Werner Bußmann +

12. November 2012

Nicht nur die Grünen im Landkreis Emsland trauern um Werner Bußmann, Gründungsmitglied der Grünen und langjähriger Weggefährte.

Aus Osnabrück stammend war er von 1972 bis 1993 Lehrer in Geeste. Noch vor Gründung der Grünen war er bereits Mitglied der Grünen Liste Umweltschutz, die 1980 in der neuen Partei Die Grünen aufging. 1981 war er der erste grüne Vertreter im Kreistag, dem er zehn Jahre lang angehörte. Danach wurde er von 1991 bis 1996 in den Gemeinderat in Geeste gewählt.

Nachdem Werner Bußmann bereits zuvor Beiträge für das Fernsehen gedreht hatte, verließ er 1993 den Schuldienst und wurde freiberuflicher Journalist. Er schrieb vor allem  für Fachblätter aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Von 1991 bis 2006 war Werner Bußmann Geschäftsführer und Vorstandsmitgleid der Geothermischen Vereinigung. 2009 wurde er zum Präsidenten der ENEW ernannt, dem geothermischen Energie Netzwerk. Er organisierte internationale Kongresse zur Erdwärme und nahm häufig an Delegationsfahrten aus den Bereichen Politik und Wirtschaft nach Asien, Südamerika und in viele europäische Länder teil.

Werner Bußmann fand zu der ökologischen Bewegung in der Zeit des Ausbaus der Atomenergie. Ich erinnere mich noch an seine planvolle Mitorganisation der beiden Anti-AKW-Demonstrationen Anfang der 1980er Jahre. Seinen Protest gegen diese Technologie ergänzte er schon früh durch Ideen zu einer positiven Zukunft der Energieversorgung. Bis zu seinem letzten Tag sichtete er Fachzeitschriften, initierte Projekte und koordinierte Bestrebungen zur erneuerbaren Energie auch in unserem Raum. Unten sein letzter Tweet vom 3. November.

Ich erinnere mich gern an seinen feinen Humor, seine ironischen Bemerkungen. Werner Bußmann setzte sich nie in Szene, lautstarkes Verhalten lag im nicht. Trotzdem wurde er in den Anfangstagen der Grünen oft missverstanden und angefeindet, im Emsland trafen seine Ideen kaum auf offene Ohren. Erneuerbare Energien galten lange als weder erforderlich noch realisierbar. Genugtuung erfuhr er jedoch, wenn Projekte in China oder Chile erfolgreich waren. Auch in  bayerischen Kommunen fand er engagierte Mitstreiter.

Nicht nur die Grünen haben ihm viele Anregungen zu verdanken. Sein Verdienst geht weit über die politische Partei oder den regionalen Rahmen des Emslandes hinaus.

(Quelle:PM Bündnis’90/Die Grünen, Norbert Knape)