Zuflucht

13. Juni 2013

„Das Amtsgericht Nienburg spricht eine Frau frei, die mit gefälschten Papieren in Deutschland Zuflucht gefunden hat. Sie habe keine Alternative gehabt.

Rechtsverstöße können legitim sein, wenn ein Notstand vorliegt. Zu dieser Auffassung ist das Amtsgericht Nienburg in Niedersachsen gekommen, das eine Afghanin freigesprochen hat, die mit gefälschten Papieren als Flüchtling in Deutschland eingereist ist. „Kann sich der Täter – wie hier gegeben – keine echten Papiere beschaffen, so verbleibt ihm nur die Einreise mit gefälschten Papieren“, sagte Amtsrichter Philipp Förtsch in seinem Urteil.

In dem Fall ging es um eine junge Afghanin. Sie lebte mit ihrem Ehemann in Kabul, der als Dolmetscher für die US-Streitkräfte tätig war. Als 2011 die Truppen des nordatlantischen Bündnisses abgezogen wurden, befürchteten die Eheleute Repressalien. Sie hatten Angst um ihr Leben und das Leben ihrer Kinder…. „[weiter bei der taz]

Ein taz-Beitrag von KAI VON APPEN

Abifestival2013Mein zweiter abendlicher Pflichttermin am heutigen Donnerstag ist natürlich der „Tag der offenen Tür“  auf dem Platz des Abifestival 2013, das damit heute auf dem Gelände des alten AKW an der Schüttorfer Straße beginnt – für alle, die wissen wollen, wie das Abifestival organisiert wird, was es Neues gibt und ob man wenigstens hier -im direkten Einflussbereich bisweilen nicht ausgelastet wirkender Behördentechnokraten und (natürlich trotz Elbe- und Donauhochwasser wieder da in diesem Jahr!) Bundespolizeihubschrauberpiloten sowie im Gegensatz zu allen lokalen Schützenfesten- auch lebensmittelechte Wasserschläuche und ordentliche WCs findet. Von 19 bis 23 Uhr wird für Interessierte alles Wissenswertes im Veranstaltungsbereich erklärt, es gibt exklusive Einblicke im Backstage, also den Bereich, den die Älteren meiner Leser noch als „hinter der Bühne“ kennen.

Unpünktlich um ca. 19 Uhr trifft sich am Platz übrigens auch die Lingener Twitter-Gemeinde unter dem Hashtag-Motto #twitlin-IV. Die Twitter-Protagonisten @bernhart84 und @hederlig nehmen die örtlichen Twitterer dort in Empfang. Angekündigt ist auch eine Erfahrungsaufnahme mit realen Medien: „@glomse hat angedroht, sein Mikro mitzubringen, weil er uns als Twitterer über das Abifestival für die @emsvechtewelle befragen möchte. Wer das nicht will, kann ihm ja den Schnabel zuhalten.“

Es gibt schon am Donnerstag genug zu trinken und zu essen, auch für Vegetarier, höre ich. Also bis später. Umsonst & draußen.

ps: Hier noch einmal alle Bands und ihre Auftrittszeiten (neudenglisch Timetable) beim Abifestival 2013

Freitag, 14. Juni 2013

16.30 – 17.00 Out of Practise
17.15 – 17.45 Big Balls Cowgirl
18.00 – 18.40 Käfer K
18.55 – 19.40 This Void
20.00 – 20.45 Razz
21.00 – 21.45 Gerard
22.10 – 23.20 Die Orsons
23.40 – 00.40 Abby
00.55 – 02.00 MC Fitti

Auf der Nebenbühne am Freitag, im Abifestival Partybereich, ab 02:00 dann das Abifestival DJ Team

Samstag, 15. Juni 2013

Am Samstag beginnt das Festival mit einem anständigen Frühschoppen Auf der Nebenbühne, mit dabei ist auch ein Überraschungsact!

