Gebräunt und berieben

24. September 2012

1941. Gebräunt und berieben. Sodann gelandet in Handrup, Kreis Lingen. Eine Fundsache.

3 Antworten zu “Gebräunt und berieben”

  1. Christiane Adam said

    Hallo Robert,
    sehr spannend! Nicht nur die Erwähnung von Handrup mit lokalem Bezug, sondern auch das Lesebuch für die sechste Klasse von 1941. Ich habe als studentische Hilfskraft in der GEW-Bibliothek im Curiohaus in Hamburg gejobbt. Die Bibliothek wurde leider inzwischen aufgelöst. Dort standen jede Menge historischer Schulbücher und Materialien für Lehrer, und natürlich auch solche aus jener Zeit.
    Wen’s interessiert:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_der_Freunde_des_vaterl%C3%A4ndischen_Schul-_und_Erziehungswesens

    http://fachportal-paedagogik.de/hbo/hbo_set.html?Id=330

    Danke für das Einstellen dieser Fundsache!

  2. Ein Fundstück aus dunklen Zeiten, sowohl unseres Landes als auch des Klosters Handrup:

    Nach einer langen Reihe von Repressalien gegen die Herz-Jesu-Priester in Handrup wurde das Gymnasium am 1. April 1939 durch einen Erlass des Regierungspräsidenten von Osnabrück geschlossen. Im März 1941 wurde die Klostergemeinschaft enteignet: Bis auf die Koster- und Pfarrkirche ging der gesamte Besitz an den NS-Staat über.
    Die Nazis richtete nun in den Räumen des ehemaligen Internats und Gymnasiums eine nationalsozialiste Lehrerinnenbildungsanstalt (LBA) ein. Aus den Beständen dieser NS-Einrichtung zur Ausbildung von Volksschullehrerinnen stammt offensichtlich die hier in angesprochene „Fundsache“.

    Die Behandlung der Handruper Patres durch die Nazis ist kein Einzelfall. So wurden beispielsweise die Schule und das Kloster der Ursulinen in Haselünne ebenfalls im Jahr 1941 geschlossen. Am 10. Juni rückte die Gestapo an und ließ den Schwestern 24 Stunden Zeit zum Verlassen der Stadt. Kurz darauf wurden Kloster und Schule zur Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Emsland (NPEA, auch Napola genannt) umfunktioniert. Die Gründung wurde von der Gauleitung in Oldenburg vorangetrieben. Die Ausbildung einer NS-Elite in Haselünne sollte auch dazu dienen, die nationasozialistischen Strukturen im katholisch geprägten Emsland zu verbessern.
    Am Rande sei noch erwähnt, dass der spätere Graphiker Horst Janssen als „Jungmann“ Schüler der Napola Haselünne war.

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