Niedersachsentrend: rot-grün

20. September 2012

Es gibt eine neue NDR-Wählerumfrage  123 Tage vor der Landtagswahl am 20. Januar 2013. Sie nimmt auf, dass die Landesminister von Kreis zu Stadt zu Gemeinde und Dorf touren und von der Lokalpresse dankbar aufgenommene PR-Aktivitäten zeigen, die in merklicher Distanz zu ihrer inhaltlichen politischen Arbeit stehen. Also, die CDU erholt sich und liegt vor der SPD. Doch es reicht bei weitem nicht. Der NDR resümiert:

“ Genau vier Monate vor der Landtagswahl am 20. Januar 2013 ist die CDU wieder stärkste Kraft vor der SPD. Im Vergleich zur letzten NDR Umfrage im Mai dieses Jahres hat die Union in der Wählergunst Boden gut gemacht (37 Prozent, plus fünf Punkte) und liegt deutlich vor der SPD (33 Prozent), die drei Punkte abgeben musste. Die FDP verliert einen Punkt und verharrt mit drei Prozent weiter unter der Mandatsschwelle.

Die Grünen legen zwei Punkte zu und kommen auf 15 Prozent. Trotz eines Zugewinns von einem Punkt würde die Linke mit vier Prozent den erneuten Einzug in den Niedersächsischen Landtag verfehlen. Die Piraten leiden merklich unter dem negativen Bundestrend und fallen nach einem Verlust von vier Punkten im Vergleich zur Umfrage Mitte Mai mit aktuell vier Prozent wieder unter die Fünf-Prozent-Marke.“

Und der NDR setzt doch noch hinzu, was hinzu gesetzt werden muss. Es wird -bleibt es so- im neuen Landtag nur drei Fraktionen geben und -vor allem-  eine klare Mehrheit für rot-grün. Die schwarz-gelbe Landesregierung käme unter die Räder, wo die Linke schon festsitzt und die so hoffnungsfroh gestartete Piratenpartei hat sich auch mit ihrem Listenaufstellung-Desaster unter die 5%-Hürde gedrückt.

(Foto: Noch unbekannt. SPD-Ministerpräsidentenkandidat Stephan Weil, zzt. Oberbürgermeister von Hannover; © SPDNDS)

Wald

20. September 2012

DAS GRÜNE WUNDER – UNSER WALD

Ein neuer Dokumentarfilm aus deutschen Landen, in dessen Farben und Fotos man wohlig ertrinkt. Während einer Drehzeit von insgesamt sechs Jahren (2006 — 2011) waren die international prämierten Kameramänner Jan Haft und Kay Ziesenhenne schwer zugänglichen „Wald-Motiven“ auf der Spur: Das Verhalten der Tiere und packende Lichtstimmungen. Dabei sammelten sie über 250 Stunden Filmmaterial. Zum Einsatz kamen neueste Filmtechniken: Unkomprimiertes, hochauflösendes Video (HDCamSR), extreme Zeitlupen der neuesten Generation sowie bewegte und bewegende Zeitraffer zu allen Tages und Nachtzeiten.

Erzählt von Grimme-Preisträger Benno Fürmann ist der 93-minütige Film eine wissenschaftlich exakte und emotional packende Einladung, unseren Wald neu zu entdecken.

Der Film ist seit dem 13. September in den Kinos. Hoffentlich bald auch in Lingen.  Veröffentlicht sind neben dem Trailer inzwischen diese  9 Clips. Viel Spaß!

Titel: Das grüne Wunder – Unser Wald
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2006 – 2012
Länge: 93 (Min.)
Regie: Jan Haft
Drehbuch: Jan Haft
Kamera: Jan HaftKay Ziesenhenne

Unterzeichnen!

20. September 2012

Während die Bundesregierung gestern unbeholfene Ideen zum massenhaften Antibiotika-Einsatz in den noch massenhafteren Masttierställen äußert, setzt die NGO-Organisation Campact auf einen gemeinsamen Appell an den deutschen Bundestag. Offenbar mit Erfolg: Nur wenige Stunden nach Beginn der neuen Kampagne haben fast 14.000 Unterstützer unterzeichnet.

Compact schreibt: „Auf engstem Raum tausende Hühner, Rinder und Schweine zusammenpferchen – das funktioniert nur unter massivem Einsatz von Antibiotika. So werden Megaställe zu Brutstätten für Antibiotika-resistente Keime. Über Fleisch, Eier und mit Gülle gedüngtem Gemüse, landen sie auf unseren Tellern. Eine der Ursachen für eine große Gefahr: Durch Krankheitserreger, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft, sterben laut Weltgesundheitsorganisation in der EU jährlich mehr als 25.000 Menschen!

