Michi

1. September 2012

Wenn in den 90er Jahren mein Nachwuchs beim TuS Lingen kickte, konnte man sicher sein, dass es bestens lief, wenn Michael „Michi“ Rensing (Foto © torwart.de) hinten im Tor stand. Von Anfang an war Rensing ein Fußballverrückter, schlief in Bayern-München-Bettwäsche und war schon als 10-, 12-Jähriger täglich im Emslandstadion und trainierte.

Klar, dass jeder Lingener Fußballfreund Michis Entwicklung intensiv verfolgt und ihm die Daumen drückt. Der junge Mann ging als B-Jugendlicher zu seinem Traumverein Bayern München, setzte sich durch, machte Karriere, wurde dann aber von Trainer Klinsmann auf schäbige Weise direkt vor einem Championsleague-Spiel in Barcelona auf die Ersatzbank gesetzt und war schließlich Mitte 2010 ohne Verein. Ende desselben Jahres holte dann der 1. FC Köln den damals vereinslosen Profitorwart und schloss mit ihm -nach glanzvollen Leistungen, u.a. im März 2011 beim späteren Meister Dortmund- einen Vertrag bis zum Sommer 2013. Rensing brachte seine Leistung, viele seiner Mitspieler nicht. Deshalb stieg am Ende der letzen Saison 2011/12 der FC Köln in die 2. Liga ab, und plötzlich war Michi Rensing dem Verein zu teuer.

Die Kölner Führungsetage wollte ihn los werden, trotz des Vertrages bis 2013, trotz bester Leistungen und trotz großer Identifikation mit dem FC: „Ich hätte für den FC mein letztes Hemd gegeben. Ich liebe diesen Verein und diese Fans“, sagte Rensing dem Kölner Stadtanzeiger. „Mit dem Abstieg ist alles gestorben. Alles was wir aufgebaut haben und alles was wir aufbauen wollten.“ Die Kölner Tageszeitung weiter:

„Als er seine Zuneigung zum Klub mit der öffentlichen Ankündigung untermauerte, in der 2. Liga beimbeim Wiederaufbau zu helfen, stand er bereits auf der Abschussliste. (Manager) Claus Horstmann stauchte den 28-Jährigen zusammen. Der Plan, die Schuld für Rensings Abschied auf den Torhüter zu schieben, war gescheitert. „Er machte mir Vorwürfe. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Da wusste ich, dass sie nicht mehr mit mir planen“, sagt Rensing.“

„Wie alles geendet hat, fand ich extrem hart und traurig. Das war schon krass“, sagt Rensing. Mit (Ex-Trainer) Frank Schaefer führte er noch zwei „gute Gespräche“, der neue Trainer Holger Stanislawski hat nie mit ihm geredet. Der hochverschuldete Klub setzt auf (den 19-jährigen) Timo Horn, Rensing gehört plötzlich zum Kreis der Unerwünschten. „Dass nicht nur die Spieler abserviert wurden, die für Unruhe gesorgt haben, sondern auch die, die immer ihr Bestes gegeben haben, ist seltsam.“

Seit einigen Tagen ist Rensing kein Kölner mehr, und steht bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Der Kontrakt mit dem FC ist aufgehoben, wohl gegen Abfindung von 200.000 €; in anderen Quellen heißt es 300.000,- €. Die Kölner zahlen die Abfindung, weil Michi in Leverkusen deutlich weniger verdient.

Also könnte man das Kapitel zuklappen. Aber insgesamt bleibt mehr als ein schaler Nachgeschmack Ungewöhnlich deutlich hat jedenfalls Rensing-Kollege Stefan Wessels auf seiner Facebookseite Stellung bezogen. Der aus Schepsdorf stammende Profitorhüter, einst auch in den Diensten des TuS Lingen, von Bayern München und des 1. FC Köln (welche Auflistung, liebe TuS’ler!), schrieb gestern auf seiner Facebookseite:

Ein Beispiel, wie unmenschlich mit Spielern umgegangen werden kann. Michael Rensing. Umso mehr freue ich mich, dass er auf der anderen Rheinseite mit „meiner“ Nummer einen tollen Verein gefunden hat. Das hat er mehr als verdient.

