„Ich kann das nicht glauben! tul gee war immer der geilste von der GagGang!“

9. Januar 2013

RamizTulji2[Dieser Beitrag heute geht mir nahe. Aber er muss -zumal in Wahlkampfzeiten- geschrieben werden, gerade deshalb. Er handelt davon, wie Menschen in Behörden mit Menschen außerhalb von Behörden umgehen und warum Schreckliches passiert, wenn man Bürokraten machen lässt und es dafür Vorgaben aus Ministerien gibt.]

Vor einem Monat hat sich in Papenburg Ramiz Tulji, der sich selbst bisweilen und gern tul gee nannte, das Leben genommen. Besonders  furchtbar. Er erhängte sich auf einem Spielplatz seiner Heimatstadt. Ramiz wurde 22 Jahre alt.

Aufmerksam auf ihn und sein Schicksal wurde ich am Dienstag durch einen Anruf und dann seine Facebook-Gedenkseite. Der schreckliche Tod hat, sagte mir meine Gesprächspartnerin am Telefon, mit seinem Status zu tun. Status – so bezeichnet man es, weshalb ein Mensch ohne deutschen Pass hierzulande bleiben kann oder gehen muss. Ramiz hatte keinen deutschen Pass. Er sollte gehen, womöglich wegen irgendwelcher Jugendverfehlungen. Die Verantwortlichen des Landkreises Emsland wollten ihn abschieben.  Obwohl er hier aufgewachsen und somit eigentlich Deutscher war – wenn auch eben ohne Pass. Da hat sich ein verzweifelter Ramiz Tulji dann das Leben genommen.

Gestern Abend habe ich nach Spuren von Ramiz Tulji gesucht. Er war sehr kreativ,  der junge Mann, habe ich herausgefunden, und er hatte mit anderen zusammen als GagGang („German! Action! Guy!“ ) einen eigenen Youtube-Kanal mit unglaublichen 3.858 Abonnenten und 432.766 Abrufen innerhalb von 11 Monaten; den GagGang-„Channel“ bei Youtube gibt es seit dem 22. Januar 2012. Man findet dort  so erfrischende Beiträge wie diesen:

Nur wenige Tage vor seinem Tod veröffentlichte Ramiz Tulji unter seinem Künstlernamen tul gee dieses letzte Video und einer seiner Freunde schrieb dann nach seinem Tod darunter:

„Ich kann das nicht glauben, tul gee war immer der geilste von der GagGang“

Ramiz Tulji war ohne Eltern in unserem Land aufgewachsen, in einem Heim, wie ich hörte. Aber er war jung, fröhlich und voller Kraft, bisweilen vielleicht auch ein wenig leichtsinnig. Dann aber traf er auf die deutsche Bürokraten und wusste schließlich keinen Ausweg mehr. In der Lokalzeitung stand tags darauf diese Meldung:

Ein 22-jähriger Mann hat sich am Donnerstagmorgen auf einem Spielplatz in der Papenburger Dietrich-von-Velen-Straße das Leben genommen. Das bestätigte die Polizei auf Nachfrage unserer Zeitung. Passanten hatten den jungen Mann tot aufgefunden. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei sei Fremdverschulden als Todesursache auszuschließen, erklärte Polizeisprecher Achim van Remmerden.

Muss man nicht Zweifel an den Polizeiworten haben, dass jedes „Fremdverschulden als Todesursache auszuschließen ist“ in unserem Land, in dem beispielsweise selbst kleinste urheberrechtliche Fahrlässigkeiten mit großer perfektionistischer Wucht geahndet werden? Folgerichtig begann in der Online-Ausgabe der „Emszeitung“ eine teilweise wütende, erschütternde Diskussion, bis die „NOZ-Zentrale“  verkündete:

Liebe Kommentatoren,

wir haben uns entschlossen, die Kommentarfunktion unter diesem Artikel nachträglich zu schließen und alle bisher veröffentlichten Kommentare zu löschen. Bei diesem sensiblen Thema wollen wir vermeiden, dass Angehörige und Bekannte des Toten durch unangemessene, bewertende oder abschweifende Kommentare vor den Kopf gestoßen werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre noz.de-Redaktion, Meike Baars“

TuljiIch glaube nicht, dass die Angehörigen das Problem gewesen sind. Denn vor seinem Tod hat Ramiz Tulji diese letzten Zeilen geschrieben und er bat darin, sie  auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichen. Ramiz schrieb:

„Unser Leben ist sicher nicht gerecht. Menschen, die reich geboren werden, hätten es verdient, arm zu sein. Menschen, die arm geboren werden, hätten es verdient, reich zu sein.