Den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung reduzieren – das verspricht Agrarministerin Aigner mit ihrem neuen Arzneimittelgesetz. Doch der heute vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf ist völlig zahnlos. Selbst ein Ziel zur Verringerung der Antibiotika-Vergabe fehlt. Jetzt muss der Agrarausschuss des Bundestags das Gesetz verschärfen. Die Abgeordneten werden sich aber nur mit der Agrarlobby anlegen, wenn sie den Rückhalt von unzähligen Bürger/innen wie Ihnen spüren. Deshalb wollen wir mindestens 100.000 Menschen hinter unserem Appell versammeln.

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell!

Wie viel Antibiotika wird in Deutschland jedes Jahr an Tiere verfüttert? 1.734 Tonnen, sieben Mal mehr als in der Humanmedizin und fast doppelt so viel wie bisher angenommen. Diese schockierende Zahl veröffentlichte letzte Woche das Bundesamt für Verbraucherschutz.* Aigners Gesetzentwurf zementiert diesen Wert: Als Obergrenze für die jährliche Antibiotika-Vergabe gilt die eingesetzte Durchschnittsmenge des Vorjahres. Zudem werden Tierzuchtbetriebe und Fischfarmen erst gar nicht erfasst, obwohl sie besonders viel Antibiotika einsetzen.

Mit dieser Klientelpolitik für die Agrarindustrie darf Ministerin Aigner nicht durchkommen! Der Agrarausschuss im Bundestag muss jetzt dafür sorgen, dass der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung massiv reduziert wird. Wenn er demnächst über das Gesetz berät, wollen wir mit einem keimspuckenden Riesenhuhn vor Ort sein und den Abgeordneten mindestens 100.000 Unterschriften unter unserem Appell überreichen.

Unterzeichnen Sie den Appell!

Weitere Infos finden Sie hier…

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*  Während im letzten Jahr nach einer Anfrage der Grünen die bundesweit verbrauchte Antibiotika-Menge noch mit 784 Tonnen angegeben wurde sind laut Auskunft der Bundesregierung jetzt 1734 Tonnen, also weit mehr als das Doppelte, verkauft worden. Der agrarpolitische Sprecher der Niedersächsischen Grünen Christian Meyer (MdL, Foto lks) kritisierte die „verharmlosenden Stellungnahmen“ von Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU): „Zunächst sprach Herr Lindemann vom korrekten Einsatz der Mittel. Dann bezeichnete er die Antibiotika-Vergaben in der Humanmedizin als viel schlimmer, obwohl die Mengen dort nachweislich viel geringer sind. Jetzt ist angeblich der Einsatz bei Hobbytieren schuld am exzessiven Verbrauch. Das ist absurd! Mir ist nicht bekannt das Hunde und Katzen innerhalb von 30 Tagen bis zu 8 verschiedene Antibiotika bekommen, wie es etwa in der niedersächsischen Hähnchenmast üblich ist“, sagte der Grünen-Politiker. Meyer kritisierte, dass trotz vieler Ankündigungen bei der Verschreibung für Geflügel weiterhin keine flächendeckende Erfassung der konkreten Liefermengen von Antibiotika in die einzelnen niedersächsischen Regionen erfolge. „Außerdem fehlen konkrete Maßnahmen wie eine bessere, gesündere Tierhaltung und ambitionierte Ziele zur Reduzierung des Medikamenteneinsatzes in der Massentierhaltung“.

Es sei begrüßenswert, dass die rot-grüne Landesregierung von NRW das Thema der Gesundheitsgefahren durch massiven Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung auf die Tagesordnung der Verbraucherschutzkonferenz gesetzt habe. „Jede Behandlung muss künftig sofort online erfasst werden. Das wird die Arzneimittellobby nicht freuen. Aber wir brauchen zum Schutz der Gesundheit mehr Transparenz, Kontrolle und eine grundsätzliche Abkehr von Antibiotika als Schmiermittel der tierquälerischen und krankmachenden Massentierhaltung“, sagte der Grünen-Politiker.

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Campact [kæmpækt] ist eine 2004 entstandene Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Verden (Aller). Sie hat sich nach dem Vorbild der US-amerikanischen Online-Plattform MoveOn gegründet und bietet ein Internet-basiertes Beteiligungsforum, mit dem Protest-E-Mails oder -Anrufe nicht vereinzelt, sondern gebündelt an politische Entscheidungsträger gerichtet werden können. Laut Eigenbeschreibung entsteht mit Campact „im Internet ein Netzwerk von Menschen, die sich einmischen, wenn politische Entscheidungen auf der Kippe stehen.“ Politisch interessierten Menschen, die durch Studium, Beruf oder Familie weniger Zeit haben, will Campact durch die Nutzung des Internets ermöglichen, politisch aktiv zu werden. Zurzeit sind mehr als 600.000 Menschen bei Campact registriert, die sich an den Kampagnen beteiligen. Die Organisation finanziert sich zu mehr als 80 Prozent aus Spenden und Förderbeiträgen.
(Quelle)