zielführend

2. Juli 2013

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel hat die Ems besucht. In der Opposition waren die Grünen für die Verlegung der Kreuzfahrtschiff-Werft an die See. Jetzt machen sie sich vor allem Sorgen um Arbeitsplätze im Emsland. Ein taz-Beitrag von Thomas Schumacher.

„…Die Ems stirbt, seit die Papenburger Meyer-Werft ihre Luxus-Kreuzfahrtschiffe aus dem Binnenland durch die Ems in die Nordsee bugsiert. Dafür waren in den vergangenen 20 Jahren notwendig: vier Emsvertiefungen, Begradigungen, das Abholzen der Auenwäldchen und regelmäßige Baggerungen. Die Folge: Die Ems kann den Schlick nicht mehr abtransportieren, für Monate im Sommer sind Abschnitte des Flusses ohne Sauerstoff. Alles Leben erstickt. Naturschutzbelange finden keine Beachtung.

Der Minister könnte das wissen. Grüne Parteifreunde waren maßgeblich am Widerstand gegen die Zerstörung der Ems beteiligt. Seit 20 Jahren. Trotzdem sagt Stefan Wenzel im Pressegespräch über die Meyer-Weft – nichts. Das sei „nicht zielführend“, meint er. „Alle Gesprächspartner sind sich einig, dass wir für die Ems was tun müssen“, sagt der Umweltminister staatsmännisch. „Wir wollen die Gewässergüte verbessern…“

Hier geht es zum Artikel der taz-Nord.

Leihwohnungen

2. Juli 2013

„Im Landkreis Cloppenburg wurde am Montag eine neues Kapitel zum Thema „Ausbeutung von Leiharbeitern“ geschrieben. Nicht nur, dass viele osteuropäische Leiharbeiter zu Hungerlöhnen arbeiten und Wucher-Mieten zahlen sollen – wenn sie nicht mehr gebraucht werden, werden sie regelrecht vom Hof gejagt. Mehreren Ungarn in Cappeln ist das jetzt passiert. Nachdem ihre Leiharbeitsfirma SR Service in die Insolvenz ging, wurden die Arbeiter vom Vermieter kurzerhand aus ihren Wohnungen geworfen – angeblich sei keine Miete bezahlt worden.

Ein Teil der ungarischen Leiharbeiter arbeitet noch weiter für die Firma SR Service, als Zerleger im Großschlachthof von Danish Crown. Ein Insolvenzverwalter aus Oldenburg kümmert sich jetzt um die Finanzen und die Gläubiger. Einer der Gläubiger ist der Vermieter von drei Gebäuden, in denen die Ungarn untergebracht waren. Der spricht von 40.000 Euro Mietschulden. Dabei hat die Leiharbeitsfirma den Ungarn noch bis Mai regelmäßig 130 Euro Miete vom Lohn abgezogen….“

[mehr und weiter auf der NDR-Seite]

Fahnen

2. Juli 2013

In der letzten Woche habe ich im munteren Marketing-biz-Blog etwas gelesen, das so klar und einfach ist wie richtig: „Werbung mit Bannern und Fahnen furchtbar laaaaaangweilig“. Blogger Frank Herold fragt:

„Warum eigentlich wurde hier im Blog noch nie etwas wirklich Bahnbrechendes über die Werbewirkung von Bannern, Fahnen, Postern etc. gebloggt?“

Und er fordert seine Lesergemeinde zu Kommentaren auf, wenn jemandem zu Werbefahnen und ihrer Wirkung etwas  einfällt. Ich habe mich deshalb über Herolds Frage gefreut, weil ich Werbefahnen nur für  optische Umweltverschmutzung halte. Sie sind regelmäßig ein ästhetischer, schnell auch schmutziger Missgriff, der preiswert zu haben ist aber nichts anderes bewirkt, als ein Kopfschütteln über phantasielose Enge und provinzielle Stadtgestaltung.

Sie widersprechen? Warum also hängt jemand irgendeine Werbefahne vors Geschäft ? Glaubt jemand -wie dieses geradezu körperlich unangenehme Beispiel vor vor der 800 Jahre alten Alexander-Kirche in Schepsdorf zeigt- wirklich, dass er dann mehr Brötchen verkauft?