Drüber

24. Oktober 2012

Der NDR schreibt mehr als die lokale Medienöffentlichkeit über das jüngste Unglück des Schepsdorfer Problembetriebs Hagedorn, bei dem es nach 15 Jahren Ruhe öknomisch wie ökologisch in diesem Jahr drunter und drüber geht. Der NDR weiß:

„Die Bewohner des Lingener Stadtteils Schepsdorf sollen vorsichtig sein: Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sollen sie nicht essen und auch nicht an Tiere verfüttern. Außerdem sollten sie Hautkontakt mit dem Ruß vermeiden, der sich als schmierige, schwarze Schicht am Montag auf Häuser, Autos und Gärten der Gegend im Landkreis Emsland gelegt hat. Die Partikel waren aus einer Anlage des Chemiefabrikanten Hagedorn in Lingen ausgestoßen worden.

Der Grund für den Zwischenfall war nach Unternehmensangaben eine fehlerhafte Einstellung an einer Dampferzeugungsanlage. Ein Mitarbeiter hatte routinemäßig das Kesselhaus angefahren. Weil aber das Verhältnis von Brennstoff und Luft falsch war, entwickelte sich ungewöhnlich starker Ruß. Und nicht nur das: Wie am Dienstag bekannt wurde, sind noch weitere Stoffe ausgetreten, die möglicherweise giftig sind. Experten haben deshalb weitere Bodenproben entnommen. Ergebnisse werden Ende der Woche erwartet.
Spielplätze vorsorglich gesperrt
….! weiter beim NDR

Die LT schreibt verharmlosend über eine „Ruß-Panne“ und man muss schon ganz genau hinhören, was Erster Stadftrat Ralf Büring der Ems-Vechte-Welle über „erste Ergebnisse“ der Schadstoffanalyse erklärt. Danach sind „PAK“ gefunden worden „vom Gutachter der Firma Hagedorn“. Peh-Ahh-Kah – nun, was so flott über die Lippen gleitet, sind polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe und was diese an Schadstoffpotential haben, liest man hier. Nachgefragt hat die Ems-Vechte-Welle übrigens nicht weiter, aber sie hat sich artig bedankt…

Es ist gleichermaßen seltsam wie bekannt, wie sehr sich das offizielle Lingen -seien es Verwaltung oder Medien- mit denen gemein mnacht, die es zu kontrollieren gilt. Einmal mehr jetzt Hagedorn.

Und dann dürfen wir im 849. Jahr Schepsdorfs noch wetten, wann wir endlich den erlösenden Satz hören, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden hat.

4 Antworten to “Drüber”

  1. Wenn vorsichtshalber die Spielplätze gesperrt werden, müsste dann nicht allgemein gewarnt werden, die Kinder draußen spielen zu lassen?

  2. Mieke said

    Nein, keine Warnung. In Lingen fallen die PAK gezielt auf diese drei Kinderspielplätze und nicht daneben !!!!!!!!

  3. Hans-Joachim Wiedorn said

    Es gab mal Ereignisse bei Hagedorn, die schon damals eine Schließung dieses Betriebes an dieser Stelle als unumgänglich erscheienen liessen. Aber alle Verantwortlichen einschliesslich der lieben Gewerbeaufsicht haben alle Augen zugedrückt und so geht es unermüdlich weiter – wie lange noch?
    Ich kann mich gut an eine Podiumsdiskussion erinnern bei welcher der Chef der Gewerbeaufsucht der beste Fürsprecher für Hagedorn war.
    Was sagen die Stadtpolitiker, insbesodere die aus dem Ortsteil Schepsdorf dazu? Im Internet konnte ich dazu bisher nichts finden.

  4. Brigitte Brüggmann said

    Da kann ich Hajo Wiedorn nur zustimmen. Wo bleibt die Stellung-
    nahme des Ortsbürgermeisters, wo die des SPD-Fraktionsvors.
    und die der Ärztin Frau Dr. Stüting? Das Thema betrifft die
    Gesundheit der Schepsdorfer, die Gesundheit der Kinder,
    ist das alles keinen Einsatz wert? Traurig, traurig!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.