Amtshandlung

20. April 2013

„Im Grunde ging es bei dem Konflikt darum, dass Asya beim Kauf des Tickets auf der Website des Reiseveranstalters ltur.com ihren russischen Reisepass als Identifikationskarte angegeben hatte. Erlaubt wäre aber nur der deutsche Personalausweis gewesen.“ [mehr…]

Dieses gepixelte Unrecht der handelnden Bahn- und Polizeibediensteten, von denen einer in der Anonymität seiner Uniform dem SPIEGEL-Redakteur Sven Becker droht: „Sie wissen, dass Sie eine Amtshandlung stören!“, während er selbst als Amtsträger rechtswidrig den Journalisten nötigt, lässt mich den Kopf schütteln. Gegen solche Amtsträger ermitteln unsere Staatsanwaltschaften (in diesem Fall die in Halle (Sachsen-Anhalt)) grundsätzlich nicht. Auch gegen die Zugführerin nicht.

Ganz ehrlich?! Eigentlich gehören solche Bediensteten rausgeworfen. Entpixeln wäre da doch noch das geringere Übel.

14 Antworten zu “Amtshandlung”

  1. Durchblick said

    Lieber Herr Koop,

    ich verstehe ihre ständigen Anspielungen auf rassistische Handlungen, hier im Blog, nicht mehr und kann sie auch nicht teilen.

    Auszug der l´tur Seite (gilt übrigens auch bei jedem Onlinekauf auf der HP der DB):

    Identifikation für das Online-Ticket

    „Ich bestätige, dass die hier angegebene Identifizierungskarte (BahnCard, Kreditkarte, ec-Karte (Maestro) oder Personalausweis) gültig und die persönliche Identifizierungskarte des Reisenden ist. Dem Reisenden ist bekannt, dass diese zusammen mit dem Online-Ticket im Zug bei der Kontrolle vorzuzeigen ist. Das Online-Ticket ist nicht übertragbar und gilt nur für den hier angegebenen Reisenden persönlich (ggf. mit Mitfahrern). “

    Wer dieses nicht kann gilt als Schwarzfahrer! Egal ob deutsch, rissisch oder serbokratisch. Auch im Stadtbus verlassen Kontrolleure an der nächsten Station sofort mit Schwarzfahren den Bus, um die Personalien zu klären und machen keine Weltreisen mit denen. Ebenso ist wohl auch verständlich, dass die Bahnbediestete die Echtheit eines russischen Passes nicht feststellen können und die Bahnpolizei zur Hilfe rufen.
    Das können Sie als Autofahrer mit Popoheizung aber natürlich nicht wissen.

    Was den osteuropäischen Exibitionisten betrifft:
    Hätte er dabei ein Liedchen geträllert hätte man ihn vielleicht sogar als Bayer oder Sachse betitelt. Hier geht es um einen schnellen Fahndungserfolg und nicht um Rassismus oder ähnliches.

    Daher teile ich ihre Vorliebe, deutschen Beamten etwas zu unterstellen, absolut nicht und es bleibt mir unverständlich.

    • Job said

      @Durchblick
      Danke für Ihren Kommentar. Für mich der Kommentar des Monats.

    • Ja klar, der schnelle Fahndungserfolg. Da kann man den persönlichen Rassismus mal ein bisschen nutzen.
      Aber ganz im Ernst:
      In diesem Posting ist von Rassismus nicht die Rede (nur in Ihrer Antwort). Auch in den netterweise zitierten Bahnbedingungen ist nicht die Rede von einem deutschen Perso, sondern nur von einem Perso bzw einer Identifizierungskarte. Die hatte die junge Dame ebenso wie ein gültiges Ticket. Das sagt inzwischen selbst die Deutsche Bahn AG.
      Also gestatten Sie mir eine Frage: Sind Sie bei der Bahn tätig?

      • Durchblick said

        Nein, ich bin nicht bei der Bahn tätig und ach kein Beamter.
        Das dieses Posting nix mit Rassismus zu tun haben soll verwundert mich erneut. Ihr Link von YouTube trägt doch eine klare Überschrift “ Deutsche Polizisten / Gewalt und Rassismus“.
        Damit Sie sich weitere Offenbarungen der schlechten Recherche ersparen hier nochmal ganz deutlich:

        Unter „Land*“ ist ist über l´tur nur Deutschland wählbar.
        Die gute Frau muß hier also falsche Angaben gemacht haben und wird sich somit nicht ohne Grund so aufgeführt haben.

        Im Übrigen bleibe ich dabei: Wäre es einem deutschen Fahrgast passiert, der sich nicht legimitieren konnte, wäre es nicht hier im Blog gelandet (gilt auch für einige andere Posting´s hier).

        Daher gestsatten Sie mir bitte auch eine Frage: Spielen Sie vielleicht mit den Gedanken ihren Fachanwalt für Ausländerrecht zu machen?

