Nolde

26. Januar 2013

Emil Nolde
Maler-Grafik und „Ungemalte Bilder“
Emden  –  Kunsthalle,
Hinter dem Rahmen 13

ab heute – 26.05.2013
Di – Fr 10- 17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr
Eintritt 8 €  (6 € erm. u. Gruppen)
Bis 15 Jahre frei

Der Name Emil Noldes ist eng mit der Kunsthalle in Emden verbunden. 35 Werke des norddeutschen Expressionisten hängen in der Sammlung. Die neue Ausstellung „Emil Nolde. Maler-Grafik und ungemalte Bilder“ zeigt ab dem 26. Januar Lithographien, Holzschnitte und Radierungen sowie Aquarelle aus der berühmten Serie der „ungemalten Bilder“ von Nolde.

Emil_Nolde_Der_Grosse_Vogel_webDie Ausstellung wird am Samstag, 26. Januar 2013, um 17 Uhr in der Kunsthalle eröffnet. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen. Es sprechen Eske Nannen, Geschäftsführerin, Professor Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, Dr. Frank Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor.

Der große Bestand  von Bildern des nordfriesischen Malers in der Emder Kunsthalle ist kein Zufall: Museumsstifter Henri Nannen ließ nie einen Zweifel daran, dass Emil Nolde für ihn einer der wohl faszinierendsten Künstler des Expressionismus war. So gab schon eine der ersten Ausstellungen der Kunsthalle im Jahr 1987 einen Überblick über das Werk Noldes. Die zweite Emder Ausstellung im Jahr 2006 konzentrierte sich auf das für Nolde charakteristische Motiv der Paare.

Bis heute stehen in der öffentlichen Wahrnehmung meist seine Gemälde und Aquarelle im Vordergrund. Daher zeigt diese Ausstellung mit rund 100 Lithographien, Holzschnitten und Radierungen, dass das grafische Werk von zumindest ebenbürtigem Rang ist und sich durch außergewöhnliche malerische Qualität auszeichnet. Um den engen Zusammenhang mit Noldes Malerei anschaulich zu machen, ergänzen rund 20 Aquarelle aus den “Ungemalten Bildern” die Präsentation. Diese historisch bedeutsame Serie schuf Nolde während der Zeit des ihm von den Nationalsozialisten auferlegten Malverbots. Die Aquarelle werden um eine Auswahl der von Henri Nannen gesammelten Nolde-Werke ergänzt.

Insgesamt umfasst das druckgrafische Werk Emil Noldes über 500 Radierungen, Holzschnitte und Lithografien. Es unterscheidet sich in seiner malerischen Wirkung mit weichen Linien und leuchtenden Farben deutlich von der eher grafisch geprägten, oft sogar schroffen Bildsprache seiner expressionistischen Zeitgenossen wie E.L. Kirchner. Mit unendlicher Lust am Experiment variierte Nolde die Druckversionen. 1913 schrieb er an den Verfasser seines Oeuvre-Verzeichnisses Gustav Schiefler: „Die neuen Lithographien lassen sich gar nicht katalogisieren. Immer und immer wieder habe ich Steine und Farben geändert, von morgens bis abends, acht Wochen lang.“

Emil_Nolde_Muehle_am_Wasser_webIn der Ausstellung fasziniert nicht allein Noldes virtuose Beherrschung der Drucktechniken, sondern auch die große Vielfalt seiner Themen. Ergänzend zu den in seiner Zeit typischen Motiven wie Akt, Porträt oder Landschaft widmet sich Emil Nolde insbesondere biblischen Themen in oft eigenwilligen Interpretationen. Ebenso gibt es phantastische, erzählerische Szenen, die dem Betrachter tiefgründige, nicht selten groteske Welten zeigen. So spiegeln die Grafiken wie auch die Ungemalten Bilder eindringlich die Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit des Künstlers. Seine Landschaften, besonders aber seine facettenreichen Menschenbilder, haben bis heute nichts von ihrer Intensität verloren. Sie stellen Emil Nolde als Schöpfer eines vielschichtigen, sich kraftvoll neben seiner Malerei behauptenden grafischen Werkes vor. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Nolde Stiftung in Seebüll.

(Quelle Kunsthalle Emden, Fotos: (c) Nolde Stiftung Seebüll)

2 Antworten to “Nolde”

  1. Josef Mudde van Duren said

    Ich bin, wie Herni Nannen, Nolde-Fan. Er hat sein erstes Nolde-Bild in den 30er Jahren erworben, noch als Student, für 200 Reichsmark! So viele Reichsmark habe ich noch von mein Opa, aber dafür will mir wohl niemand ein Bild verkaufen.

    Was vielleicht wenige wissen: Nannen war vor seiner journalistischen Tätigkeit Kunststudent in München. Zunächst schrieb er für eine Kunstzeitschrift. Daher kommt wohl seine Liebe zur Kunst und sein geschulter Blick für die Kunst allgemein. Seine Sichtweise auf moderne Kunst hat sich übrigens erstaunlich gut entwickelt. Als junger Mann sah er noch die moderne Malerei als Folge der jüdisch-bolschewistischen Kunstzersetzung und empfand sie als eine nicht hinnehmbare Überfremdung. „Zersetzende Einflüsse brachen bei uns ein und verzerrten das Gesicht unserer Kunst zur blöden Fratze“, meinte er einst.

    Nolde fühlte sich übrigens als ein deutscher Künstler. Seine Sympathien für die Nationalsozialisten verschwieg er als Mitglied der NSDAP nicht. Sein Malstil passte aber den Nazis gar nicht. Seine Bilder bekamen das „Gütesiegel“ Entartete Kunst; er bekam Malverbot. Das hat er nur mit Mühe verkraftet.

    Seine “Ungemalten Bilder” sind nun in Emden zu sehen. Ich denke, da muss man hinfahren, wenn man denn kann. Es gibt (zu) viele Kunstdrucke seiner Bilder, aber die Originale vor Ort zu sehen, das wird zu einem besonderen Erlebnis.
    Josef Mudde van Duren

  2. KcnpXcp said

    Die Bilder wirken durch ihre Stilisierung und Reduktion der Farben wie eine frühe Form der Comiczeichnung.

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