Lingenfoto 7

3. Februar 2013

ELArena

Lingen (Ems) Emslandarena Rohbau
(©milanpaul via flickr)

Wolgograder Philharmonie

3. Februar 2013

Bildschirmfoto 2013-02-03 um 12.34.34Anlässlich des Endes der Schlacht von Stalingrad vor 70 Jahren tritt das Osnabrücker Symphonieorchester als erstes deutsches Orchester nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad auf. Die Wolgograder Gebietsphilharmonie veranstaltet zum Gedenken an die Opfer von Stalingrad mit Unterstützung des regionalen Kulturministeriums und des Goethe-Instituts vom 27. Januar bis 3. Februar 2013 ein großes Musikfestival, in dessen Rahmen die Osnabrücker Symphoniker drei Konzerte geben. Das heutige Konzert wird ab 20.03 Uhr von DRadio Kultur (auch online) übertragen.

Der Kampf um Stalingrad währte vom 23. August 1942 bis 2. Februar 1943 und war eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Bis heute kann die genaue Anzahl der Opfer nicht genau beziffert werden. Nach Angaben des Deutschen Historischen Instituts gehen russische Historiker von etwa 480.000 gefallenen Rotarmisten aus. Auf deutscher Seite kamen rund 295.000 Wehrmachtssoldaten in Stalingrad und in der Kriegsgefangenschaft ums Leben. Hinzu kommen unzählige Opfer unter der zivilen Bevölkerung, nicht zu vergessen die getöteten Soldaten der rumänischen, ungarischen, kroatischen und italienischen Verbündeten der deutschen Naziarmee.

Die Wolgograder Gebietsphilharmonie hat das Symphonieorchester aus der Friedensstadt Osnabrück zu seinem einwöchigen Musikfestival eingeladen, dessen Höhepunkt und Abschluss ein gemeinsames Gedenkkonzert mit den Wolgograder Symphonikern sein wird. Auf dem Konzertprogramm steht neben Beethovens 9. Sinfonie mit der „Ode an die Freude“ und der von den Osnabrücker Symphonikern bei Elena Firsowa in Auftrag gegebenen Komposition „Erwartung“ eine symphonische Arie des sowjetischen Komponisten Gawriil Popow aus dem Jahr 1945. Begleitet werden die beiden Orchester von der Wolgograder Chorkapelle, dem Knabenchor und dem Studentenchor des Wolgograder Instituts für Kunst und Kultur sowie dem Staatlichen Chor der Republik Kalmückien.

Das gemeinsame Konzert der Osnabrücker und Wolgograder Orchester ist eine zentrale Veranstaltung des Deutschlandjahrs in Russland 2012/13. Von Juni 2012 bis Juni 2013 präsentiert sich die Bundesrepublik unter dem Motto „Deutschland und Russland: gemeinsam die Zukunft gestalten“ russlandweit mit einem breiten Spektrum von Projekten, die Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Wissenschaft gleichermaßen integrieren.
Goethe-Institut
Deutschlandjahr in Russland

Wolgograder Philharmonie
Heute, 20.03 Uhr auf DRadio Kultur (Aufzeichnung vom Nachmittag)

Elena Firsova
„Erwartung“ op. 126
(Auftragswerk/Uraufführung)

Gawriil Popov
Sinfonische Aria für Violoncello und Streicher

ca. 21:00 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit Schlusschor über Schillers Ode „An die Freude“

Evgeny Rumyantsew, Violoncello
Lina Liu, Sopran
Almerija Delic, Alt
Sergej Grankwist, Tenor
Michael Kansanzew, Bariton
Chor der Republik Kalmückien
Philharmonischer Chor Wolgograd
Knabenchor Wolgograd
Akademische Philharmoniker Wolgograd
Osnabrücker Symphoniker
Leitung: Edward Serow und Andreas Hotz

(Foto: Leichenberge in Stalingrad 1943. Quelle Text)

Inhaber der Genehmigung

3. Februar 2013

images-2„Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat einem Eilantrag des Naturschutzbundes Niedersachsen (NABU) gegen die Vollziehung einer Genehmigung für einen Hähnchenmaststall in Wippingen im Landkreis Emsland stattgegeben. Der Eilbeschluss des VG Osnabrück bedeutet, dass bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens die Baugenehmigung nicht vollzogen werden darf. Da der Stall bereits zu einem erheblichen Teil errichtet ist, bedeutet dies, dass die Bauarbeiten nicht weitergehen und insbesondere keine Tiere eingestallt werden dürfen.

