Schönes Lingen 7

10. Mai 2013

Stromkasten

Nein, Ulrike, auch das ist nicht das, was Du vielleicht glaubst. Das ist eine versiffte Lingener Transformatorenstation an der nicht minder versifften Stadtgrabenpromenade.

16 Antworten zu “Schönes Lingen 7”

  1. ulrike said

    Richtig.
    DAS IST NICHT kUNST .
    Das haben Sie gut erkannt.

  2. Durchblick said

    Sie sind mir schon so 2 Künstler.
    Kunst ist das, was man selbst als Kunstwerk betrachtet.

    @Koop
    Langsam mutieren Sie zum Deichkoenig der Bildchen.

  3. Michael Sänger said

    Zu Durchblick: „Kunst ist das, was man selbst als Kunstwerk betrachtet.“ Das ist heute die gängige Beliebigkeitsinterpretation, mit der heute auch noch jedes so qualitativ fragwürdige Produkt zur Kunst erklärt wird.

    • Durchblick said

      Herr Sänger, ich denke einfach das es sich nicht festlegen läßt was genau Kunst ist. Einige Bilder meiner 3jährigen Tochter empfinde ich durchaus als Kunst und andere wiederum nicht.
      Einen 50 Jahre alten, zugewachsenen und verwitterten Bahnwagon empfinde ich als Kunst, andere sehen in ihm nur störenden Müll.

      Mir geht es auch weniger um diese bemalten Trafo´s als mehr um die Überlegung das Koop sein Kunstverständnis versucht auf andere zu übertragen. Das ist aber nicht möglich bzw. finde ich es Unmöglich.

      Übrigens würden sich so einige vom Jugenzentrum „Alter Schlachthof“ sehr freuen wenn sie sich an den Trafo´s mal ganz offiziell künstlerisch vergehen dürften und bei den Motiven wäre man sogar flexibel.

      Neukünstlerisch und neumodisch wäre dann das häkeln oder stricken eines Überstülpers, welches gerne von Studenten für Poller oder ähnliches getätigt wird.
      Womit ich dann hier auch gerne einen Aufruf an die Lingener Hochschule starten möchte.
      Rangelt ihr noch oder strickt ihr schon??

      • ulrike said

        Superidee , das mit dem Jugendzentrum.
        Soll doch mal wer den Stadtwerken vortragen.
        Aber bitte nix mit Stricken !!!!

      • Michael Sänger said

        Zu Durchblick – Ich will es mal ganz bescheiden formulieren: Ich weiß das selber so genau auch nicht, aber ich sehe, was im Bereich „Kunst“ so alles stattfindet und frage mich, wie kann ich das beurteilen? Es ist ja gar nichts dagegen zu sagen, wenn ihre 3jährige Tochter Bilder malt. Das ist für sie ein erster Versuch, in dieser Welt etwas zu gestalten und wenn sie dann noch Eltern hat, die das loben, dann kann ihrer Tochter gar nichts Besseres passieren. Ein verwitterten alten Bahnwaggon kann meiner Seelenlage entgegenkommen, wenn ich einen Hang zum „Morbiden“ habe. Ich bin von alten stillgelegten Fabrikanlagen auch immer fasziniert. Und wenn Jugendliche vom Alten Schlachthof diese tristgrauen Schaltkästen bemalen dürften, dann geht es ihnen ähnlich wie ihrer Tochter, sie haben ein Erfolgserlebnis und wenn das dann Behörden auch noch erlauben, dann kann den Jugendlichen gar nichts Besseres passieren, weil sie dann Akzeptation erfahren und nicht Ablehnung. Und wenn die Studentinnen der Fachhochschule eine Bank am Universitätsplatz zustricken, dann haben sie auch etwas von ihrer Seelenlage offenbart.

        ABER: Wenn wir diese vier Beispiele als Kunst bezeichnen, dann müssen wir darüber nachdenken, was das ist, was Menschen im Bereich der Bildenden Kunst, der Literatur oder Musik leisten, nachdem sie jahrelang studiert, geübt und schließlich auch noch Prüfungen abgelegt haben. Es ist doch ein Unterschied, ob ein Student Gitarre studiert und jahrelang geübt hat oder ob ein Jugendlicher aus großer Begeisterung heraus sich mit ein paar Akkorden zufrieden gibt. Das mag ihm Spass machen und ist in Ordnung, aber es ist nicht vergleichbar mit dem „studierten Gitarristen“. Und die verstrickte Bank (das konnte früher jede Oma) hat eine andere Qualität als ein Bild von z. Bsp. Caspar David Friedrich. Nur, das eine mit dem anderen begrifflich als Kunst zu vermengen, halte ich für falsch. Aber ich gebe auch zu, dass „professionelle Künstler“ mitunter über das Stricken auch nicht hinauskommen. Sie sehen also, ich weiß das selber nicht so genau.

