Bewegung

19. September 2012

Es kommt Bewegung in eine Frage (können Fragen Bewegungen aufnehmen?), die nicht nur mich seit Jahren immer mehr ärgert: Das Zumüllen des öffentlichen Raumes in unserer Stadt mit immer mehr Werbemüll. Der Lingener Verwaltungsausschuss befasst sich nächste Woche mit dem Thema und zeitgleich wird auch die Nachbarstadt Nordhorn aktiv.

Man sieht  immer mehr provinzielle Werbereiter, Kundenstopper, Werbefahnen, flatternde Riesenohren, Verkaufsständer und anderen Schnickschnack vor den Geschäften. Überall hat diese optische Umweltverschmutzung stetig zugenommen. Nordhorn und Lingen sind gleichermaßen betroffen.  Die Werbeeinrichtungen stören in beiden Kommunen das Stadt- und  Straßenbild, „da sie in einer Vielzahl von Formen und Farben uneinheitlich gestaltet sind und durch grelle Farbgestaltung und Inhalte bestimmungsgemäß Aufmerksamkeit erregen sollen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Nordhorn. Dabei wiederholen die Werbereiter lediglich den Geschäftsnamen oder eine verkaufte Marke. Dieselben Informationen zeigen bereits die an die  Fassade des Geschäftes montierten Werbeanlage, wobei dies auch meistens mit Nasen- und Querschildern mehrere sind.
Lingen wie Nordhorn haben in letzter Zeit hohe Investitionen zur Gestaltung des Straßenbildes unternommen. Das wird durch flatternde Riesenohren & Co konterkariert. Nordhorn sagt jetzt offiziell Stopp, „um die Aufenthaltsqualität in der Innerstadt zu verbessern und das Stadtbild zu erhalte“.

So lese ich es und dann soll doch wieder für jeden Geschäftsbetrieb auch zukünftig „eine nicht ortsfeste Werbeanlage in Form eines Plakatständers/einer Angebotstafel mit einer Präsentationsfläche von max. DIN A 1 und einer Gesamthöhe von max. 1,20 m zugelassen“. Immerhin ist nach den Plänen diese Werbeanlage „innerhalb einer vereinbarten Sondernutzungsfläche aufzustellen und soll konkrete Angebote beinhalte“ also  nicht nur eine bloße Wiederholung des Firmennamens oder –logos enthalten. Werbesegel, Eistüten, Riesentelefone, Riesenohren etc. wird es nicht mehr geben. Einfriedungen von Sondernutzungsflächen entsprechen nicht dem Charakter von mobilen, temporären Sondernutzungen und werden generell nicht zugelassen.

Die Nordhorner wollen „Begrünungselemente“ (welche ein Wort!) nur in unmittelbarer Nähe des Betriebes unter Berücksichtigung straßengestalterischer Belange zulassen, wenn sie aus hochwertigem und optisch ansprechendem Material bestehen (z.B. unmittelbar neben dem Eingang). Bewegliche Bodenbeläge (Teppiche, Matten, liegende Werbeanlagen) sind unzulässig. Feste Einbauten (Natursteinplatten, sonstige Natursteinbeläge) sind nur nach vorheriger Abstimmung zulässig. Überdachungen/ Markisen sind in das Straßenbild zu integrieren. Fremd- und Eigenwerbung dürfen das Erscheinungsbild der Überdachungen und Markisen nicht dominieren und dürfen nur in dezenten Schriftzügen im Randbereich erscheinen.
Die Stadt Nordhorn sagt: „Die Erhaltung eines attraktiven Stadtbildes sollte im Interesse aller Beteiligten liegen und wird sicher zur Zufriedenheit der Kunden und Besucher beitragen.“
Am nächsten Dienstag berät man nun also in Lingen  (endlich) ähnliches. Guckst Du hier. Ich habe tatsächlich Hoffnung: Endlich wird dieser peinlichen Werbeprovinz ein schlichtes Nein entgegen gesetzt. Denn -alle wissen es- weniger ist mehr.

Gegenlenken

19. September 2012

Unter dem Motto „Gegenlenken! – Für eine tier- und umweltgerechte Viehwirtschaft“ lädt das Aktionsbündnis Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West alle der Massentierhaltung ablehnend gegenüberstehenden Bürgerinnen und Bürger jeden Alters zur gemeinsamen Radtour am Samstag, 22. September ein.
Bei der Fahrt durch das Meppener Umland wollen die Initiatoren ein sichtbares Zeichen der Unmut über die ausufernde Intensivmast im Emsland und den Preisverfall tierisch-erzeugter Lebensmittel setzen. Leidtragende dieser Entwicklung seien die vielen hundert Millionen Nutztiere, die jährlich in Deutschland gemästet und geschlachtet werden. Zudem werden durch die Massentierhaltung Luft, Böden und Gewässer massiv beeinträchtigt.
Die Teilnehmer der Radtour treffen sich ab 12:30 Uhr am Neuen Markt in Meppen in Höhe der Kaufland-Tiefgarageneinfahrt. Um 12:45 Uhr geht es  los. Die Strecke von 25 Kilometern Länge wird in mäßigem Tempo gefahren, so dass sie auch für untrainierte Radfahrer geeignet ist.

Rückfragen: Katja Hübner – NABU-Regionalverband Emsland / Grafschaft Bentheim e.V., Haselünner Str. 15, 49716 Meppen, Tel.: 0 59 31 – 40 99 630, Fax: 0 59 31 – 40 99 975,
E-Mail: NABU.EL-NOH@t-online