Luxuslärm

12. Juli 2013

Luxuslärm

Lingen (Ems)  –  Emslandarena (Softopening)
26. Oktober 2013  –  19 Uhr

Eintritt: 12 Euro (incl. VVK)

Bildschirmfoto 2013-07-09 um 15.29.20Die Böttcherstraße als Idee
Bremen –  Böttcherstraße
7. Juli – 6. Oktober 2013

Die Böttcherstraße zählt längst zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bremens und wird gern als »heimliche Hauptstraße« der Hansestadt bezeichnet. Sie gehört neben Stadtmusikanten, Roland, Schnoor-Viertel und einem lokalen Fußball-Club zu den Touristen-Attraktionen, wie auch die Emsländer wissen. Entgegen des möglichen Eindrucks ist die Straße jedoch kein mittelalterliches Relikt, sondern ein detailliert geplantes Ensemble, das keine 100 Jahre alt ist. Bis auf das Roselius-Haus ließ der Kaffee HAG-Kaufmann Ludwig Roselius alle Gebäude zwischen 1922 und 1931 neu erbauen.

Die Ausstellung Die Böttcherstraße als Idee, die am Sonntag im Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße eröffnet wurde, führt die Straße als steingewordenes propagandistisches Sinnbild in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg vor Augen. »Die Wiedererrichtung der Böttcherstraße ist ein Versuch, deutsch zu denken«, schrieb Ludwig Roselius 1926 in den Bremer Nachrichten über seine Straße; sie sei ein Zeichen des »Wille[ns], eine neue und größere Zeit für Deutschland zu erwecken.« 1936 verlautete Adolf Hitler, er lehne »diese Art von Böttcherstraßen-Kultur schärfstens ab.«

Bei aller Ablehnung durch die Nationalsozialisten durfte die Böttcherstraße des völkisch denkenden Ludwig Roselius gleichwohl stehenbleiben. 1937 wurde sie unter Schutz gestellt – als Beispiel der „Verfallskunst“ der Weimarer Zeit.

Die Ausstellung Die Böttcherstraße als Idee geht den geistesgeschichtlichen Grundlagen des Gesamtkunstwerks nach, das zum einen als eine besondere Sehenswürdigkeit konzipiert worden war, zum anderen als ein propagandistisches Politikum der »Besinnung«, wie Manfred Hausmann 1927 schrieb; »Deutscher besinne dich auf dich selbst!« Im Mittelpunkt der Schau stehen das Paula-Becker-Modersohn-Haus und das Haus Atlantis, der Lichtbringer von Bernhard Hoetger sowie die Widmungstafel für Paula Modersohn-Becker und ihr Werk.

Die Austellung ist eine kleine Schau, aber sie steckt voller historischer Hintergründe. Sie soll „die sehr kontroverse Geschichte dieser Straße an neuralgischen Punkten nachzeichnen“, sagt Dr. Frank Laukötter, Direktor der Kunstsammlungen Böttcherstraße.

Flyer (pdf)

Ausstellung „Die Böttcherstraße als Idee“, [3:13]
Beitrag von Christine Gorny (Radio Bremen)