Die Polizei ist ein Haufen Idioten, von denen nicht einer als Freund oder Helfer durchgeht. Falls ihr anderer Meinung seid, so erinnert euch an an eine Situation, in der ihr so empfunden habt.

Ich gebe niemanden die Schuld an meiner Entscheidung. Wieso sind wir nicht alle Menschen? Wieso teilen wir uns auf, grenzen uns ab. Egal ob im Großen z.B. mit Nationalitäten und der Hautfarbe oder im Kleinen, wo man den Nachbarort nicht leiden kann.

[Was] unterscheidet uns? Weil ich nicht die gleichen Rechte [habe] wie ein Mensch mit deutschem Pass? Was unterscheidet uns?‘ Weil ich nicht aus einer deutschen [Familie] komme? Das berechtigt die Welt, mich einzuschränken? Wieso gebt ihr meinen Brüdern nicht eine bessere Chance? „Liebe“ Ausländerbehörde oder, um einen direkt anzusprechen, Herr Markus.

Ich glaube nicht an was Göttliches. Das ist eine Erfindung der Menschen, um den Tod einen Sinn zu geben nicht dem Leben. Was erwartet ihr als das Leben. Man kann alles machen, was man will. Doch dann würde unsere Konsumgesellschaft nicht funktionieren. Wenn jeder Mensch das tun würde, was er will, würde das System zusammenbrechen.

Falls ich tot bin, dann nur weil alleine die Willenskraft ausgereicht hat, dass ich nicht mehr atme.

Zxxx, ich bitte dich darum, falls ich tot sein sollte, diesen Text zu kopieren und in meinem Facebook zu posten. Ich hatte vor, alle Namen der Personen aufzulisten, die mir wichtig sind, doch [ich] musste anfangen zu weinen. Nehmt es mir nicht übel.

Falls ich tot bin, Zxxx, nimm meine Bankkarte und heb‘ 300 Euro ab. Wie die Welt so ist, wirst du sicher die Beerdigung zahlen müssen. Alles was ich in dieser Wohnung habe, soll dir gehören. Ich hoffe, Melissa kümmert sich um dich – oh Mann. Es tut mir leid, ich bin am Weinen, wenn ich denke, dass ich dich zurücklasse mit all deinen Problemen. Wenn du mich tot siehst, glaub nicht, dass ich im Himmel bin oder so ein Schwachsinn. Ich bin in deinem Herzen. Ich hab all meine Passwörter für GAG etc. gespeichert. Falls ihr weitermachen wollt.

An alle Religionen sag ich nur noch: Ihr seid der größte Scheiß. Alle Bonzen: Ihr seid scheiße. Alle die Geld haben, aber niemanden helfen außer sich und ihrer Familie: Ihr seid scheiße.

An die Polizei, alle laufenden Verfahren gegen mich – ja sprecht mich ruhig schuldig, aber verpisst euch, meinen Bruder da reinzuziehen….“

RamizTulji3Der Abschiedsbrief macht betroffen. Als die beiden Brüder von Ramiz und Freundin Melissa ihn veröffentlichten,  begann binnen Minuten auf der Facebook-Gedenkseite eine Diskussion, die ich gern nachgelesen hätte. Doch seine Brüder und Melissa haben es dann wohl nicht ausgehalten, die Beiträge zu lesen, die da über Ramiz standen und schließlich alles gelöscht. Wie die Emszeitung.

Mich treibt einmal mehr diese Frage um:

Was ist das für ein Land, was sind das für Behörden und Beamte, was für Menschen, die einen 22-jährigen so traktieren, dass er keinen anderen Ausweg mehr weiß, als sich selbst zu töten? Nur weil er keinen deutschen Pass hat.

