Weise

4. Juli 2013

Sie ist -meldete gestern die Internetseite waslosinlingen– nach nicht einmal einem Jahr wieder geschlossen: Die Alte Posthalterei am Markt. Im Fenster liest man diesen Zettel und etwas über bedauerlicher Weise. Gegenüber kämpft der Ratskeller mit dem Desinteresse der Lingener an exzellenter Küche. Hummeldorf an der Waldstraße ist nach noch kürzerer Zeit geschlossen. Das Forsthaus am der Georgstraße („Casa forestale“) schon viel länger. Und ansonsten sind die Preise in der lokalen Gastronomie meist so etwas von hoch, dass es keinen Spaß macht, die Lokalitäten zu besuchen. Man darf es Krise nennen.

Posthalterei

19 Antworten to “Weise”

  1. Job said

    „Und ansonsten sind die Preise in der lokalen Gastronomie meist so etwas von hoch, dass es keinen Spaß macht, die Lokalitäten zu besuchen. Man darf es Krise nennen.

    Ja Herr Koop, dass haben Sie richtig erkannt. Es macht einfach kein Spass mehr mit einer (z.B.) fünfköpfigen Familie in der Stadt in einem Restaurant Essen zu gehen. 100,00 € sind da schnell weg. Im Ratskeller auch das Doppelte.

  2. Mark said

    Ich dachte der Ratskeller würde gut laufen?

  3. Kulinario said

    Damit die Beziehung schön wird, muss der Mann der Frau jeden Tag sagen, dass sie schön ist. Auch wenn sie aussieht wie ein Lastwagen.

  4. Peter Lütje said

    Was fehlt, ist einfache Küche, gut gekocht. Es gibt doch wunderbare deutsche Gerichte jenseits der Currywurst oder des Schnitzels Wiener Art, die man auch günstig anbieten kann. Für echte kulinarische Highlights gebe ich auch gerne Geld aus, nur eben nicht so oft…

  5. Michael Sänger said

    Es ist einfach schade, dass es mit der schönen historischen Posthalterei seit Jahren gastronomisch nicht klappt. Liegt es vielleicht doch am Konzept? Hier teile ich die Auffassung von Peter Lütje. Beispiel: Warum nehmen viele Leute die vier Kilometer bis zum GRÜNEN JÄGER auf sich, um dort zu essen: Da gibt es Preisgünstiges, Schmackhaftes und Sättigendes auch für den kleinen Hunger. Der nächste Pächter sollte mal vor „Amtsantritt“ eine Reise nach Würzburg oder Bamberg machen, dort studieren, was und wie in vergleichbaren historischen fränkischen Gasthäusern gegessen und getrunken wird. Da sind die Lokale abends voll, weil man dort schon für € 8.– satt wird. Auch das Bier wird in Norddeutschland viel zu teuer verkauft, ganz zu schweigen von den Weinpreisen. Wenn die Posthalterei ein solches „süddeutsches Konzept“ entwickeln würde, könnte das auch eine gut gehende Lingener Studentenkneipe werden. Und vor allem darf die Bedienung keinen „Flunsch“ ziehen, wenn ich nur zwei Bier trinken und eine Brezel essen will. Sollte der nächste Pächter sich nicht ein anderes Konzept überlegen, dann diskutieren wir dieses Thema nach einem Jahr hier wieder.

  6. Daddeldu said

    Michael Sänger, vollkommen treffende Feststellungen, auch wenn natürlich deckungsgleiche Verhältnisse für Heidelberg und andere süddeutsche Städte zu nennen wären! Das Konzept kann aber nur dann greifen, wenn der Unter-Verpächter und Getränkelieferant mitziehen würde!
    Innenstadtgastronomie zu bezahlbaren Preisen und Belebung der Innenstadt – ein Weg, den es zu beschreiten lohnt!

  7. Hendrik said

    Erinnert sei an die kleine Facebook-Seite, „Erhaltung einer historischen Gaststätte“!
    Schade, dass dort von offizieller Seite bei den letzten Verhandlungen den vier eifrigen Jungunternehmern so schnell abgesagt wurde, statt zunächst einmal das Konzept zu durchleuchte und ggf. auf ein tragfähiges Konstrukt zu stellen.

    Ob die Fa. Heinrich Essmann sich und Lingen damit wirklich einen Gefallen getan hat?

  8. Kneipengänger said

    Wie es geht, hat uns Heidi gezeigt.
    Dort konnte ich für einen vernünftigen Preis Bratkartoffeln mit Spiegelei und Gurke essen. Hmm Lecker. Auch gab es andere gute Hausmanskost ohne schreckliche Pommes und Kroketten. Da brauchte es keinen Blick in andere Regionen.
    Nach dem Essen beim Skat oder Knobeln bin ich oft mit meinen Freunden „versackt“. Frisches Bier, vernünfig gezapft. Flotter und netter Service.
    Leider gab es in der Posthalterei renovierungsstau, (zB. undichte Fenster, Toilettenanlage…) Weder Stadt noch der Getränkelieferant fühlten sich zuständig, so waren die Nebenkosten hoch wie eine 2. Pacht und Heidi ist nach 7! Jahren ins Litfass gegegangen.

  9. Michael Sänger said

    Heidi ist natürlich ein ausgesprochener positiver Ausnahmefall in Lingen, aber nichts desto trotz braucht es gelegentlich einen Blick in andere Regionen vor allem für die, die in Norddeutschland Kneipen betreiben, denn Reisen bildet!

    • Heidi ist kein Fall. Heidi ist eine Dame! (Das, lieber MS, ist aber strikt vertraulich, weil es ihr noch niemand gesagt hat!) Sonst hast Du aber -wie immer öfter- recht.

  10. Michael Sänger said

    Ich hoffe, Heidi wird mir das nicht für den Rest meines Lebens verübeln, ist mir sehr peinlich, wenngleich die Leute eher sagen, ich gehe zu „Heidi“, statt ich gehe ins „Litfaß“, also Heidi ist sozusagen die Metapher für den „Ausnahmefall“.

    • Ich widerspreche, Michael: im Emsland geht man nicht zu sondern nach. Traditionell. Also richtiges Emsländisch bitte: Ich gehe nach Dame Heidi. Das fang ich am Gelten lassen.

      • kib said

        Robert, nein! Man geht im EL immer zu jemanden „hin“ (= hingehen- ist wichtig), also zu Heidi grundsätzlich immer . Mach Du mal besser Deine Fenster los 🙂

  11. Kulinario said

    Was in diesem Blog den Leuten immer gleich angedichtet wird ist wirklich unglaublich! Meinen Kommentar oben hat eben keiner verstanden und Sie, libste kib, schon gar nicht.
    Hier die Auflösung:

    • kib said

      Lieber Kulinario, das war allerdings auch nicht leicht zu verstehen. Nichts für ungut und Sie freuen sich sicherlich ebenso wie ich, dass es in der Poste weitergeht.

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