13.00 – 13.30 Venus in Beton
13.45 – 14.15 Pavement Poetry
14.30 – 15.00 Enfeeble
15.15 – 15.45 Fools from Stack
16.05 – 16.50 Malleus
17.05 – 17.50 Trümmer
18.10 – 19.00 Supermutant
19.20 – 20.20 Hurricane Dean
20.45 – 21.45 The Skatoons
22.15 – 23.25 Laing
23.50 – 00.55 Kid Simius
01.10 – 02.00 Fuck Art, let’s Dance!

Als Abschluss des #AF13 dann am Samstag, im Abifestival Partybereich, ab 02:00 dann DJ JOKO (Qurt, Lingen)

ELSE: Hautnah

13. Juni 2013

ELSE: Hautnah

Lingen (Ems)  –  Burgtheater
Baccumer Straße
Samstag, 15. Juni 2013, 19.30 Uhr Premiere  (ca .40min)
(Weitere Vorstellung am 16. Juni 2013, 19.30 Uhr)

Eintritt: 6 Euro/ ermäßigt 3 Euro

Es spielen: Marielu Strehlow, Julia Windisch
Regie: Irina-Simona Barca
Co-Regie: Jana Oppermann
Betreuung Projekt: Nadine Giese

Dramaturgie/Kostüm/Bühnenbild: Irina-Simona Barca, Jana Oppermann
Licht& Technik: Joscha Gingold, Johanna Laurenzen
Plakatgestaltung: www.christianfreydank.de

ELSEHAUTNAH

Vier Studierende des Instituts für Theaterpädagogik der Hochschule Osnabrück am Standort Lingen machen sich in der neuen Burgtheater-Produktion auf zu einer Reise in die Welt des Unbewussten.

Basierend auf Arthur Schnitzlers Novelle Fräulein Else wird Elses Innenwelt seziert und hinterfragt. Wer ist Else? Wird sie noch weiterspielen wollen? Was für ein Spiel spielt sie? Und mit wem?

In dem Raum in dem es keine Logik und keinen Halt mehr gibt bleiben Fragen unbeantwortet. Ängste und Gelüste tauchen auf, schlafen wieder ein und lauern an jeder Ecke. Bildreich, bunt, wirr, lustig und düster zugleich. Diese Reise kommt der Realität näher, als man denkt.

Willst du wirklich nicht mehr weiterspielen, Else?

Gustl Mollath

13. Juni 2013

Kommentar  von Olaf Przybilla in der Süddeutschen

„Keine 24 Stunden nach dem Auftritt von Gustl Mollath vor dem Landtag erklärt die Strafvollstreckungskammer Bayreuth: Mollath bleibt weggesperrt. Nicht nur der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist verstörend – ihre Begründung wirkt schlicht skandalös.

Der Zeitpunkt ist verstörend. Keine 24 Stunden nach dem Auftritt von Gustl Mollath vor dem Landtag erklärt nun die Strafvollstreckungskammer Bayreuth: Mollath bleibt weggesperrt. Noch verstörender ist die Begründung. Der Psychiater, der für das letzte Gutachten verantwortlich zeichnet, aufgrund dessen Mollath in der Psychiatrie bleiben muss, dieser Gutachter fühle sich „extrem beeinträchtigt“ von den negativen Reaktionen auf seine Arbeit. Das Gericht hatte ihn..“

[mehr… ]  

