Schnur- und Blasenbäume

12. April 2013

früchte des SchnurbaumsWie man mit  Platanen nicht umgehen sollte, wissen Lingener seit fünf Jahren, sofern sie außerhalb des Rathauses aktiv sind. Die anderen haben’s wieder vergessen und planen sinnfrei das nächste Abholzen von fünf Platanen auf der Sparkassenterrasse am Markt. Auch wenn  in unserem Städtchen just wieder ein akuter Kreissägen-Rückfall auf dem Markt droht, brauchen solche dendrologischen Kahlschläge in Meppen offenbar ein paar Jahre mehr. Dort  erleben die Einwohner gerade dasselbe wie wir 2008 in Lingen. Sie verfolgen staunend bis empört, wie die Technokraten agieren. Dann nämlich fallen starke Platanen und es werden giftige Schnur- oder Blasenbäumchen aus Ostasien gepflanzt. Dazu wusste gestern der NDR zu berichten:

„Es lässt sich wahrlich darüber streiten, wann ein Baum gefällt werden muss. In den allermeisten Fällen kann man es so oder auch so sehen. In Meppen waren Stadtplaner der Meinung, dass die alten Bäume in der Innenstadt reif für die Früchte des BlasenbaumsKettensäge waren. Der willkommene Anlass für das Fällen der Platanen war die Umgestaltung der Fußgängerzone. Dass es anschließend massiven Protest aus der Bevölkerung gab, damit hatte die Verwaltung aber nicht gerechnet. Kundgebungen und die Gründung einer Bürgerinitiative waren die Folgen. Nun wollte die Stadt alles besser machen….“

[weiter beim NDR]

Ach ja: In Meppen will man nun doch im letzten Augenblick auf die geplanten, giftigen Schnur- und Blasenbäume aus Fernost (Stückpreis 500,- Euro) verzichten. Die Meppener Tagespost weiß über die geänderten Pflanzpläne:

„Statt der Blasenbäume werden nun Blumeneschen angepflanzt. Die Stadt entfernt die vier bereits gesetzten Blasenbäume in Höhe der Ladenlokale Müller und Vögele.“

An anderer Stelle im Meppener Zentrum werden übrigens nordamerikanische Sumpfeichen eingesetzt. Irgendwie waren wir vor 30 Jahren hierzulande schon deutlich weiter, als beispielsweise im Lingener Rat beschlossen wurde, nur einheimische Bäume zu pflanzen.

(Fotos: oben Früchte des Schnurbaumes CC ; unten Früchte des Blasenbaums CC Wouter Hagens)

2 Antworten zu “Schnur- und Blasenbäume”

  1. ulrike said

    Die Sparkassenterasse war von Beginn an eine sinnfreie Einrichtung und ist zur Zeit mit einem Holperpflaster nur unter Gefahr für Leib und Leben zu begehen.Wenn es denn einen Grund gäbe , solches zu tun.
    Den dort beheimateten Platanen wurde nie eine fachgerechte Pflege und Schnitt gegönnt , und so schauts halt nach Jahren auch aus. Da sie auf dem Deckel der Tiefgarage stehen , brauchen sie aber eine erhebliche Substrathöhe , um überleben zu können.
    Klartext : entweder sie werden bei der Neugestaltung des Marktplatzes gefällt oder sie erhalten einen großzügig bemessenen Planztrog gemauert.
    Ob nun wirklich eine totale Erneuerung des Marktplatzes nötig ist , kann man divers diskutieren.
    In Erinnerung ist mir noch die Affaire um den sogenannten Magnolienhain .Eine Glanztat ! Und nicht zu vergessen : die tollen Blechgefäße mit den Felsenbirnen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.