Zur Begründung führt das Gericht an, dass die Frage, ob die Genehmigung im Ergebnis rechtmäßig oder rechtswidrig ist, nur unter Einholung von Sachverständigengutachten beantworten werden könne. Dies sei aber Gegenstand des Hauptsacheverfahrens, und der Ausgang des Hauptsacheverfahrens sei offen. Wegen des offenen Ausgangs des Hauptsacheverfahrens ordnet das Gericht die Nichtvollziehbarkeit der Genehmigung an, da anderenfalls Beeinträchtigungen gewichtiger Gemeinwohlbelange des Umweltschutzes drohen.

Der NABU hatte in dem Verfahren vorgetragen, dass es durch die von der Anlage ausgehenden Stickstoffemissionen zu Beeinträchtigungen eines nahe gelegenen Waldes, geschützter Baumreihen und einer auf der Roten Liste stehenden Pflanzenart kommen werde. Der NABU hatte außerdem geäußert, dass es auch zur Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung in der Umgebung komme, da aus der Anlage Bioaerosole emittiert werden, die zu schwerwiegenden Gesundheitsbeeinträchtigungen führen können.

Der Landkreis Emsland sowie der Inhaber der Genehmigung haben nun die Möglichkeit, gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück in die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Niedersachsen in Lüneburg zu gehen. Das Oberverwaltungsgericht wird dann in zweiter und letzter Instanz entscheiden, ob die Genehmigung bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens ausgenutzt werden darf oder der Bau bis dahin ruhen muss.

Über die endgültige Genehmigungsfähigkeit der Anlage wird dann im sog. Hauptsacheverfahren entschieden. Dieses Verfahren dauert erfahrungsgemäß in der ersten Instanz ein bis zwei Jahre, in einer möglichen zweiten Instanz oftmals ein Jahr, so dass mit einer endgültigen Entscheidung voraussichtlich erst innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren zu rechnen ist.“ (Pressemitteilung Nabu)

1169/2011

3. Februar 2013

Zu den Autoren, die nicht nur ich besonders schätze, zählt ZEIT- und Tagesspiegel-Kolumnist Harald Martenstein. Im neuen ZEIT MAGAZIN informiert er über dies:

„Am 13.12.2014 werden in der EU Beipackzettel für Torten eingeführt, EU-Richtlinie 1169/2011.

Beipackzettel für Torten? Wie gesagt, ich werde langsam zum Europagegner. Ich finde die europäische Einigung toll, ich träume auf Europäisch. Ich habe nicht einmal etwas dagegen, dass die Griechen Geld bekommen. Aber ich will nicht von so einer Monsterbürokratie regiert werden. Beipackzettel für Torten sind für mich eine Art Kriegserklärung an den gesunden Menschenverstand.

Bisher war es so: Wenn ein Mensch gegen, sagen wir, geröstete Haselnüsse allergisch war, dann ist dieser Mensch, wenn er Lust auf Torte verspürte, in eine Konditorei gegangen. Der Mensch hat sich eine schöne Torte ausgesucht. Dann hat er dem Konditor oder der Konditorin die folgende, hier im Originalwortlaut wiedergegebene Frage gestellt: »Sind da geröstete Haselnüsse drin?«

Es konnte natürlich im Extremfall passieren, dass im Laden eine Verkäuferperson stand, die nicht Bescheid wusste. Und dann? Was ist dann passiert, in dieser europäischen Krisensituation? Die Verkäuferperson sagte: »Ich weiß nicht, ob da Nüsse drin sind. Aber in der gedeckten Apfeltorte sind garantiert keine, und die schmeckt superlecker, die kann ich empfehlen.«

Dieses Verfahren hat jahrhundertelang bestens funktioniert. Europas Völker haben oft Kriege gegeneinander geführt, aber mit ihren Torten sind sie wunderbar klargekommen.

Vom 13.12.2014 an muss…“

[weiter im ZEIT MAGAZIN]