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert hierzulande.

(Fotos: © privat)

12 Antworten to “„Ich kann das nicht glauben! tul gee war immer der geilste von der GagGang!“”

  1. Bolle said

    Nun werde ich doch rückfällig;-) Der Beitrag macht mich u.a. hoffentlich sehr betroffen. Immer wieder werden in unserem Land die Menschenrechte verletzt. Menschen, die seit Jahren/zehnten hier bei uns leben, werden ausgegrenzt. Da wird z.B. ein Mensch mit Duldung als mehrfacher Straftäter bezeichnet, weil er die Landesgrenze bzw. den Landkreis verlassen hat. Sein Vergehen: Er wohnt z.B. in Schüttdorf und fährt nach Rheine zum Einkaufen (fiktives Bsp.,zum Personenschutz) Mit diesem Vergehen/Straftat hat er/sie jede Chance verloren, einen sicheren Aufenthaltstitel zu bekommen. Ich finde, so können wir nicht mit unseren Mitmenschen umgehen. Mein Mitgefühl gilt allen Angehörigen, Freunden etc. Ramiz‘, sowie allen, die ständig mit der Angst leben müssen, abgeschoben zu werden.
    Christ/Mensch sein und dementsprechend zu leben und zu handeln, sieht für mich anders aus.

  2. küster said

    Hallo Robert Koop,
    ich bin sehr berührt über Deinen Beitrag! Gleichzeitig danke ich dafür, dass es außer „Anwaltsein“ noch etwas anderes gibt. Leider ist das ja kein Einzelfall in unserer Menschen verachtenden Innenpolitik und daher gebe ich auch Bolle recht. In Menschenrechtsfragen sollten wir alle Anwälte sein. Ich erlaube mir aus einem Musiktext von mir zu zitieren:

    „Das Bekenntnis ein Mensch zu sein ist die Quelle all´ unserer Energieen, aus der wir grenzenlos Kraft schöpfen können!“

    Jörg Küster

  3. Heinz said

    Manche Leute wohnen nicht erst seit vielen Jahren, sondern schon immer hier – und werden trotzdem ausgegrenzt!
    Mit der Wohndauer hat das nichts zu tun!

  4. Herr Naiv said

    Schockierend!Fragwürdig finde ich zwar den Hinweis zum Wahlkampf am Anfang des Beitrags.
    Passend hier zu läuft grade in der ARD: Tod durch Abschiebung.

  5. kib said

    @ Bolle, es fällt einerseits schwer (macht es mir unmöglich) Deinen Beitrag zu lesen und andererseits akzeptieren zu müssen, dass die Stadt Lingen wirklich keine Handhabe gegen http://www.noz.de/lokales/68846798/npd-will-freitag-auf-dem-lingener-marktplatz- hat. Für mich sehr tröstlich keine Jurist zu sein.
    Vor allem aber finde ich es sehr beruhigend, dass unser Stadtrat in wesentlichen Dingen immer einer Meinung ist und hier wirklich jeder erkennt, dass die NPD rein gar nichts mit Politik zu tun hat!

  6. Tiger, T. said

    @ kib: Danke für die Information!
    Gewerkschaften, auch in der Grafschaft, rufen zur Gegendemonstration um 15.00 Uhr auf dem Lingener Marktplatz auf: http://www.stadtblatt-lingen.de/downloads/Laut_gegen_Nazis_flyerLIN.pdf

  7. Mippo said

    Alter‘ Fuk ! Er hat sich umgebracht mein Beileid hätte ih nicht gedacht Alter hater Shlag ich kann es niht fassen . Ist das ein Fake ? hoffe schon Aber…Aber…Aber er hat sih erhängt ? Ih weine fast