Und legte nach, als einzelne Kommentare entschuldigend auf die Finanzsituation des 1. FC Köln hinwiesen:

Die Schulden sind … schon länger da und für das Wirtschaften des Vereins kann kein Spieler etwas. Zudem war Michael der konstanteste Spieler mit absoluter Identifikation…“

Und stellte, als sich Angriffe gegen ihn richteten, klar:

„Ich liebe Köln und den FC, aber diese Aktion im Sommer fand ich nicht in Ordnung!“

Recht hat er, der Mann! Rensing kam zur Winterpause 2010/11 zum 1. FC Köln und hatte großen Anteil am Klassenerhalt. In der vergangenen Saison konnte er den Abstieg trotz eigener guter Leistungen nicht verhindern. Dann wurde ausgerechnet er harsch kalt gestellt und musste sch mit einem privaten Torwarttrainer fit halten.

Und wozu? Der FC steht nach vier Zweitligaspielen mit nur einem einzigen Punkt auf einem Abstiegsplatz der 2. Bundesliga. Der neue Kölner Trainer Holger Stanislawski (Lieblingsfloskel: „Die Jungs“)wird sich selbst schnell einen neuen Verein suchen dürfen, wenn sich das nicht ändert. Dann wird niemand mehr mit ihm reden, der mit Michi Rensing nicht einmal sprach, vielleicht nicht einmal sprechen durfte.

Das alles achselzuckend nur als „typisch Profigeschäft“ zu bezeichnen, reicht mir nicht.

(Foto: Michael Rensing © torwart.de )

Glühbirne

1. September 2012

Ab heute gilt nach der EU-Verordnung 244/2009 bei Glühlampen die Energieeffizienklasse C für alle. Was das bedeutet, weiß ich nicht genau, ahne es aber. Allemal lautet hierzulande die hoch-aktuelle Frage:

„Welche Lampe kann watt?

„Birne kann alles“ hieß es triumphierend in den siebziger und achtziger Jahren. Gemeint war eine antiautoritäre Glühlampe, die Kindern die Welt erklärte. Dank erfolgreicher EU-Verordnung – gerne auch Glühbirnen-Verbot genannt – wird die nächste Generation wohl nicht mehr viel mit der allwissenden Birne anfangen können. Oder sie gar tatsächlich für das „Kleinheizgerät“ halten, zu dem sie findige Ingenieure auf der Suche nach einer Gesetzeslücke kurzerhand erklärt haben.

Für alle, die im buchstäb- lich warmen Schein des Glühfadens groß geworden sind, stellt sich hingegen die Frage: Welche Lampe ersetzt mir die Birne?

Mehr dazu von Julia Bluth auf (bzw gefunden bei) www.designlines.de“

Laufen

1. September 2012

Hier gönn ich Ihnen einen (Mittelschichts-)Hinweis für die (niedersächsischen Schul-)Herbstferien und an Menschenkinder, die wissen, wie man lang und ausdauernd läuft; also nichts für Anfänger.

Vom 20. – 27. Oktober findet das nächste Laufseminar von Thomas Altehülsing (Spelle, Foto re.)  statt. Der Physiotherapeut und Lauftrainer kündigt die Veranstaltung auf Mallorca so an:

„In einer Woche tankst du Sonne, Motivation und Laufkilometer zur Steigerung deiner läuferischen Fitness.

In den sieben Tagen in Can Picafort bieten wir immer drei Trainingsgruppen in unterschiedlichen Leistungsstärken an. Neben langen Dauerläufen, Laufstilvideoaufnahmen, Techniktraining, Intervalltraining bieten wir auch wieder Athletiktraining und individuelle Trainingsberatung.

Auch deine Freizeit und die Begleitung kommen nicht zu kurz. Bei den abendlichen Vorträgen sind auch Mitreisende herzlich willkommen. Außerdem bieten wir eine Fahrt nach Palma de Mallorca mit Besuch in einer der besten Tapas-Bars der Stadt an. Das ****- Hotel Granvista & Spa hat eine große Poollandschaft und Spa-Bereich der genutzt werden kann.

Mehr Informationen finden sich unter http://www.erlebe-sport.de/mallorca

Mein Knie samt Rücken werden übrigens wohl kaum teilnehmen. Wenn Sie mich also nicht sehen wollen, ist das die Gelegenheit.