dass mich die Deutsche Bahn lange Jahre schlecht beraten und viel zu viel von mir kassiert hat.

Ich reise meist spontan, zahle also den Vollpreis. Für die Strecke Biberach-Berlin mit einem zweitägigen Zwischenaufenthalt in Hamburg sind das 215 Euro, wobei sich die Summe auf zwei Tickets verteilt: Biberach-Hamburg 139 Euro und Hamburg-Berlin 76 Euro. Weil ein normales Ticket nämlich nur zwei Tage lang gültig ist, muss bei einem längeren Zwischenstopp eine weitere Fahrkarte gelöst werden.

Was Kunden am Schalter nicht erfahren: Dieselbe Reise können sie auch für insgesamt rund 143 Euro machen. So viel kostet ein Ticket von Bregenz nach Berlin über Biberach und Hamburg.

Der Trick? Bregenz liegt in Österreich. Und Fahrkarten für Reisen, die im Ausland beginnen oder enden, sind 30 Tage lang gültig. Reisende müssen die Fahrt nicht im Ausland antreten, dürfen sie beliebig oft unterbrechen und genießen volle Flexibilität. Mit so einem Ticket dürfen Bahnkunden alle Züge benutzen, außer den reservierungspflichtigen. Wer Zeit und Geld für die Übernachtungen hat, kann einen Monat lang Zug fahren, quer durch Deutschland.

Das Ticket verpflichtet nicht dazu, sich… [weiter auf der Seite der ZEIT]

ps und noch mehr hier

Wie geht’s? Guckst du hier:


Kurz gefasst; Der schnelle Weg zum Ticket

1) Legen Sie hier Start und Ziel fest. Einer der Orte muss im Ausland liegen.
2) Legen Sie zwei Zwischenhalte fest, mit möglichst großer Distanz zueinander (Beispiel: Von Bregenz nach Sassnitz über Münster und Leipzig)
3) Rufen Sie ein3e Verbindung auf, für die auch ein Preis (nicht nur ein Preisanteil!) genannt ist.
4) Keine Verbindung gefunden? Ändern Sie den Abfahrtstag und die Abfahrtszeit. Vielleicht auch die Umsteigezeit.
5) Reduzieren Sie die Distanz bei den Zwischenhalten. (Bregenz-Sassnitz über Bremen und Leipzig geht nicht. Über Münster/Leipzig geht’s und führt zum Teil über Bremen.)
6) Wählen Sie zwischen Start und Ziel eine größere Distanz. Das schafft mehr Raum dawischen.(Weimar-Münster-Bregenz geht nur mit zwei Tickets. Sassnitz-Weimar-Münster-Bregenz geht auch mit einem.)
7) Sie sind fündig geworden? Dann: Buchen. Ausdrucken. Fertig!
8) Oder gehen Sie mit der Verbindung z Schalter und lassen Sie sich das Ticket ausstellen.
9) Bitten Sie möglichst um eine ausgedruckte Verbindung für die Strecke.