  8. Metus Tulji said

    Hallo Herr Robert Blogs,
    hier schreibt Ihnen der Vater von Ramiz.Erstmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken,das Sie sich der Geschichte meines Sohnes Ramiz angenommen haben.Auch ein großes Lob für den Kommentar den Sie unter der Geschichte verfasst haben.
    Ich wollte mich gerne noch äußern dazu,denn dadurch das ich Abgeschoben wurde und nicht teilnehmen konnte an dem Begräbnis meines Sohnes,denn es ist sehr wichtig,das Wie,warum,wieso und weshalb,auch mal verdeutlicht wird.Eben auch deshalb,das es meine anderen beiden Söhne,Ragip und Zabit auch verstehen.Es hatte sich keine Gelegenheit für mich geboten,um meine Abschiedsworte an ihn zu richten oder mich bei irgendjemanden zu bedanke,der die Beerdigung Organisiert hatte und auch diejenigen,die sich in dieser Zeit um die beiden Jungs gekümmert haben.
    Deshalb schreibe ich dir jetzt auf deiner Seite.

    Abschiedsworte an meinen geliebten Sohn Ramiz
    Zu Ramadan wurdest du geboren.Wir gaben dir den Namen Ramiz.Im Alter von acht Jahren, gab ich dir eine schwere Bürde auf,die Du,mein Sohn,mit würdigen Respekt,ausgeführt hast.Immer in der Hoffnung,auf eine sichere Zukunft,für dich und deine Brüder.Du warst nicht nur ein Bruder für sie,auch warst du Mutter und Vater.Es gibt noch viele Dinge,über die ich mit dir sprechen möchte,doch da muss ich wohl noch warten.Ramiz,mein Sohn,ich habe deine letzten Worte gelesen und teile diese mit dir,denn ich selbst habe sie durchlebt.Mit dieser Handlung,hast du alle wach gerüttelt.Du bist/warst ein Teil von mir und diesen Teil,werde ich immer in meinem Herzen tragen,bis auch ich nicht mehr bin.Was mir bleibt,sind Bilder und Erinnerungen,an Dich.So will ich dich,Ramiz in Erinnerung behalten wie Du warst,was Du im Alltag gemacht hast,die Guten und Schlechten Zeiten,die Du hattest.An all das will ich mich Erinnern und Dir Gedenken. Ich danke“Gott „,das er mir so einen großartigen Sohn geschenkt hatte.Nun sag ich Dir lebwohl,Ruhe in Frieden, mein geliebter Sohn. Dein Vater, Metus Tulji

    Danke an alle Trauergäste,Danke für die Tröstenden Worte,gesprochen und geschrieben; Danke für die stillen Umarmungen und gemeinsamen Tränen,wenn Worte das Mitgefühl nicht zu beschreiben vermochten.
    Danke, das ihr für meine Söhne Ragip und Zabit in dieser schweren Zeit beigestanden seit.
    Danke,für die Gebete, das liebevolle Gedenken, die Blumen und Geldspenden. Dank an den Pfarrer, für seine respektvollen Worte und die Gestaltung der Trauerfeier und Dank an das Beerdigungsinstitut, das auch eine wertvolle Stütze war.
    Der Trauernde Vater

