Der Berg bröckelt

10. Oktober 2012

Die heutige Wahl von Albert Stegemann aus Ringe (Foto re.)  in der Niedergrafschaft Bentheim bedeutet nicht nur einen Generationswechsel in der regionalen CDU. Sie stellt eine deutliche Schwächung der mitgliederstarken CDU des Altkreises Lingen dar. Der frühere CDU-Abgeordnete Hans-Gert Strube analysiert: „Der Lingener CDU-Kreisvorstand hat versagt. Man geht nicht mit zwei Kandidaten in so eine Wahl“. Recht hat er. Das gilt umso mehr, wenn die unterlegenen Gegenkandidaten in der CDU Altkreis Lingen der stellv. Keisvorsitzender (Evers, Salzbergen) bzw. Schatzmeister der Altkreis-CDU (Rekers, Spelle) sind. Stegemann darf sich allemal freuen. Der 36jährige Außenseiter wird die Region zumindest für die -schätze ich- nächsten 12 Jahre in Berlin vertreten und die CDU von Ems und Vechte da wie hier repräsentieren.

Und was wird der neue Stegemann leisten? Er ist praktizierender Landwirt. Das ist in etwa der genaue Gegenentwurf eines über den regional-nationalen Tellerrand schauenden Ökonomen, wie die Region ihn braucht.

Aber die CDU im Altkreis Lingen unter ihrem kraft- und glücklos wirkenden Vorsitzenden Heinz Rolfes (Clusorth-Bramhar) hat mehr als nur eine Kandidatenkür verloren, dessen bin ich überzeugt. Und die CDU in der Stadt Lingen (Ems) hat überhaupt niemanden mehr, der in der Tradition von Politikern wie Ritz, Strube und Kues steht oder stehen könnte.

Speziell die Lingener CDU darf wohl nurmehr den Gastgeber spielen und muss sich mit Blaskultur aus Freren begnügen. Sie hat mehr als nur verloren. Sie hat sich blamiert.

Freunde, der Berg bröckelt.

(Foto: Albert Stegemann, © CDU Emsland-Osnabrück)

22 Antworten to “Der Berg bröckelt”

  1. Job said

    Und trotzdem werden diese Betonköpfe im CDU Kreisverband von Wahl zu Wahl mit Ergebnissen jenseits von gut und böse wieder gewählt.
    Herr Strube, Respekt. Sie haben den Nagel auf dem Kopf getroffen. Es ist schon ekelhaft, wie sich der Herr Rolfes in seiner Selbstherrlichkeit und Arroganz suhlt.

  2. Dierke said

    Schon die Lingener Oberbürgermeisterwahl hat gezeigt, dass die CDU in Lingen personell ausgezehrt ist. Mit H. Rolfes hat die CDU nun schon gar keine Möglichkeit, einen vernünftigen Kandidaten zu finden und aufzubauen. Ich bin wahrhaftig kein Verfechter der Quote, aber es ist schon erstaunlich, dass bei der Kandidatenkür überhaupt keine Frau Erwähnung fand.

  3. Tiger, T. said

    Ich finde, hier wird viel zu sehr auf den verdienstvollen CDU-Kreisvorsitzenden H. Rolfes eingedroschen:

    Für mich ist er der große Sieger des gestrigen Abends. In den Emslandhallen gipfelte gewissermaßen (s)ein fein durchdachtes Personalmangement:

    OB Heiner Pott: in Hannover
    Frau Vehring: krank
    Dr. R. Büring: Jein, aber …
    Hajo Leinweber: gescheitert
    Dr. H. Kues: Ruhestand

    Jetzt ist der weg frei: Landtagswahl 2013

    Pilotprojekt „Rente mit 70“

    • kib said

      Muss nun auf Gedeih & Verderb auf Herrn Rolfes eingeprügelt werden?
      Ich finde nicht, zumal, der Slogan „Pilotprojekt Rente mit… “ kommt nachweislich von mir- Sie Verbal- Schnorrer!
      Ergo, ich mag ihn auch nicht, bin aber differierter in der Übung von Kritik. Nun aber zu Ihrer:

      In den Emslandhallen gipfelte gewissermaßen (s)ein fein durchdachtes Personalmangement (Bem.: das des Herrn Rolfes):

      OB Heiner Pott: in Hannover:
      Pott(z)-Blitz! Unlängst hatten Sie sich ihn als „Überraschungs- Kaschungskandidat“ für den vergangenen Mittwoch gewünscht. Irre ich mich, oder sollte er für „tränende CSU-Augen“ sorgen…? Ihm darf man gerne einen Karrieresprung gönnen. Hätten Sie verzichtet?

      Frau Vehring krank:
      Das war der Grund Ihres Verzichts- bedauerlich! Mangels Kenntnis über ihrer Krankenakte kann ich hierzu ebenso wenig sagen, wie zum gesundheitlichen Zustand von Herrn Dr. M. Ö./Oe. Soviel: Ich hoffe beide sind & bleiben gesund!
      Im Zusammenhang mit der BN wurde (quasi zusätzlich) eine „berufliche“ Verhinderung“ ebenfalls besprochen: Auch hier liegt keine Personalakte vor bzw. ist betroffener Herr selbständig „unterwegs“.