        • Mein Beitrag hat nichts mit Rassismus zu tun sondern mit Fremdenfeindlichkeit, Kundenmobbing und Behördenwillkür. Es trifft allerdings zu, dass das eingebettete Youtube-Video in der Überschrift den Begriff Rassismus verwendet. Ob es dafür einen Anlass gab, kann ich nicht sagen. Die DB-Kundin ist gepixelt. Für mich ging es um Willkür.

          Wenn sich die DB-Kundin geirrt haben sollte, als sie bei der Buchung unter „Person“ zwecks Identifikation ihr russisches Ausweispapier angab, dann gab dieser Irrtum noch lange keinen Grund, sie mit Hilfe von Polizisten gewaltsam aus dem Zug zu werfen. So schreibt es die Deutsche Bahn in ihrer eigenen Stellungnahme.

          Ansonsten pflichte ich Küster bei und halte seinen Türkei-Vergleich für überzeugend.

          Die trollartige Debatte über Postings etc habe ich gelöscht. [Don’t feed the Troll!]

  2. Bernd Koop said

    Wegen einer solchen bürokratischen Lappalie, die sogar laut Bahn hätte kurzfristig aufgelöst werden können, einen zahlenden Fahrgast eine Station vor dem Ziel aus dem Zug zu werfen, finde ich affig.

    Dass es darüber hinaus ziemlich gravierende Unterschiede zwischen den Schilderungen der Bahn und der des Journalisten gibt, spricht für sich. Es ist eine Frechheit, dass man anscheinend mit ausländischen Papieren keine Angebotstickets nutzen können soll!

    PM der Bahn: http://bit.ly/15eQxZR
    Darstellung beim SPIEGEL: http://bit.ly/ZwJS9E

    • Durchblick said

      „Affig“, ja dabin ich bei ihnen.
      Hätte vermieden werden können aber eben von beiden Seiten.

      • küster said

        Ich würde gerne -ohne den genauen Sachverhalt zu kennen- wissen, welchen Kommentar Sie hier einbringen würden, wenn Sie in der Türkei wegen Ihres Passes aus der Dolmusch (oder so ähnlich) geworfen würden, selbst wenn Sie ihren Obolus geleistet hätten. Gnade dem Reiseveranstalter in Deutschland und der Reiserücktrittsversicherung.

        • Durchblick said

          Gerne doch. Wenn ich die geforderte türkische Identifikationskarte nicht besitze würde ich kein Ticket online kaufen sondern am Schalter oder Automaten.
          Wie würden Sie denn beim nächsten Besuch eines Hannes Wader Konzerts reagieren wenn beim Einlass sowohl das gekaufte Ticket als auch der Perso vorzulegen ist und Sie diesen aber auf den Küchentisch vergessen haben?

  3. BN_Riße said

    Noch nie habe ich in diesem Blog solch unsäglich dämliche Kommentare gelesen wie heute. Pfui!

    Wer das Video gesehen hat und den Inhalt in Ordnung findet, sollte seine Einstellung zum Rechtsstaat aber mal dringend und gründlich überdenken. Eine Druckversion des Grundgesetzes hätte ich da.

    Noch mal zum Nachsehen: Auf den Jacken der Agierenden steht nicht „Bahn“, sondern „POLIZEI“! Dein Freund und Helfer, wie ich meinen Kleinen gerade beibringe.

    Sollte ich das revidieren? Oder sie mehr über Gewaltenteilung und die Rolle einer freien Presse informieren?

    • ulrike said

      Herr Riße, nur mal so nebenbei :auf den Jacken der Bundespolizei im Einsatz muß „POLIZEI “ stehen. Auf keinen Fall „Gartenbau “ oder ähnliches , das können Sie den lieben Kleinen getrost beibringen.
      Und bringen Sie denselben auch gleich noch bei :
      Wer schreit und kreischt hat nicht automatisch Recht. :

  4. Aufpasser said

    Immer häufiger schäme ich mich Deutscher zu sein. Das bezieht sich auf die seltsamen Kommentare hier und erst recht auf die Handlung der Polizisten in diesem Film. Warum wird der Filmende am Filmen gehindert? Die Tätigkeit unserer Ordnungskräfte haben in der Öffendlichkeit transparent zu sein, für jeden Bürger einzusehen. Oder sollte dort etwas ungerechtes vertuscht werden? Gäbe es bei Teresa Z. ein Filmdokument, gäbe es dort keinerlei Ungereimtheiten.
    @BN_Riße: Erzieh dein Kind zum Demokraten und mach es wehrhaft gegen unkontrollierte Staatsgewalt.

  5. Daddeldu said

    @Aufpasser: Kommentar des Tages aus meiner Sicht. Und @Ulrike: …wenn Sie sich doch nur zurückhalten könnten, dann….ach was solls, dann hätte ich mich nicht dem „Pfui“ von Risse anschließen müssen!

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