  9. Metus Tulji said

    Nochmals hallo,
    Wie versprochen versuche ich so kurz wie möglich zu erzählen, das meine Jungs ins Kinderheim gekommen sind.
    Im April 1990wurde Ramiz in Mostar geboren.
    Zu dieser Zeit im ehemaligem Jugoslawien,hatte man alles was man brauchte,ganz tolles leben dort unten.Im Jahre 1991,brach dann der Bürgerkrieg aus.Alle Menschen hatten Angst und wollten weg.Wir wollten auch weg.Ich wollte nur das beste für meine Familie. Doch es War schwierig. Wenn man weg wollte musste man viel Geld haben.Das hatte ich nicht.Meine damalige Frau und ich entschieden uns meine Mutter zur Hilfe zu Fragen.Meine Mutter willigte ein und gab uns das Geld für die Busreise nach Deutschland. Meine Mutter liebte mich sehr und wollte das es uns gut geht.Für mich bedeutet meine Mutter auch sehr viel,denn sie War wie ein guter Kumpel, den man alles Anvertrauen konnte. Naja,noch am selben Tag (23.01.1991)kaufte ich für uns Bustickets nach Deutschland. Wir packten unseteSachen zusammen, denn am nächsten Morgen ging es los.Von Mostar stiegen wir dann am 24.01.1991 in den Bus Richtung Deutschland. In Deutschland angekommen, dachte ich, wir sind im Paradies. Riesige Stadt,alles hellen erleuchtet, wow.In München haben wir dann Übernachtet. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Zug in Richtung Düsseldorf, dort War auch meine Schwester. Dort Übernachteten wir dann um uns am nächsten Morgen dann bei der Ausländerbehörde zu melden. Es dauerte fast den ganzen Tag, bis zum späten Nachmittag. Wir wurden dann zu einem Schiff gebracht,wo wir dann die nächsten 2 Tage blieben. Von dort aus wurden wir nach Xanten in eine Kaserne gebracht. An die 500 Ausländer lebten dort.Es War gut dort. Nur Viel machen konnte man nicht.Wenn man zur Stadt wollte musste man sich vorne am Tor melden,das gleiche wenn man zurückkehrte. Ca.2 Monate blieben wir in Xanten.Wir warteten auf unseren Transfer. Endlich kam dieser Tag.Wir sind nach Wuppertal in ein Heim untergekommen. Wir 3 hatten ein Zimmer für uns bekommen. Das war gut so.Endlich waren wir in Sicherheit. Ich hatte jetzt keine Angst mehr.Das leben War wieder schön. Ich hörte, das meine Mutter und mein jüngerer Bruder nach Deutschland gekommen waren.Oh,das machte mich noch glücklicher. Es War alles wunderschön geworden mit unserem neuen Leben.Nach zweieinhalb Jahren wollten wir mal meine Mutter besuchen, sie lebte in Werlthe, Niedersachsen. Darüber war Ramiz sehr froh,er konnte mit den Kindern von meinem Bruder spielen, sie waren in seinem Alter. In der Zwischenzeit hatten wir Zuwachs bekommen.,unser 2.Kind,Ragip.Und so wie es sein sollte War meine Frau gerade Schwanger mit unserem 3.Kind.So langsam wurden wir eine große Familie.
    Wir wollten noch ganz gerne meinen jüngeren Bruder besuchen,der in der Nähe wohnte,in Sögel. Unterwegs,zwischen Werlthe und Sögel, gab es irgendwo in der Mitte eine Umleitung wegen eines Unfalls. So näher wir der Unfallstelle kamen,kamen mir Gedanken, wie hoffentlich ist es nicht mein Bruder. Der Unfall War schrecklich, ich hatte schon schlimme Sachen gesehen,aber das hat mich umgehauen.
    Ich bin raus aus dem Auto, einfach gelaufen.Mein großer Bruder hatte uns gefahren.Auch er stieg aus,schaute mich an,das Auto lief noch,er ging auch.Dann sahen wir, wie die Polizei das Auto anhielt. Ich bin an der Unfallstelle angekommen, es War das Auto von meinem jüngeren Bruder. So wie ich den Einschlag am Auto sah,wusste ich sofort, das mein Bruder tot war.Danach wurde ich Ohnmächtig. Das letztemal das ich das Auto meines Bruders sah,War am Abschleppwagen. Frontalaufprall,deswegen War mein Bruder Zabit tot.Er Un d ein Kind von ihm,beide auf der Stelle tot.Die anderen,wurden mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht. Meine Frau hielt mich im Arm um mich zu beruhigen wir weinten,meine Tränen liefen wie ein Wasserfall. Es hat mich zutiefst getroffen. Es War der reinste Horror.
