200 Jahre

5. November 2012

Die neue niederländische Koalitionsregierung unter dem rechtsliberalen Ministerpräsidenten Mark Rutte hat am Montag vor Königin Beatrix den Amtseid abgelegt. Ruttes Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) und die Sozialdemokraten (PvdA) unter ihrem Parteichef Diederik Samsom hatten sich Ende Oktober auf ein Regierungsbündnis geeinigt. Die erstmals live übertragene Zeremonie im königlichen Palast in Den Haag wurde überschattet von der weit verbreiteten Unzufriedenheit über die von den beiden Parteien angekündigten Sparmaßnahmen in Höhe von 16 Milliarden Euro bis 2017.

Falk Madeja schreibt dazu in seinem Blog: „Alles in allem ging es schnell: die neue Regierung aus VVD und PvdA in den Niederlanden steht, und stand dann heute auf der Treppe mit Königin Beatrix. Erstmals wurde die Beeidigung der Minister im Fernsehen ausgesendet, komisch genug durfte nur eine Kamera eingesetzt werden. Das Staatsfernsehen meldet, dass es die erste öffentliche Vereidigung seit 200 Jahren sei. Gab es vor 200 Jahren wirklich schon Fernsehen in den Niederlanden? Die Prozedur musste wiederholt werden, weil der Reichspressedienst die Angelegenheit nicht abgestimmt hatte. Die Monarchin nörgelte, das alles sei ein Theaterstück.

So viel Krampf. Es gibt sowieso sehr viel Krampf, nämlich bei der VVD. Grund: die Einführung der einkommensabhängliche Kranken- und Sorge-Versicherung. Es wird Familien hunderte Euro kosten. Die Hälfte aller VVD-Wähler ist dagegen. In der Ersten Kammer, dem Senat, wird das wohl nicht durchgewunken. Für VVD und PvdA brechen keine leichte Zeiten an.“

Landgericht

5. November 2012

Lokman

5. November 2012

Lokman – Papa, Lingener, Kurde, Fußballer, Schweißer, Busfahrer und Musiker. Ich mag ihn.

Schluckauf

5. November 2012

Überraschend wird Stefan Blaschak, seit September 2008 Vorstandsvorsitzender der Berentzen-Gruppe AG, den Vorstand der Aktiengesellschaft verlassen. Beabsichtigt ist ein Wechsel des 43jährigen in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Nachfolger soll ein Molkereimanager werden: Es sei beabsichtigt, dass der frühere Müller-Milch-Manager Frank Schübel, der zum 1. November in den Vorstand berufen wurde, Blaschak nachfolgt. So teilte es das emsländische Unternehmen, das mehrheitlich dem aktuell erfolgreichen Finanzinvestor Aurelius gehört, am Mittwochabend mit. Überstürzt setzt der Schnapsproduzent Berentzen einen Molkereimanager an die Spitze.

Inhalt wie Vagheit der Nachricht haben Branchenkenner überraschz. Bislang wurde Blaschaks auf Auslandsexpansion zielende Strategie stets als Erfolg dargestellt. Dass nun sein Abgang bekannt gegeben wird, ohne dass ein Datum für den Chefwechsel feststeht, zeugt nicht von einem langfristig geplanten Übergang. Über den Wechsel im Aufsichtsrat muss die Hauptversammlung abstimmen; die nächste reguläre Sitzung findet voraussichtlich erst im Mai 2013 statt. Blaschak war im September 2008 an die Spitze der Berentzen-Gruppe berufen worden.

Offenbar um die Bedenken zu zerstreuen, hat der scheidende Vorstandsvorsitzende in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ die Expansionspläne im Ausland unterstrichen.

Auf diese Weise will Berentzen das schwächelnde Geschäft in Deutschland wettmachen. Hierzulande ist nämlich in den letzten 20 Jahren der Schnapskonsum um 2 Liter pro Kopf/Jahr gesunken, auf jetzt noch 5,4 Liter im Jahr.  Im Berentzen-Blick ist also das Ausland, genauer „die USA“, so Stefan Blaschak. „Wir haben zuletzt schon Auslandsgesellschaften in China, Indien und der Türkei gegründet. Im nächsten Schritt gehen wir nun in die USA.“

Berentzen verkauft dem Bericht zufolge derzeit nur knapp 24 Prozent seiner Produkte im Ausland. „Mittelfristig soll der Auslandsanteil auf mindestens 50 Prozent steigen“, sagte Blaschak.  Um den Ausbau des Auslandsgeschäfts voranzutreiben und neue Marken zu entwickeln, hatte Berentzen zuletzt eine Unternehmensanleihe über 50 Mio Euro herausgegeben, die mit 6,5 Prozent verzinst wird.

Für seinen Firmensitz und damit unsere Nachbarstadt Haselünne findet in seinem Interview übrigens Blaschak kein Wort – ähnlich einem Schluckauf, über den man nicht spricht. Nachdem die Kornbrennerei in Haselünne schon bald nach der Übernahme des Unternehmens durch Aurelius und Blaschaks Amtsantritt geschlossen worden war, ist der Bereich zwischen dem Haselünner Marktplatz und dem nur noch tagestouristisch vermarkteten Westerholtschen Burgmannshof ungenutzt. Die zu einem Großteil leer stehenden Gebäude sind damit eine städtebauliche Herausforderung für die Stadt Haselünne – und eine Chance. Ich bin gespannt, ob die Kommune Ideen und Kraft hat, das Vakuum zu füllen. 

(Quellen: WamS, NDR)