Lac-Mégantic

7. Juli 2013

Die Güterzug-Kastastrophe von Lac-Mégantic ließ mich heute morgen darüber nachdenken, was in Lingen (Ems) los wäre, würde ein mit chemischen Produkten beladener Zug entgleisen und in Brand geraten. Zum Beispiel bei einem Crash in die Wohnsiedlung Neue Heimat oder in die Justizvollzugsanstalt. Sie kennen die Antwort: Es wäre nicht auszudenken.

Die Anlieger der Bahnstrecke, die vor 170 Jahren als Hannoversche Westbahn entstand,  fordern schon seit Jahren mehr Sicherheit und einen deutlich besseren Lärmschutz. Nach der Erneuerung des Gleiskörpers ist der Zugverkehr nämlich viel lauter geworden. Und auch deutlich schneller. Die Güterzüge knallen geradezu mit hohem Tempo mitten durch unsere Stadt, so dass man schon als Passant -beispielsweise am Bahnübergang Georgstraße- körperliches Unbehagen verspürt, wenn sie vorbei rasen.

Niemand sollte darauf vertrauen, dass schon nichts passieren wird. Das Gegenteil ist nämlich der Fall: Was schief gehen kann, geht schief. So sagt es Murphy’s Gesetz und seine lokale Unterregel: „Hagedorn’s law“. Also sollte, bevor ein politisch tätiger Bahnvorstand nach Lingen reist (update:für noch eine Wahlkampfverandstaltung), so schnell wie möglich das Tempo der durch Lingen fahrenden Züge verringert werden, vor allem der Güterzüge. Ich darf schließlich auch nicht meinen Tanklaster mit 100 km/h durch unsere Stadt fahren. Auch wenn es langsamer zugeht, kann natürlich ein Zug immer noch entgleisen, doch vielleicht sind dann die Folgen nicht so schrecklich wie gerade im Osten Kanadas. Den Nachteil kann man allemal verschmerzen: 2 Minuten Zeitverlust.

ps Und bei der Gelegenheit noch einmal: Die Lärmschutzwand für den „Soziallärms“ des an- und abfließenden Verkehrs zur neuen Emslandarena gehört natürlich nicht an die Westseite der Bahn, sondern -hoch und effektiv genug- an deren Ostseite, damit der Galgenesch auch etwas mehr Ruhe vor dem Zuglärm hat. Bisher nämlich planen die Experten anders. Für die Emslandarena kommt jetzt sofort Lärmschutz an die Westseite und in ein paar Jahren gibt es auch gegenüber an der Ostseite der Bahnstrecke eine zweite Lärmschutzwand. Da ist sie wieder, die Fachidiotie deutscher Bürokraten.

wwww

7. Juli 2013

Hal Faber heute früh in seinem sonntäglichen wwww-Rück- und Überblick:

„Ein Gauck ist damit die neue Maßeinheit in diesem Neuland, die die Unkenntnis der Auswirkung digitaler Lebensart zum Ausdruck bringt. Wer Stasi und KGB für schlimm hält, weil Papierakten angelegt wurden und damit die Datenschnüffelei von NSA, GHCQ, DGSE oder BND verharmlost, produziert genau ein Gauck Unsinn.“

Ich bin ja durchaus überzeugt von Bundespräsident Joachim Gauck. Doch seine Analyse des NSA-Überwachungsskandals ist inakzeptabel, angesichts seines Einsatzes für die Freiheit fast schon surreal. Leider. Wenn Sie das anders sehen, erklären Sie mir doch bitte, wie ein Opfer der Stasi-Überwachung und späterer Chef der „Gauck-Behörde“ so daneben liegen kann. Lesenswert dazu ist diese kurze Analyse  von Kommentator angelwing auf heise.de.

ps DER SPIEGEL schließt übrigens gerade locker zur focus-Lebenshilfe auf und gibt nach der Frage WIE KANN MAN SICH WEHREN? diese Anti-Prism und Anti-Tempora-Tipps:

  • Ein erster Schritt könnte sein, womöglich doch lieber auf in Europa angesiedelte Internetdienste, etwa deutsche E-Mail-Provider, zurückzugreifen.
  • Verschlüsseln Sie Ihre Kommunikation. Wie das geht, steht zum Beispiel hier.
  • Wenn Sie Cloud-Speicherdienste wie Dropbox sicher nutzen, online verschlüsselt chatten, Files oder Nachrichten online verschlüsselt weiterreichen wollen, finden Sie hier einige Tipps.
  • Eine Anleitung zum Verschlüsseln von Festplatten finden Sie hier.
  • Wie Sie sich mit Material im Wert von 65 Euro einen Tarnkappen-Router bauen, der Ihre IP-Adresse verschleiern kann, lesen Sie hier.

Und regelmäßig in dieses Blog schauen. Dann erkennt man, dass „deutsche E-Mail-Provider“ nun wirklich nicht die Lösung sind. Aber Unverschlüsseltes ist eben Postkarte an alle.

Graue Wiesenweihe

7. Juli 2013

3-het-vrouwtje-voor-de-webcam_juli-2013Neues von den Nachbarn: Seit Freitag zeigt eine Webcam die Aufzucht von vier Jungvögeln der Grauen Wiesenweihe im benachbarten Oost-Groningen. Das Nest des Bodenbrüters nebst Kamera ist wohl einmalig; denn in Europa sei Vergleichbares noch nicht geglückt bei diesem „zeldzame en op de grond broedende roofvogel“, dessen niederländischer Name „Grauwe Kiekendief“ ist. So meldet es der Internet-Informationsdienst wwactueel aus Westerwolde.

Das Projekt wird gemeinsam von der Arbeitsgruppe Grauwe Kiekendief und dem regionalen TV-Sender RTV Noord präsentiert. Es soll aber nicht nur dem Publikum einzigartige Bilder liefern. Zusammen mit einem GPS-Sender, mit dem vor einem Jahr der männlichen Altvogel ausgestattet wurde, erhoffen sich die Initiatoren auch neue Erkenntnise über diese Vogelart. Morri heißt das Tier seither bei seinen Beschützern.

Nach einer erfolgreichen Brut im letzten Jahr und dem Überwintern in West-Afrika ist Morri seit Mai in Oost-Groningen zurück und sorgt sich jetzt um den Nachschub mit Futter, während sein Weibchen die Jungtiere versorgt.

In den Niederlanden ist der Bestand der Wiesenweihe, weiß wikipedia,  seit 1991 bis 2001 auf 35–45 Paare gestiegen, in Deutschland auf 410–470 Paare im Jahr 2007. In der Roten Liste von Deutschland steht die Art heute in der Kategorie 2 (stark gefährdet).

Hier geht’s zur Webcam.