Keine Autobahn durchs Hasetal!

4. Oktober 2012

Endlich gibt es zusätzlich zur BI mit dem reichlich sperrigen Namen „Autobahn B 213 Nein!  eine Petition, die den fragwürdigen Plan angreift, mitten durch das Hasetal eine neue Autobahn zu bauen. Das Vorhaben ist bekanntlich erst einmal ökonomisch unsinnig. Und ökologisch sowieso. Also: Keine Autobahn durchs Hasetal!.

Von der A 31 bei Meppen bis zur A 1 bei Cloppenburg soll sie entstehen. Die Lkw nutzen diese Strecke besonders, weil der Güterverkehr die Maut auf den vorhandenen Autobahnen A 1, A30, und A31 scheut. Also benutzen die Brummis gern diese Strecke, die die niederländischen A 37 Richtung Bremen, Hamburg verlängert. Sie sparen dabei 14 Euro Maut und 15 km. Oft vergessen wird, dass auch eine Eisenbahnlinie (Emsländische Eisenbahn) mit Ausnahme von etwa 20km parallel zur E233 verläuft, die aber weder gefördert noch genutzt wird. Sie spielt in der Diskussion keine Rolle.

Ein mögliches Durchfahrtsverbot für den Lkw-Transitverkehr löst bereits manche Probleme. Doch die beteiligten Landkreise Emsland und Cloppenburg lehnen es ab. Sie wollen auch nicht den denkbaren dreispurigen Ausbau der B 213/E 233 allemal aus, um die Behinderungen der Lkw-Schlangen auf der Route zu beenden. Die  von den sich als „Macher“ sehenden Männern im Emsland und Cloppenburg statt dessen geplante Autobahn verläuft bis 30m nah an Wohnhäusern vorbei, durchschneidet landwirtschaftliche Betriebe, zerstört Wälder und einen Badesee. Überdies gibt es natürlich alle weiteren, von einer Autobahn ausgehenden Belastungen, also Lärm, Abgase, Feinstaub usw. und alles mitten im Feriengebiet Hasetal.

Hier geht’s zur Petition zum Mitzeichnen!

11 Antworten zu “Keine Autobahn durchs Hasetal!”

  1. Emsland said

    Interessant, wie gerne doch andern Bürgern die Lasten des erhöhten Verkehr aufgebürdet werden (A30, A28, A1). Wie war das noch mit dem St. Florians-Prinzip?

    • Ulf Dunkel said

      Es gibt keine Belege dafür, dass Lkw-Verkehre von der A30, A28 oder A1 vor der Mauteinführung auf die E233 verlagert wurden. Tatsächlich weichen (relativ wenige!) Lkw erst seit der Lkw-Mauteinführung 2005 auf die E233 aus.

      Hier geht es nicht um das St.-Florian-Prinzip, sondern darum, ob eine neue Autobahn wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist oder nicht. Da ihre wirtschaftliche Begründung von Fachleuten angezweifelt und von der BI als z.T. getürkt widerlegt wurde, der ökologische Nutzen sowieso nicht besteht, geht es hier in der Sache darum, keine Steuergelder für eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik zu vergeuden, die nachweislich seit Jahrzehnten keine Wirtschaftsförderungseffekte mehr hat.

      • Emsland said

        Ist denn schon klar, ob Steuergelder verwendet werden?

      • hans1550 said

        Warum nicht einfach die E223 mit einer Maut, wie alle anderen Autobahnen und viele Bundestraßen auch, belegen?
        Wer keinen Durchfahrtsverkehr will, muss auch mal in den sauren Apfel beißen. Es kann ja nicht sein, dass man (immer) nur die Rosinen herauspickt. Das ist egoistisch und wirkt mehr so, als würde man unbedingt die heimische Speditionswirtschaft über die der anderen stellen will.

        Was ist denn, wenn auch einmal auf Niederländischer Seite die Behörden auf die Idee kommen würden, ein Durchfahrtsverbot für deutsche LKW zu erlassen?

    • B. Schulte said

      Ich habe schon oft die dreispurig ausgebaute B 54 von Gronau bis Münster benutzt. Da ist oft richtig was los und trotzdem fährt es sich einigermaßen angenehm. Was spricht bei der
      B 213 denn ernsthaft gegen den dreispurigen Ausbau? Eine vorhandene Trasse dürfte doch wesentlich günstiger zu optimieren sein als der Bau einer neuen Autobahn?

      • M. Kreklow said

        Entschuldigen Sie, aber ich glaube, Herr Koop hat oben etwas von einem dreispurigen Ausbau der B 213 geschrieben.

        Ich habe das so interpretiert, daß er einen solcher Ausbau für überlegenswert hält – somit stimmen Sie und er in Ihrer Menung überein 🙂 Und meine Wenigkeit schlösse sich Ihnen beiden sehr gerne an 🙂

  2. Steuergeld: so ganz versteh ich die Fage nicht. Es gibt nur wenige Beispiele, dass eine Straße von Privatleuten finanziert oder mitfinanziert worden wäre. Nach dem Beispiel der A31 hat man das auch hier erst gewollt. Ist aber gescheitert.
    Maut: natürlich wäre das nicht unsinnig eine Maut auf der E233 zu erheben. Dazu müsste jedoch das Gesetz geändert werden. Derzeit ist Maut nur auf vierspurigen Straßen möglich.
    Floriansprinzip: Ein Zweck von Verkehrspolitik ist doch, dem jeweiligen Verkehr die geeignete Trasse zur Verfügung zu stellen, z.B. Radwege. Für Schwerlastverkehr ist nun mal die Autobahn zuständig (die Eisenbahn wär natürlich noch besser).
    De Unsinnigkeit dieser Diagonale besteht ja auch darin, dass sie nur 14km einspart.

  3. Noch zwei Ergänzungen: seit Januar haben wir mit Pressemitteilungen in der MT mehrfach Stellung genommen. Erst vor zwei Wochen ist unser Antrag im Kreistag abgelehnt worden, eine bäuerliche Betroffenheitsanalyse durchzuführen.
    Mehr hier: http://kreistagsfraktion-gruene-emsland.de/
    Zweitens gibt es Arbeitskreise von Anwohnern, die versucht haben Alternativen zu entwickeln. Erst kürzlich wurde auf der sehr gut besuchten Veranstaltung im Meppener Kossehof unter starkem Protest der Bokeloher Bürger deutlich, dass Landkreis und Teile der Bevölkerung in ziemlich kräftigen Widerspruch zueinander stehen.

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