        • Durchblick said

          Sehr schön formuliert,Herr Sänger.
          Wobei wir dann aber wieder bei „Kunst ist das, was man selbst als Kunstwerk betrachtet“ landen.
          Die Frage – Was ist Kunst? Kann im Allgemeinen also nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Jeder, der sich mit Kunst beschäftigt, muss dies für sich selbst beantworten. Kunst an sich hängt ja nicht immer nur mit Gemälden und Skulpturen zusammen. Auch Musik ist Kunst, und hier scheiden sich auch die Geister. Während die einen Beethovens Neunte als absolutes Kunstwerk bezeichnen ist für die anderen die neueste Heavy-Metal-Band wahre Kunst. Sicherlich spricht man in beiden Fällen von Künstlern jedoch ist die Betrachtungsweise eine völlig unterschiedliche.
          Kunst an sich ist also eine Definition des eigenen Geschmacks und der Art des Erkennens. Kunst hat ein nahezu unendliches Repertoire an Ausdrucksweisen und Darstellungsformen.
          Spätestens aber wenn wir einen anderen Menschen Kunst aufzwingen wollen, oder ihm vorschreiben wollen was Kunst ist und was nicht, ist die Kunst am sterben.
          Man könnte natürlich noch tiefer gehen und über die Interpassivität und die Frage ob ein Kunstwerk sich selbst betrachten kann diskutieren.
          Da wird dann aber selbst mir schwindelig.

          • B. Schulte said

            Was genau Kunst ist, kann offenbar niemand umfassend und zufriedenstellend beantworten. Auf jeden Fall betrachtet man Kunst als Kulturleistung. Was aber von einem Großteil der Menschen nur als Umweltverschmutzung erkannt wird, ist ja wohl keine Kulturleistung und demzufolge auch keine Kunst.
            Mit der Erklärung Herrn Sängers am Beispiel des „studierten Gitarristen“ tue ich mich auch schwer. Irgendwie erinnert das an die (un)sinnige Erklärung, der Begriff Kunst komme von „Können“. Kein Mensch würde aber einen noch so geschickten Handwerker als Künstler bezeichnen.

          • Michael Sänger said

            Zu B. Schulte: Warum ist der Satz „Kunst kommt von Können“ (un)sinnig? Wer gut Klavierspielen will, muss das können und damit wären wir wieder beim Handwerk. „Kein Mensch würde aber einen noch so geschickten Handwerker als Künstler bezeichnen“ – Also ein paar Menschen gibt es sicher, die das tun würden, wir sprechen doch auch gelegentlich von „Handwerkskunst“ (Orgelbau, Glockengieser, Kunstschmied) und wir sprechen auch noch öfter von „Kunsthandwerk“. Das Beherrschen von Notenlesen und Fingertechnik ist zunächst mal erlernbares Handwerk. Also das nur zu den Begrifflichkeiten, aber ich gebe zu, dass ich selber letzlich auch nicht weiß, was Kunst jetzt nun qualitativ ist oder nicht. Wir leben eben in einer Zeit der Normen- und Maßstabsverluste.

  4. küster said

    Moinsen,
    ick finde, det is Kunst!

  5. Deichkoenigin said

    Die Bildchen sind wahrlich eines Deichkönigs würdig – ich find sie super!

  6. Heidi said

    … eine sehr ergiebige Diskussion über das jeweilige Kunstverständnis 😉
    … vielleicht bin ich zu phanasielos, aber ich erkenne an den Bildern nur eins:
    den Hinweis darauf, wieviel kleine oder größere Schandflecke es in Lingen gibt,
    seien es nun unnötig große Werbeflächen oder Verschandelungen von Türen, Stromkästen und Sonstigem…
    ich fühle nicht, das Robert uns nun sein Kunstverständnis übermitteln, oder gar aufdrängen möchte…
    wie nennt er die Bilderserie? Schönes Lingen… er denkt aber vielleicht „schönes Lingen? “
    Nun denn… ein SCHÖNES Wochenende Euch allen !!!

