5 Fragen

16. Januar 2013

bastaf-logoDas „Aktionsbündnis Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nordwest hat jetzt in einer Presseerklärung auf seine „fünf Fragen zur umstrittenen Intensivmast und zum ökologischen Landbau “ hingewiesen. Zur niedersächsischen Landtagswahl am kommenden Sonntag hat das regionale Bündnis die Fragen Anfang Dezember 2012 den 16 Landtagskandidatinnen und -kandidaten der Wahlkreise 80 (Lingen), 81 (Meppen) und 82 (Papenburg) zugesandt. Die Antworten sind nun im Internet unter www.emsland-artgerecht.de/5fragen.html  zu finden und ermöglichen den Wählern einen raschen Vergleich zwischen den Parteien im Hinblick auf diesen Themenkreis.

Insgesamt sind dreizehn Antwortschreiben beim Aktionsbündnis eingegangen. Lediglich Andreas Kröger (SPD, Lingen), Andrea Kötter (SPD, Meppen) und Heinz Rolfes (CDU, Lingen) beteiligten sich nicht an der Befragung. Die Antworten der drei FDP-Kandidaten sind im Wortlaut fast identisch.

Bei den Antworten zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Parteien. Beispielsweise bei der Frage „Auf welche Maßnahmen zur wirksamen Verringerung des Antibiotika-Einsatzes in der Massentierhaltung werden Sie als Mitglied des Landtags drängen?“ sehen die Kandidaten von CDU, FDP, SPD und Piraten vor allem Minimierungskonzepte beim Antibiotika-Einsatz als Lösung an, während Grüne und Linke der Meinung sind, dass zudem grundsätzlich eine Verringerung der Tierbestände erforderlich ist.

Zur Besserung des Tierschutzes sehen sich die Kandidaten von CDU und FDP mit dem „Tierschutzplan“ des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums auf einem guten Weg. Die Kandidaten der übrigen Parteien fordern hier sehr viel weitreichendere Maßnahmen und die Einführung des Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzorganisationen. Dieses Klagerecht lehnen CDU und FDP ab.

Die Übersicht über Fragen und Antworten zur Massentierhaltung ist für Wählerinnen und Wähler durchaus eine Hilfe bei ihrer Wahlentscheidung. Und ich frage mich gerade, ob jemand weiß, weshalb der bienenfleißige Andreas Kröger (SPD) nicht geantwortet hat.

5 Antworten to “5 Fragen”

  1. ulrike said

    Zum Thema im online SPIEGELvon heute , 17. Januar :
    Zahl der TIERFABRIKEN in Deutschland steigt .
    Noch nicht gewußt : Holländer verlegen ihre Mastställe auf die andere Seite der Grenze , nach Kassieren einer Prämie zum Maststellen-Abbau !

  2. B. Schulte said

    Mein laienhafter juristischer Verstand hat irgendwie Probleme mit dem Tierschutzgesetz.
    In der Präambel dieses Gesetzes heiß es in § 1: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen.“ Und in § 2 heißt es:

    1. Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen
    2. darf die Möglichkeiten des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden
    3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

    Diese hehren Grundsätze gelten aber offensichtlich nur für „Kuscheltiere“ wie Hunde, Katzen oder Goldhamster, evtl. noch für Zoo- oder Zirkustiere, keinesfalls aber für die so genannten Nutztiere der „Veredelungswirtschaft“. Für diese gibt es eine besondere Zusatzverordnung (TierSchNutzV) die entweder von Menschen stammt, die Tiere nur als Schnitzel oder Chickenwing kennen, oder sie wurde dem Gesetzgeber von der Fleisch- und Agrarlobby in die Feder diktiert. Die Verordnung steht in eklatantem Gegensatz zu den einleitenden Paragraphen des Tierschutzgesetzes. Es ist der blanke Zynismus, wenn z.B. einem 50 kg schweren Schwein ein Lebensraum von 1/2 qm oder einem 110 kg Schwein ein Raum von 3/4 qm auf nakten Betonspaltenböden zugestanden wird und dies dann als artgerechte Unterbringung erkannt wird.Wie kann es sein, dass ein vom Parlament beschlossenes Gesetz von einer nachgeordneten Stelle per Zusatzverordnung gleich wieder außer Kraft gesetzt wird?

    Und was die Argumente hinsichtlich der zu erwartenden höheren Preise bei wirklich artgerechter Haltung angeht: Ich halte es für pervers, wenn ein kg Fleisch für € 2,99 und ein Kilo Brot für € 3,20 angeboten wird. Die eingesetzte Getreidemenge entspricht beim Brot ziemlich exakt dem Produktgewicht, beim Fleisch wird sie um ein mehrfaches darüber liegen.

  3. Job said

    Wie wir mit der Erde und ihren Geschöpfen umgehen und dabei jeder nur an sich denkt, ist bestürzend. Diese Ignoranz des Einzelnen, die Scheinheiligkeit der Gesellschaft regt mich schon lange auf. Es wird angeprangert, was anzuprangern geht. Und am nächsten Tag wird unter anderem das billige Fleisch gekauft. Bloß keine Einschränkungen, nur nicht auf irgendetwas verzichten. Und jeder denkt: Warum sollte ich auf fünf Mal Fleisch in der Woche verzichten, wo es doch so günstig ist? Warum sollte ich nicht mehr die 800 Meter zum Bäcker mit dem Auto fahren? Warum sollte ich aufhören, Kaffee, Kakao und andere Erzeugnisse zu kaufen, die von Kinderhand geerntet wurden? Warum sollte ich weniger Strom verbrauchen?
    Aber: Wenn jeder einmal darüber nachdenken würde, was er tagtäglich an der Natur, an unserer Erde für Verbrechen begeht und nur einen winzig kleinen Bruchteil davon abstellt, dann hätte unsere Erde und damit alles weitere eine reelle Chance – auch ohne Gesetze. Stattdessen wird weiter gemacht wie bisher. Der Produzent wird zumindest moralisch verurteilt und es wird nach dem Gesetzgeber geschrien. Ist ja viel einfacher, als sich seine eigene Schuld an dem Dilemma einzugestehen.

    • B. Schulte said

      Im Grundsatz ist dem zwar zuzustimmen, doch immer dann, wenn die Wörter „wenn“ und „hätte“ angewandt werden, handelt es sich fast immer um blauäugige Utopie.
      „Wenn“ Eva nicht den Apfel genascht hätte, lebten wir heute noch im Papadies. „Wenn“ Hitler nicht so viele Anhänger gehabt hätte, wäre der Welt unendliches Leid erspart geblieben. „Wenn“ das ursprünglich vom Parlament verabschiedete Tierschutzgesetz nicht durch Zusatzverordnungen nachgeordneter Stellen quasi umgehend zu Makulatur gemacht worde wäre, hätten wir all die Probleme mit der Massentierhaltung heute nicht.
      Der Gedanke, die globale Gesellschaft ohne Gesetze, nur durch Einsicht, zu bessern, ist bestenfalls für ein Märchen oder eine Fabel geeignet.

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