angesprochen

22. Mai 2013

Die allgemeine Hysterie feiert weiter fröhliche Urstände: Seit heute morgen informiert uns die Ems-Vechte-Welle über dieses dramatische Geschehen:

Kindergruppe von unbekannten Radfahrern angesprochen

22.05.2013 09:36 Uhr

Papenburg – Am Freitagabend wurde eine Kindergruppe von bislang unbekannten Radfahrer angesprochen. Gegen 19.00 Uhr sprachen die vier Radfahrer die Kinder am Buswartehäuschen Waldstraße/ EckeHeuweg an. Die Radfahrer waren offensichtlich angetrunken, die Kinder liefen daraufhin weg. Beschrieben werden die vier Unbekannten als dunkel gekleidet. Sie entfernten sich anschließend in unbekannte Richtung. Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können, werden gebeten sich zu melden.

Grundlage des ebenso flammenden wie sinnfreien Fahndungsappells ist eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Emsland-Grafschaft Bentheim. Seit ich durchs südliche Emsland fahrend die Meldung auf UKW 95,6 gehört habe, frage ich mich, ob da vielleicht einige Zeitgenossen zu heiß gebadet haben.

ZZum 50. Mal jährt sich heute das Attentat auf den griechischen Demokraten Grigóris Lambrákis (Γρηγόρης Λαμπράκης).

„Grigóris Lambrákis hatte am Abend des 22. Mai 1963 gerade eine Friedensveranstaltung in Thessaloniki verlassen, als sich ihm von hinten ein Kleintransporter näherte. In ihm saß, wie sich später herausstellen sollte, ein rechtsextremer Paramilitär. Der Fahrer steuerte das Fahrzeug, einen dreirädrigen Kleinlaster, der auch auf Bürgersteigen fahren konnte, direkt auf Lambrákis zu. Im gleichen Augenblick löste sich aus einer Horde rechter Gegendemonstranten, die in einigen Metern Entfernung nationalistische, antilinke Parolen skandierten, ein Mann, rannte auf Lambrákis zu, schlug ihm einen schweren Knüppel auf den Kopf und sprang dann auf die Pritsche des Kleinlasters, worauf dieser beschleunigt davonfuhr. Lambrákis lag blutüberströmt am Boden. Fünf Tage später, am 27. Mai 1963, starb der tapfere Friedenskämpfer auf der Intensivstation einer Klinik in Thessaloniki.“

„Kennen Sie den 1968 gedrehten und 1969 Oscar-preisgekrönten Film Z des griechisch-französischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras (*1933)? Er ist die recht werkgetreue Verfilmung des gleichnamigen Tatsachenromans von Vassílis Vassilikós aus dem Jahre 1966. Buch wie Film erzählen die reale Geschichte der Ermordung des … Grigóris Lambrákis im Mai 1963 in Thessaloniki und des Versuchs des jungen, aber unerschrockenen Ermittlungsrichters Chrístos Sartsetákis (er war von 1985-1990 griechischer Staatspräsident), die Hintergründe und Hintermänner dieses Mordes in der ‚hohen’, rechtsorientierten Politik aufzudecken. Der Film zeichnet an diesen Einzelschicksalen den Weg Griechenlands in die rechte Militärdiktatur von 1967-1974 nach.“

Danke an Egbert Scheunemann für seinen umfassenden Beitrag über Grigóris Lambrákis und den Film Z, aus dem ich hier zwei Passagen veröffentlichen durfte.

Kicker, Kult und Co.

22. Mai 2013

DJK_Siegerurkunde_1932Kicker, Kult und Co.

Osnabrück – Diözesanmuseum am Dom

Noch bis 03.11.2013 
jeweils dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr

„50 Jahre Bundesliga – doch was war zuvor? Dieser Frage nähert sich das Diözesanmuseum Osnabrück für das Gebiet des Bistums Osnabrück in der gestern eröffneten Ausstellung „Kicker, Kult und Co.„.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts gab es eine heute kaum mehr vorstellbare Vielfalt der Fußballanbieter: Neben dem DFB und seinen Gliederungen sowie der katholischen Deutschen Jugendkraft (DJK) waren dies das evangelische Eichenkreuz, die Arbeiter-Sportbewegung und die jüdischen Sportvereine. Eine Vielfalt, die mit der Gleichschaltung des Sports durch die Nationalsozialisten ein jähes Ende fand. Die Sonderausstellung beleuchtet diese facettenreiche weltanschaulich-religiös geprägte Fußballlandschaft mit besonderem Blick auf die DJK.

Die von der DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger unterstützte Ausstellung wurde am 7. Mai in Anwesenheit von Weihbischof Theodor Kettmann, dem Mannschaftskapitän des VfL Osnabrück Paul Thomik, und DFB-Ehren-Vizepräsident Karl Schmidt eröffnet. Der frühere Nationalspieler Schmidt, der zwischen 1955 und 1957 neun Mal unter Sepp Herberger für die Nationalmannschaft auflief, erinnerte an die großen Zeiten des VfL Osnabrück und seines damaligen Nationalspielers Hans Haferkamp. „Wer hat schon noch persönliche Erinnerungen an diese Zeit und weiß, wie der Fußball damals gespielt wurde, lange vor Bundesliga und Champions League?“, so Schmidt. „Die Fußballfans in Osnabrück und Umgebung können jetzt ihre Fußball- und Lokalgeschichte neu entdecken.“

Auch die frühe Geschichte des VfL Osnabrück und seiner vier Vorläufervereine ist Teil der Ausstellung. Daran mitgewirkt hat die Initiative VfL-Museum, die derzeit keine regelmäßig geöffneten Präsentationsräume, jedoch eine sehenswerte Sammlung zusammengetragen hat. Auch die Osnabrücker Fans haben mitgewirkt.

Übrigens: Heute vor 80 Jahren  wurde die Bremer Brücke eröffnet – das Fußballstadion in Osnabrück. Der erste Spatenstich war am 21. November 1931 erfolgt. Auf einem Wiesengelände an der Brücke der Eisenbahnlinie nach Bremen – ‚Bremer Brücke‘ – entstand in 18 Monaten ein Stadion mit 9.000 Stehplätzen. [mehr…]

[mehr…]

(Bild: © Diözesanmuseum. Die abgebildete Eintrittskarte stammt aus dem
Niedersächsischen Landesarchiv – Staatsarchiv Osnabrück)