      Dr. R. Büring: Jein, aber …
      Klares JA: Ein Glücksfall für Lingen! Das war ein Topp – Ergebnis für seine Wiederwahl!

      Hajo Leinweber: gescheitert
      Gestehe: war absolut nicht mein Fall- gebe ich zu!!! Wollte ich als OB für Lingen dringend vermeiden- hat auch geklappt (ABER, siehe BÜRING )

      Dr. H. Kues: Ruhestand
      Sehr wohl verdient! Oder kommt jetzt wieder die „Rente mit….“ ?

  4. Dierke said

    Was ist denn an H. Rolfes verdienstvoll ?

  5. küster said

    ja, kib, wäre ein wichtiger Austausch. H.R. Nichts, aber auch wirklich gar nichts hat dieser Mann für Niedersachsen erreicht. Außer seinen Job in der CDU zu erhalten! Der Dreher!

    • Buggy said

      unterhalten Sie sich mit den Bürgermeistern hier im Wahlkreis, dann erhalten sie ganz andere Antworten. Undifferenziert respektlos, Herr Küster!

    • kib said

      Herr Küster, warum verwenden Sie den Konjunktiv (…„das wäre ein wichtiger Austausch“..)?
      Es mag konservativ – sozialromantisch klingen, aber den Respekt (Danke @Buggy) vor politischen Ämtern dürfen wir nicht verlieren: dann können wir jegliche Idee zum Fortbestand der Demokratie gleich begraben. ME sind wir bereits fröhlich dabei dies zu tun und die Presse (!) wirkt munter gefährlich mit.

      Sollte Robert mal Zeit (ok- unwahrscheinlich) , Lust bzw. kein besseres Thema haben, würde ich mich über einen Diskussion zum Thema „Politikverdrossenheit und ihre Ursachen“ hier im Blog freuen.

      Sie haben politisch auch einiges auf den „Buckel“ und vermutlich fällt Ihnen zu dem Thema viel mehr ein als ein schnödes „ keiner geht zur Wahl, weil die Union einfach nur sch..ist“. Ulrike war offensichtlich schon in der Frankfurter Paulskirche dabei: da kommt sicher auch einiges- ich freu mich!

      Ernsthaft: Mir ist es fast (braun ausgenommen) egal wer, wen wählt. Wichtig ist, dass die Bürger (vor allem Jungwähler) ihren Hintern vorm Sofa bekommen und erkennen, was für ein hohes Gut (Demokratie) wir haben und schützen müssen!

      • kib said

        einen Diskussionsbeitrag

      • Robert Koop said

        Ich fürchte, eine theoretisch-abstrakte Diskussion bringt nichts, also hab ich mir (vor sechs Jahren) gedacht: Machste mal n Blog. Und seither läuft die lokale Debatte und damit der Kampf gegen Politikverdrossenheit doch hier ganz ordentlich. Oder, @kib?

        • kib said

          geht so, oder haste belegbare
          Zahlen? Alter Kumpel!

          • Klar, hab ich: 10064 Kommentare, korrigiere: Jetzt 10065 Kommentare. 😉

          • kib said

            Die Anzahl der Kommentare ist doch nicht entscheidend (diesen hier z.B. würde ich nicht zählen :))

          • kib said

            Mit Gradmesser war eine statistische Betrachtung zur Beteiligung an Wahlen insgesamt gemeint: Ok, auch auf lokalpolitischer Ebene, denn solange Zahlen Anlass zur Hoffnung geben, sollte man Träume noch leben  Ich bin mir sicher, hättest Du seit der Eröffnung Deines Blogs zu einer signifikanten Erhöhung der Wahlbeteiligung beigetragen, ein Signal Deinerseits wäre erfolgt…:)

            Recht hast Du dennoch, Dein Blog gibt jedem Leser Gelegenheit zur Meinungsbildung, ergo auch zur politischen …Das ist gut so!

  6. pb said

    Der Eintrag ist schon etwas her, bin aufgrund anderweitiger Recherchen darauf gestoßen.

    Schön, dass es wenigstens abseits der „etablierten“ Medienberichterstattung über die politische Landschaft in Lingen auch mal etwas anderes als Hofberichterstattung gibt. Großes Lob, Robert!

    Schade, dass du dich mit deinem Satz über den Berufsstand von Herrn Stegemann selbst ins Abseits stellst und vorschnell überholte Klischees über Landwirtschaft rausholst. Auch wenn das Bild vom dummen Bauern auch in den Massenmedien gerne verbreitet wird (Danke, Inka…), ist es mitnichten so, dass ein moderner Landwirt „der genaue Gegenentwurf eines über den regional-nationalen Tellerrand schauenden Ökonomen“ ist.

    Ich kenne Albert Stegemann nur flüchtig und werde mir gewiss kein Urteil über seine politischen und persönlichen Stärken und Unzulänglichkeiten erlauben. Aber die Berufsbezeichung Landwirt als Indiz für mangelnde Weitsicht zu nehmen, entbehrt jeder Grundlage und ist darüber hinaus eine herbe Beleidigung für einen Berufsstand, dem das Emsland seinen Wohlstand größtenteils zu verdanken hat.

    Insgesamt aber sehr erquicklich, dein Blog. Mach weiter so…

    pb

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