päppeln

19. Oktober 2012

Sie wissen ja, dass Werder Bremen den Sponsor Wiesenhof hat und Wiesenhof, weiß ich seit eben, hat auch einen Sponsor: Sie! Denn auch Wiesenhof hat Millionensubventionen aus der von schwarz-gelb verwalteten niedersächsischen Landeskasse bekommen.

Dies hat Bündnis’90/Die Grünen heute scharf kritisiert. Es ist auch kaum zu glauben, dass die PHW-Unternehmensgruppe, zu der der Geflügelkonzern Wiesenhof gehört, seit 2007 mit mehr als 4,2 Millionen Euro aus dem niedersächsischen Landeshaushalt gefördert wird. Das jedenfalls geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage Landtagsabgeordneten Christian Meyer, Agrarpolitiker der Grünen, hervor. „Zusammen mit dem Schlachthof in Wietze sind damit über 10 Millionen Euro Landesmittel in den Ausbau der Massentierhaltung im Bereich Geflügel geflossen. Die Landesregierung päppelt die Agrarindustrie und zehntausende bäuerliche Familienbetriebe gucken in die Röhre“, kommentierte Meyer diese Fakten.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat die „Lohmann Animal Health GmbH“ im Jahr 2007 rund eine Million Forschungsfördermittel für die Entwicklung funktioneller Futtermittel und einer neuen Impfstofftechnologie erhalten. „Was da genau gefördert wurde, verschweigt die Landesregierung mit der Begründung des Schutzes von Betriebsgeheimnissen. Möglicherweise ging es um die Verabreichung von Medikamenten, die Agrarminister Lindemann jetzt angeblich vermeiden will“, kritisiert Meyer. Mit weiteren rund 3 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsfördertopf wurde 2009 und 2010 die Erweiterung eines Geflügelschlachtbetriebs in Lohne (Oldenburg) subventioniert.

Freunde, das sind Eure Steuergelder.

Brisant ist nach Ansicht des Grünen-Abgeordneten Meyer, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg weiterhin ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der PHW-Gruppe wegen möglicherweise illegal erhaltener Exportsubventionen durchführt. „Das billige Hühnerfleisch aus Niedersachsen mit dem auf Steuerzahlerkosten die Weltmärkte überschwemmt werden sollen, hat fatale Folgen für die Menschen in den Entwicklungsländern. Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium gibt der Argarindustrie den entscheidenden Schub“.

Die kleine Anfrage der Grünen mitsamt Antwort der CDU/FDP-Landesregierung finden Sie hier.

7 Antworten zu “päppeln”

  1. Birgit Kemmer said

    Mich wundert das nicht wirklich, wir leben in einem Land wo das einzelne Tier nichts wert ist, und die Profitgier über alles steht nach dem Motto: “ Gier statt Wir“ .

    • Tiger, T. said

      Noch etwas undifferenziert und emotional formuliert,
      aber so setzt gewöhnlich die Politisierung von Menschen ein.

      Als nächsten Schritt sollten Sie überlegen, einer politischen Partei beizutreten, nur Mut!

  2. Buggy said

    Vielleicht sollten wir alle erst einmal etwas nachdenken, bevor wir entrüstet zu einem Urteil kommen.
    Ich zitiere eine kurze Passage:

    „Nach Angaben von Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat die “Lohmann Animal Health GmbH” im Jahr 2007 rund eine Million Forschungsfördermittel für die Entwicklung funktioneller Futtermittel und einer neuen Impfstofftechnologie erhalten.“

    Hier gehen die Fördermittel also in die Erforschung von Futtermitteln und Impftechnik.
    Ich gehe davon aus, dass mit verbesserten (funktionellen) Futtermitteln und vor allem mit verbesserten und neuen Impfstoffen der Antibiotikaeinsatz reduziert werden kann. Und das wollen doch alle, oder?

    Weiter werden die Wirtschaftsfördergelder für Schlachthoferweiterungen und – neubauten bemängelt.
    Ich frage mich, warum die Landesregierung nicht auch die Landwirtschaft, die in Niedersachsen einen sehr hohen Stellenwert besitzt, mit ihren vor und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen fördern soll? Wegen der Förderung der Agrarindustrie? Wer ist die Agrarindustrie? Wo fängt sie an? – Eine sehr große Zahl der Mäster für Wiesenhof und auch Rothkötter betreiben nicht mehr als zwei Hähnchenställe, daneben gibt es meist noch Rinder oder Schweine auf den Höfen- für mich sind das alles ganz normale Bauern, die mit ihren Familien die Arbeit auf ihren Höfen erledigen.

    • Hans Schmidt said

      Buggy, nur weil Du Landwirt bist, hast Du ja nun keinen Freibrief für Quatschschreiben. Kritisiert wird von den Grünen die Industrieförderung unter dem Mäntelchen, der bäuerlichen Landwirtschaft zu helfen. Auf dem Tripp bist Du ja auch („zwei Hähnchenställe“- och, nur zwei! Aber mit wieviel tausend Tieren?)
      Konkret geht es nicht um Antibiotikaeinsatz (weiß ja keiner, ist doch geheim). Ich will den präventiven Antibiotikaeinsatz nicht reduzieren. Ich will ihn gar nicht.

      • Buggy said

        Durch neue und verbesserte Impfstoffe läßt sich die Metaphylaxe reduzieren bzw. man kann auch darauf verzichten. Wenn wir in naher Zukunft dort ankommen, dann dürfte das also auch in Ihrem Sinne sein.

        Zwei Standard-Hähnchenställe sind nun in meinen Augen nicht besonders viele. Das wären dann knapp 80000 Hähnchenplätze. Das ist für mich durchaus noch bäuerlich. Wenn Sie das nicht so sehen, dann gehen Ihre Vorstellungen leider deutlich an der Realität vorbei.

    • Birgit Kemmer said

      Hannover sponsert Werder Bremen http://www.taz.de/

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