Chippung

20. Juni 2013

Bildschirmfoto 2013-06-20 um 22.55.59„Das Niedersächsische Hundegesetz ist mit den Regelungen zur Haftpflichtversicherung und zur Kennzeichnung (Chippung) des Hundes bereits im Juli 2011 in Kraft getreten, die Anmeldung im Zentralen Register und die Pflicht zum Nachweis der Sachkunde werden jedoch erst zum 1. Juli 2013 verbindlich.

Jeder Hundehalter muss künftig sein Tier beim Zentralen Register melden. Die Registrierung wird durch die Kommunale Systemhaus Niedersachen GmbH (KSN) durchgeführt und ist ab 24. Juni möglich. Für jede Online-Registrierung werden Kosten in Höhe von 14,50 Euro (zuz. MwSt.) anfallen. Eine telefonische bzw. schriftliche Anmeldung kostet 23,50 Euro (zuz. MwSt.). Die Gebühr muss nur einmalig bezahlt werden und deckt alle Änderungen für den gemeldeten Hund ab.

Alle Neuhundehalter, die sich nach Juli 2011 erstmals einen Hund angeschafft haben und laut Gesetz nicht anderweitig als sachkundig gelten, müssen außerdem eine Sachkundeprüfung ablegen. Die Prüfungen können ab 1. Juli abgelegt werden. Auf der Homepage des ML* ist eine Liste der bisher anerkannten Prüfer eingestellt. Die Prüfungsordnung für den theoretischen und den praktischen Teil wird derzeit vom ML an alle Prüfer verschickt. Beide Prüfungen werden jeweils ab 40 Euro kosten, die genauen Beträge legen die jeweiligen Prüfer fest.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer: 
„Mit den umfassenden Regelungen des Hundegesetzes sind wir in Niedersachsen Vorreiter für die effektive Prävention vor Beißattacken und verbessern gleichzeitig den Tierschutz in der Hundehaltung durch die nachzuweisende Sachkunde. Die in dem Gesetz enthaltenen Maßnahmen greifen zielgerecht ineinander und tragen so zu einem sicheren Miteinander von Hund und Mensch bei.“

Das Hundegesetz basiert auf einem gemeinsamen Landtagsbeschluss der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP aus dem Jahr 2011 und hat viel Lob seitens der Wissenschaft aber auch von Hundehalter- und Tierschutzverbänden bekommen. Denn es setzt vor allem bei der Schulung des Halters an und verzichtet auf pauschale Rasselisten.

Ausführliche Informationen stehen auf der Homepage des ML unter www.ml.niedersachsen.de bereit. Hier finden Interessierte unter anderem einen Fragen-&-Antworten-Katalog, eine Liste mit Literaturvorschlägen zur Vorbereitung für den Sachkundenachweis sowie eine Liste mit den derzeit anerkannten Prüfern.“

[Soweit die PM des ML]

Viel Lob bekommen, lese ich in dieser Pressemitteilung aus Hannover. Nun, ich sehe nur eine unbändige Regelungswut und neue Bürokratien, die entstehen. Chippung, Neuhundehalter, Beißattacken und die Liste mit Literaturvorschläge zur Vorbereitung für den Sachkundenachweis- schon diese Begrifflichkeiten lassen  mich mit der Zunge schnalzen, während ich mir mit dem Zeigefinger der linken Hand an die Stirn tippe.

 

*Falls Sie es nicht wissen: ML ist bürokratendeutsch für Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.

 

(Foto: Emsländischer Rauhaardackel, saufarben © privat)

6 Antworten zu “Chippung”

  1. ulrike said

    Das handelt sich hier um einen eklatanten Fall von Diskriminierung von Hundehaltern, vermutlich meist höheren Alters , die bei der Nicht -Online-Registrierung ihres Lieblings gleich n e u n Euro mehr bezahlen müssen.

    Ich protestiere ganz energisch !!!

    Da tröstet es auch nicht , daß bei Änderungen des Hundes ( vermutlich Todesfall , wenn ein rasender Autodepp ihm den Garaus gemacht hat ) die anfallenden Kosten bei Null liegen.

    Da hat Rot-Grün aber toll geliefert !

  2. Bernd Schulte said

    Mit der Verpflichtung zur Chippung kann ich mich ja noch anfreunden. Was für viele Rassehunde längst selbsverständlich ist, sollte für alle anderen Hunde auch gelten. Das Führen eines zentralen Hunderegisters hingegen wäre jedoch quatsch und kann nur auf das Kassieren von Gebühren aus sein. Theoretisch sind doch alle Hunde bei den Kommunen wegen der Hundesteuer registriert. Zumindest in meiner Wohngemeinde wird dort auch die Chip – Nr. vermerkt und bei der Abmeldung wegen Ablebens des Hundes eine tierärztliche Bestätigung verlangt. Warum kann man nicht einfach die kommunalen Hundesteuerregister zur Identifikation eines „Beißers“ befragen? (Das setzt natürlich die Chippung jeden Hundes voraus)

  3. dierke said

    Unser zweiter Münsterländer Rüde ist am 23.06.2013 auch schon wieder 14 Jahre alt und nicht gechippt. Da sein Leben erfahrungsgemäß innerhalb der nächsten 6 bis 11 kommenden Monate enden wird, er nur noch an der Leine geführt werden kann, werden wir die Chippung in keinem Fall durchführen. Die Registrierung durch die Hundesteuermarke muss in seinem Fall ausreichen. Dierke

    • Bernd Schulte said

      Beim Lesen der Bestimmungen kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Da ist wirklich nur von „Hunden“ die Rede – also Hund = Hund oder Dogge = Yorkshire – Terrier. Erstere wiegt 55 – 60 kg und ist bis zu 80 cm groß, der Yorshire T. wiegt max. 3,2 kg und hat Westentaschenformat. Man stelle sich den verstorbenen Modemacher Mooshammer mit seiner Daysie beim Wesenstest oder dem Erwerb des Hundeführerscheins vor. (Aber der lebte ja nicht in Niedersachsen)

      • Emsland said

        Als passionierter Radfahrer bin ich bisher drei Mal von Hunden gebissen worden (zusätzlich zweimal auf Motorhauben gelandet) und die Gefahr von Hunden geht nicht unbedingt von Ihrer Grössen aus, sondern vielmehr auch von spontanen anbellen von der Seite, da hat es schon so manchen Radfahrer vom Radweg abgebracht. Da reichen auch drei Kilo Hund.

        Dennoch bin ich kein Freund der ausufernden Bürokratie! Genauso wie ich als Raucher mein Refugium haben möchte, gönne ich den Hundehaltern möglichst große Freiheit.

  4. Bernd Schulte said

    Wer sich vom pipsigen Gekläff eines Kleinhundes wie Yorkshire, Malteser, Zwergpinscher und ähnlichen aus der Fahrspur bringen lässt, dürfte auch den anderen, viel größeren Verkehrsgefährdungen nicht gewachsen sein. Ich bin auch schon mal „fürchterlich erschrocken“, als eine Katze unmittelbar vor mir den Radweg kreuzte. Ganz sicher war die nicht „Wesensgeprüft“ und auch nicht gechipt.

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