Lautes Szenelokal

24. Juni 2013

Bekanntlich kann man es sich  nicht aussuchen, von wem man verklagt wird. Mustafa Sahinkus, Inhaber des  „Palacio“, hat mich jedenfalls wegen dieses Beitrags auf Unterlassung und Widerruf mit einer Zivilklage überzogen, nachdem er mich vergeblich abmahnte [mehr…] und dann zwischenzeitlich  auch die Rechtsanwaltskammer wegen meines Beitrags bemühen ließ, bevor er schließlich Klage erhob. Der Zivilprozess 4 C 181/13 vor dem Amtsgericht Lingen (Ems) ist jetzt in erster Instanz abgeschlossen. Die  Urteilsgründe finden Sie  hier. Besonders schön im Urteil ist diese Eilt-die-Zeit-wir-eilen-mit-Passage:

„Es liegt auf der Hand, dass etwa Jugendliche oder regelmäßige Diskothekenbesucher eine andere Vorstellung von einer lauten Lokalität als Personen fortgeschrittenen Alters haben.“

Genau!

Bildschirmfoto 2013-06-21 um 23.38.13Abgesehen also davon, dass es ein von Richter Rainer Hohdorf sorgfältig begründetes, gut geschriebenes Urteil ist:
Ich find’s natürlich nicht schlecht, den Rechtsstreit mit der Hilfe meines Anwaltskollegen Daniel Halver gewonnen zu haben –  auch wenn das Verfahren  reichlich überflüssig war. Billig ist es jedenfalls nicht (s. den Sreenshot des SPON-Prozesskostenrechners),  und ich frage mich bis heute, was den Gastwirt Sahinkus eigentlich geritten hat, als er diese kleine Auseinandersetzung vom Zaun brach.

Haben Sie eine Idee?

15 Antworten to “Lautes Szenelokal”

  1. Horst said

    Er mag sie einfach nicht?!…wie viele andere auch

  2. Peter G. said

    Was soll man dazu sagen? Ich bin fassungslos das sich unsere Gerichte mit solchen sinnlosen Sachen befassen müssen.

  3. peter hensen said

    Ich kenne Herrn Sahinkus noch aus der Berufsschulklasse; verstanden?

  4. Thomas G. said

    „Like“ zum Urteil!

  5. sonnenschein6250 said

    Dem wurde doch geholfen

  6. BN_Riße said

    Nun ja, zwei Jahre Ordnungshaft würde ich gelegentlich auch begrüßen. Gibt es da nicht noch eine weitere Instanz? Außer Annette?

  7. Hallo Herr Koop, sollten Sie sich mal in dem „Szenelokal“ aufhalten(oder haben Sie bereits Hausverbot?), passen Sie auf, das die Getränkepreise für Sie nicht plötzlich hoch geschraubt werden!

  8. Jan H said

    Herr Koop, sehr amüsant, wenn auch eigentlich unwichtig. Viel wichtiger: Warum sind eigentlich diese Urteile vom Richter nicht mehr mit einer Unterschrift versehen? Überlegen Sie einmal, informieren Sie sich und stellen Sie über dieses Thema einen Beitrag online, ich würde mich freuen!

    Viele Grüße
    Jan H

    • kib said

      Sehr „amüsant“ ist eine merkwürdige Formulierung: Was ist amüsant? Nach meinem Empfinden hat es Herrn Koop nicht einmal amüsiert diesen unnötigen Rechtsstreit gewonnen zu haben. Eher im Gegenteil… und das spricht doch nicht gegen ihn.

      … Nun gut, vielleicht „überlegt Herr Koop einmal“ 🙂

    • Aber natürlich ist das Original-Urteil in der Gerichtsakte vom Richter unterzeichnet. Es gibt nur dieses eine Original in der Gerichtsakte. Die Prozessparteien erhalten jeweils Ausfertigungen, die das Original-Urteil „im Rechtsverkehr ersetzen“ – wie es so schön heißt. Für diese Ausfertigungen reicht der maschinenschriftliche Name des Richters.

      • kib said

        Herr Koop, ich hoffe, Sie haben die Ironie meines Schlusssatzes erfasst.@ Jan H: Nehmen Sie mir es nicht übel, aber ich habe mit „stakkato Imperativen“ (Ihr Zitat: überlegen Sie einmal!) schon immer meine liebe Not. Entre nous: das merkt doch selbst ein Koop :), dass hier eine zeitliche Vorgabe fehlt: „Überlegen“ wir- resp. Sie eher quartalweise, monatlich… oder gar kognitiv getaktet ..

  9. Mark said

    Lohnt es sich noch über Herrn Sahinkus zu schreiben? Es laufen dort eh merkwürdige Dinge in dem Laden, z.b. ein Lehrling der nach fast 1Jahr erfuhr das der Lehrvertrag niemals bei der IHK angemeldet wurde. Dort gehört schon gewisse Energie hinter.
    Solche Läden einfach meiden und gut ist.

    • Da hoffen wir dann mal, dass sich hier nicht der nächste Prozess anbahnt. Sie werden Ihre Behauptung doch sicher auch beweisen können – oder?

      • Mark said

        Ich könnte, da ich es von der Person weiß. Die Person wechselte auch den Ausbildungsbetrieb.
        Sollte es doch trotzdem zu heikel sein, nehmen Sie mein Posting raus.

      • kib said

        Fair Play, Robert: Nicht nachtreten, ok? Herrn Sahinkus ist ein netter Mensch, der unser Grundgesetz ganz sicherlich besser kennt und respektierte als manches „Schandmaul“ in Lingen (hier ist dein Blog ausdrücklich / eingeschränkt ausgenommen).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.