    • küster said

      Hallo Heidi,

      ich gebe zu, das mein Beitrag weniger dem Anliegen von Robert gerecht wurde, sondern vielmehr der hier im Blog geführten Diskussion über „Kunst“! Dieser Begriff wird natürlich Robert`s Anliegen eben so wenig gerecht, wie die Frage was ist Kunst. Kunst ist jede Sandburg, die ein Kind auf einem sauberen Spielplatz in Lingen baut. Wenn es dazu ausreichende hygienische Verhältnisse auffindet. Kunst ist ein jeder Mensch. Denn er ist ja einmalig! Eigentlich ist die Geschichte eines Jeden ein Bestseller.

      Daher denke ich manchmal, das Koop´s Anliegen als solches nicht wirklich ernst genommen wird. Das mag eine Erklärung dafür sein, dass diese Bilder regelmäßig etwas belächelt werden. Wichtig sind sie dennoch!

      Heidi, ich teile auch Deine Interpretation und die Diktion von „schönes Lingen“. Was mir aber in dieser Diskussion immer wieder fehlt, ist der Blick über den Tellerrand der Innenstadt. „Unsere gute Stube“! (Ich kann auch die Aufregung über Krone nicht verstehen, aber das nur am Rande).

      Die Schweine sind nicht nur die Sprüher, Die, die der Meinung sind: „öffentliches Gut“? da schmieren wir doch mal irgendetwas dran. Das ist schlimm und gehört sicherlich in die Rubrik „Rauditum“! Aber Schweine sind auch die, die ihre Fahrzeuge an jeder sich bietenden Stelle abstellen. Die, die keine Rücksicht auf Behindertenparkplätze nehmen, obwohl diese ausdrücklich ausgewiesen sind. Auch ein weißes Schild soll dazu verleiten, einen Parkplatz für Gehbehinderte frei zu halten. Den Unterschied hat mir ein Student auf dem großen Parkplatz an der „Alten Rheiner Str.“ erklärt. „Wieso, das ist doch kein Behindertenparkplatz, sonst wäre das Schild blau!“

      Menschen, die vor dem Getränkemarkt bei Famila in Darme so vor der Eingangstür parken, dass eine alte Dame mit ihrem Mobil an dem Fahrzeug nicht mehr vorbeikommt. Autofahrer, die vor einem Fußgängerübergang parken, vor einem Fahrradständer, auf einem Behindertenparkplatz.

      Schmierereien an Stromkästen sind mit Chemikalien zu entfernen, aber wer erzählt den Leuten, dass ein Auto kein Mittel der Stärke ist.

      Heidi, ich habe mich jetzt etwas verloren in meinem Ärger. Was mir bei Robert einfach zu kurz kommt, ist der Tellerrand über die Innenstadt hinaus.

      Jeden Tag bin ich mit meinem Hund im Wald. Da gibt es den üblichen Abfall nahe der Friedensschule. Vor einem Jahr habe ich dem Umweltamt mitgeteilt, dass Gartenabfälle und noch dicker: heiße Rauchreste in den Wald gekippt werden. Dann schmeißt mal wieder jemand seine Abfall aus den Kaninchenställen in den Wald. Alles dem Umweltamt mitgeteilt! Nichts ist passiert! Doch, ein provisorisches Schild im Namen des OB.

      Fazit: Mir ist der Innenstadtbereich genau so wichtig wie R. Koop. Außerdem sehe ich das jeden Tag. Robert ist aber ein inzwischen bürgernaher. Das sollte an den großen Brücken nicht enden.

      • @küsters Kritik, mich in meinen Lingen-Beiträgen zu sehr uf das Stadtzentrum zu konzentrieren, ist berechtigt. Aber das ist mein gewählter Schwerpunkt und mehr kann ich zeitlich leider nicht leisten, von Ausnahmen abgesehen.

        • kib said

          Schlicht(!)weg entzückend argumentativ von “ meinem (im Nachhinein, wie IMMER topp aktuell :)) gewählten Schwerpunkt“ zu schwadronieren und damit ein akutes Argument beiseite zu schieben.

          Da muss man erst einmal drauf kommen, Chapeau!

          • kib said

            Aktuelles Argumentmeint (=)Eindimensionale Betrachtung
            daraus folgt (->ein ) „koop´scher Schwerpunkt“…

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