Katie, Axel und José

6. Dezember 2012

Freunde, für das Eröffnungskonzert der Emslandarena ist Katie Melua eine mehr als gute Wahl. Danke, Stefan Epping, für diesen Knaller. Nun wollen wir uns aber nicht an der Qualität internationaler Stars besaufen, sondern weiterhin sorgsam darauf achten, dass es kein böses Erwachen beim Bau der Emslandarena gibt. Montagabend lässt sich beispielsweise die BN-Stadtratsfraktion durch den Chef des Rechnungsprüfungsamtes ein weiteres Mal über die aktuelle Entwicklung beim Bau der Emslandarena informieren. Noch ist uns nichts über erforderliche Nachtragsangebote zu Ohren gekommen und wir hoffen, dass es auch so bleibt (und nicht so wird wie beim Bau der Bahnunterführung zwischen Bahnhof und Campus Lingen, wo es knapp 50 (!) Nachtragsangebote gab, die längst nicht alle gegenüber den politischen Ratsgremien bekannt gegeben wurden).

Also, auch die Kritiker werden und auch ich werde die Emslandarena besuchen, schon um das Defizit von mehr als 2 Mio Euro (jährlich) etwas zu verringern… oder so. Man darf nämlich auch hingehen, wenn man das Projekt für falsch hielt und hält und eine Modernisierung der Emslandhallen bevorzugt hat. Das jedenfalls haben wir in der BN-Stadtratsfaktion schon längst augenzwinkernd festgelegt. Für Katie Milua fang ich jedenfalls schon mal an zu sparen; denn wie schreibt OB Dieter Krone heute mit der Nachricht, angesichts des Andrangs für jedes Ratsmitglied zwei Karten reserviert zu haben:

„Um den Anschein der Vorteilsnahme zu vermeiden, müssten Sie die Karten allerdings selbst bezahlen. Der Preis pro Karte liegt zwischen 50 und 60 Euro zuzüglich der Vorverkaufsgebühr.“

Recht hat er, der Mann. Das war übrigens nicht immer so. Bei dem Konzert des weltberühmten spanisch-katalanischen Operntenors José Carreras auf dem Markt haben Michael Fuest und ich die kostenlosen Karten für Ratsmitglieder durch eine Spende an den Abenteuerspielplatz der Arbeiterwohlfahrt in der Neuen Heimat „bezahlt“.

Ach ja, dass mir niemand Axel Bosse vergisst, der den Auftakt am 30.11.2013 geben wird. Auch der lohnt den Besuch allemal.

Frostig

6. Dezember 2012

Die BürgerNahen äußern sich zur vorgestrigen Sitzung des Ortsrates im abholzfreudigen Altenlingen so:

„Frostig ging es in der Sitzung des Ortsrates Altenlingen am vergangenen Dienstag zu. Etwa 25 Einwohner hatten sich eingefunden, um Details über die jüngste Abholzung eines Waldgebietes im Altenlingener Forst zu erfahren.

Sie mussten sich lange gedulden,
um ihre Fragen zu stellen: Ein Antrag, die Einwohnerfragestunde in der Tagesordnung vorzuziehen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Obwohl der Versammlung klar war, dass die Bürger nicht “zur Übernahme von Ehrenämtern” gekommen waren, wie der Ortsbürgermeister vermutete. Hierbei lag er nach Ansicht der BürgerNahen gleich doppelt daneben, denn nach der Geschäftsordnung der Stadt Lingen ist die Einwohnerfragestunde vor die übrigen Tagesordnungspunkte zu setzen. Nicht der einzige Fauxpas, den er sich erlaubte.

Insgesamt wirkte die Sitzung schlecht vorbereitet und von einem gegenseitigem Misstrauen behaftet, was vernünftige lokalpolitische Arbeit schwer macht: Berichte aus der Mehrheitsfraktion wurden vom Ortsbürgermeister mit “Da sieht man mal wieder, wir Altenlingener halten zusammen” kommentiert. Berichte und Fragen von anderen Mitgliedern wurden mit “da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen” (Welche Kirche, welches Dorf?) oder “Nun ist auch mal gut” abgetan.

Nichts ist gut, in diesem Ortsrat Altenlingen, der sich…“

weiter bei der BN

ps Noch dies: Wo ist die muntere Facebookseite des Altenlingener Ortsbürgermeisters geblieben? Ich finde sie nicht mehr. Michael, oh Du mein Cousin, wo bisse?

Rückbau

6. Dezember 2012

1968 ging das Kernkraftwerk Lingen („KWL“) als eines der ersten Atomkraftwerke Deutschlands in Betrieb, übrigens in der damals noch selbständigen Gemeinde Darme. Mit starker finanzieller Unterstützung des Bundes hatte der Dortmunder VEW-Stromversorger gemeinsam mit der AEG das 252-MW-Demonstrationskraftwerk errichtet. Es arbeitete in der Folge nie profitabel und machte mit ständigen Leckagen und Defekten im Notkühlsystem von sich reden. Am 1. Juli 1969 floss acht Stunden lang radioaktives Abwasser in die Ems; die zulässigen Radioaktivitätsabgaben wurden dabei extrem überschritten. Weitere Störfälle waren Risse im Wärmetauscher zwischen dem radioaktiven Primär- und dem nichtradioaktiven Sekundärkreislauf, ein Turbinenbrand sowie diverse Schäden an den Brennelementen, die zu hoher Radioaktivität im Reaktorgebäude geführt haben sollen.

1977 musste diese Demonstrationsanlage wegen irreparabler Schäden an den Wärmetauschern auch offiziell stillgelegt werden;  abgeschaltet war sie schon Jahre vorher. Seit 1988 befindet sich das KWL, in dem keine Kernbrennstoffe mehr lagern, im euphemisch genannten „sicheren Einschluss“.  Das Unternehmen gehört seit der VEW-Fusion mit RWE etwa 10 Jahre später der RWE Power AG.

Der bereits vor vier Jahren bei den niederächsischen Behörden beantragte endgültige Abriss des KWL geht jetzt in die nächste Runde. Zunächst werden vom 13. Dezember bis zum 12. Februar alle Dokumente zu dem Rückbau-Verfahren in Hannover und Lingen öffentlich ausgelegt. Betroffene können danach Einwendungen gegen die Rückbaupläne erheben, die öffentlich erörtert werden. „Wir hoffen, dass wir mit der Genehmigung etwa 2014 fertig sind“, hieß es gestern aus dem Niedersächsischen Umweltministerium in Hannover. Bis zum vollständigen Rückbau könne es dann aber nochmals weitere 15 Jahre dauern.  (mehr beim NDR)

Übrigens habe ich  keine kritischen Berichte über das Pannen-KWL im Internet gefunden. Auch die wikipedia-Seite über das KWL macht einen bemerkenswert gesäuberten Eindruck, und ich frage mich, ob der Begriff „sicherer Einschluss“ vielleicht noch eine weitere Bedeutung hat…

(Foto: Bundesarchiv, KWL im Jahr 1973)