Hans Lühn

13. Juni 2013

Heute gibt es in Lingen für mich zwei Pflichttermine, die ich abends gerne wahrnehme. Hier der erste. Die Ausstellung über den Lingener Architekten und Baumeister Hans Lühn (+1932), Konzipiert war sie zu Ehren seiner jüngsten Schwester, der erst vor wenigen Monaten verstorbenen Klara Begger. Sie wäre in diesem Sommer 100 Jahre alt geworden.
Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 13.6., um 19 Uhr lädt das Emslandmuseum Lingen (Ems) herzlich ein. Dabei stellt Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck Leben und Werk von Hans Lühn anhand von alten und neuen Bildern  vor.
Ganz Lingen trauerte im Februar 1932, als die vierfache Mutter Milly Lühn einer langen Krankheit erlag. Zwei Tage später erlitt ihr Ehemann, der bekannte Architekt Hans Lühn, einen Herzinfarkt. Die vier Waisenkinder fanden in der Verwandtschaft Aufnahme, das renommierte Baubüro musste die Tätigkeit einstellen. Diese dramatischen Ereignisse von 1932 bilden den Endpunkt einer Ausstellung, mit der das Emslandmuseum ab dem heute an Leben und Werk des Architekten Hans Lühn erinnert. Nachfahren der Eheleute Lühn aus ganz Deutschland werden am kommenden Donnerstag (13.6.) um 19 Uhr zur Eröffnung erwartet, die zum 100. Geburtstag von Klara Begger präsentiert werden sollte, der jüngsten Schwester Hans Lühns, die aber vor wenigen Monaten hochbetagt verstarb.
Zur Ausstellungseröffnung um 19 Uhr lädt das Emslandmuseum herzlich ein. Dabei wird Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck  Leben und Werk von Hans Lühn vor. Die Ausstellung stellt markante Bauten des Lingener Architekten in alten und neuen Fotografien gegenüber. Dokumente, Familienaufnahmen und persönliche Erinnerungsstücke vervollständigen das Bild.
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Hans Lühn stammte aus einer alteingesessenen Lingener Bauunternehmerfamilie. Nach einer handwerklichen Ausbildung besuchte er die Baugewerkschule in Münster und sammelte anschließend weitere Erfahrungen im elterlichen Baugeschäft. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg studierte er an den Technischen Hochschulen in Stuttgart und Darmstadt. Schließlich wurde er Schüler von Prof. Friedrich Ostendorf an der TU Karlsruhe, dessen Reformideen damals die Architektur in Deutschland maßgeblich beeinflussten. Die jungen Architekten, darunter auch Hans Lühn, wandten sich vom überladenen “Zuckerbäckerstil“ des Historismus ab und entwickelten einen schlichten, eleganten Baustil nach klassischem Vorbild. Doch zunächst verhinderten der Erste Weltkrieg und seine Folgen jede größere Bautätigkeit.
Anfang der 1920er Jahre schied Hans Lühn aus der väterliche Firma aus und eröffnete ein eigenes Architekturbüro. Bald entwarf der Lingener Baumeister zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser im Stil der Reformarchitektur, darunter die Bürgermeistervilla an der Wilhelmstraße, das Haus Nottbeck (Burgstraße) und die Villa des Böhmerhofes. Außerdem lieferte er die Pläne für verschiedenen Wohnsiedlungen im Strootgebiet. Mit dem Bau der Reichsbank (heute Emslandmuseum) lernte Lühn 1925 den neuen Stil des Backstein-Expressionismus kennen. Bald wurde er zu einem führenden Vertreter dieser norddeutschen Baurichtung, die wegen ihrer typischen Stilmerkmale auch „Klinkerstil“ oder „Zick-Zack-Stil“ genannt wurde. Viele Geschäftshäuser in der Lingener Innenstadt, Industrie- und Verwaltungsbauten, große und kleine Schulen, ja selbst Kirchen aus dem Entwurfsbüro von Hans Lühn zeigen diesen Baustil in immer neuen, ideenreichen Variationen. Lühn erhielt nun weit über Lingen hinaus wichtige Bauaufträge.
1931 erschien in einem Düsseldorfer Kunstverlag ein Bildband mit Aufnahmen und Zeichnungen  markanter Bauten Hans Lühns. Dieses Buch und die Aufzeichnung seiner jüngsten Schwester, der erst vor wenigen Monaten verstorbenen Klara Begger, bilden die Grundlagen der Ausstellung, denn aus dem 1932 geschlossen Baubüro Lühns sind nur wenige Unterlagen überliefert. Die aktuellen Aufnahmen der vielen erhaltenen Bauten Lühns hat der Lingener Fotograf Richard Heskamp wirkungsvoll in Szene gesetzt.