    Ich konnte nicht mehr klar denken,ich wollte nicht mehr leben. Mein leben fing an aus den Fugen zu geraten.
    Unser 3.Kind wurde geboren. Ich gab ihm den Namen meines geliebten Bruders, der ja nun verstorben war.Sein Name:Zabit.
    So wie auch mein Bruder,kam auch Zabit im 7.Monat zur Welt. Zabit War klein und musste im Brutkasten gelegt werden. Ich hatte große Angst, das er das nicht überlebt. Zabit hat es aber geschafft und hat gekämpft.Ich War sehr froh und glücklich darüber. Meine 3Kinder,“Gott „ich Danke dir für diese Kinder.
    Der Alltag mit meiner Frau wurde immer schlechter, indieser Zeit trank ich sehr viel Alkohl.War ich Zuhause War meine Frau immer weg.Sie hatte dann Sachen gemacht die nicht so gut waren.Es wurde mir zuviel. Ich nahm meine 3Kinder und zog runter nach Werlthe, nach meiner Mutter. Doch dort konnte ich nicht bleiben,denn seit dem Unfall War meine Mutter sehr Krank geworden. Wir hatten auch ne Wohnung in Werlthe, doch es War alles sehr schwierig für mich,denn jetzt mit den Kindern allein,drohte mir die Abschiebung noch mehr.Wie sollte ich es schaffen,das wenigstens die Kinder eine sichere Zukunft haben.
    Es War für mich die Schwierigste Entscheidung die ich jemals treffen musste. Nur mit Hilfe einer Kollegin von mir, konnte ich das schaffen.
    Bevor ich die Kinder hab los lassen müssen, sprach ich nochmals mit Ramiz,der zu dieser Zeit gerade 8 Jahre alt war.Ich nahm ihn auf meinem Arm,hielt ihn ganz Festung Satelliten zu ihm:Du bist jetzt schon ein ganz großer Junge,du brauchst mich jetzt nicht mehr.Du musst jetzt auf deine Brüder aufpassen,das ihr hier ja in Deutschland bleibt.Ich stellte ihn wieder auf den Boden,er sah mich an,nahm meine Hand,sprach mit weinerlich Stimme :Du Papa,ich brauche dich noch sehr viel.Seine Tränen liefen unaufhörlich. Ich musste mich selbst umdrehen, denn ich selbst konnte meine Tränen nicht mehr unterdrücken.
    Ich verließ die Wohnung,rief meine Kollegin aan,die dadurch Jugendamt verständigen sollte,mit folgender Nachricht:Es ist ihr bekannt geworden das drei Kleinkinder jeden aTag allein Zuhause sind und dringend Hilfe brauchen.Das Jugendamt reagierte sofort und holte die Kinder ab.So kam es,das die drei Jungs ins Kinderheim nach Papenburg gekommen waren.
    Ich bin wahrlich nicht stolz darauf, doch ich hatte keine andere Wahl.
    Ihre Mutter wollte die Kinder auch nicht mehr zu sich holen, denn bei ihr drohte ja auch die Abschiebung. So waren die Kinder wenigstens in Sicherheit.
    Hätten man mich mit den Kindern Abgeschoben, so hätten sie nie eine Schulausbildung gehabt.Kein Dach über Kopf kaum oder gar nichts zu essen oder trinken. Denn das ist halt nun mal so,wenn in einem Land Krieg War und man kommt nach Jahren zurück,hat man keinen Status mehr.Man muss sich auch weiterhin im eigenem Land verstecken,denn Hilfe bekommt man keine.Da muss man zusehen,wie man den nächsten Tag übersteht.Ich hätte das nicht übers Herz gebracht,meinen Kindern dieses anzutun.
    Ich wurde Abgeschoben,mitnehmen durfte ich eine Tasche voller Anziehsachen,sonst nichts.Angekommen in mein Land,steht man nun da mit dieser Tasche voll Sachen.Was jetzt?Du hast hier kein zuhause,wohin soll ich gehen?Nichts zu essen,einfach nichts. Man muss betteln gehen,im Fluss kannst du dich mal ein wenig waschen,und so weiter.Das Rote Kreuz Vorort gibt dir auch nur etwas zu essen,das wars.
    Glück hatte ich nur,das mich meine zukünftige Frau unterstützt hat.Es geht mir etwas besser jetzt.Doch es ist an der Zeit,das die Menschen mal wirklich in diese Länder reisen,doch nicht nur um die Schönheiten zusehen,sie sollten auch malen den Ecken nachsehen wie es in Wirklichkeit dort ausschaut.
    Danke fürs zuhören. (Lesen)
    Metus Tulji

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