Pausenbild 28

23. August 2012

(Alte Tankstelle an der Bernd-Rosemeyer-Straße, Lingen (Ems), © milanpaul via flickr)

10 Antworten zu “Pausenbild 28”

  1. Wolf - D. Hozapfel said

    Die steht doch sicher unter Denkmalschutz, denn Frau Walter war eine Institution! Auch wir haben da in den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts mit unserem Käfer getankt.

    Beste Grüße vom linken Niederrhein

  2. Josef Mudde van Duren said

    Ja lieber Herr Holzapfel, die Tankstelle steht noch da, aber leider nicht „sicher“ wie Sie vermuten. Sie wird, wenn ich das richtig deute, nicht so richtig geliebt. UND Denkmalschutz unterliegt in Lingen einem Verfallsdatum. Wenn Sie wieder einmal nach Lingen kommen, steht da vielleicht ein Supermarkt. Aber Sie können dort eh nicht mehr tanken, da ist es dann gut, wenn Sie günstig Erfrischungsgetränke kaufen können. Auch da, wo der Spitzbunker (noch) steht, der Ihnen sicherlich unter „Zuckerhut“ bekannt ist, finden Sie bald in einem Einkaufszentrum alles was Ihr Herz begeht. Wenn man den Werbeversprechen der Kaufmannsseelen etwas Vertrauen schenkt, sind in einem ausgelösten Kaufrausch bald alle nostalgischen Anwandlungen verflogen. Denkmalschutz!? kann man abrisseinfach ausradieren.
    Best Grüße zum linken Niederrhein!
    Josef Mudde van Duren

    • ulrike said

      …..und was Sie vielleicht nicht wissen, lieber Herr van Duren, das Bauamt der Stadt ist gleichzeitig die untere Denkmalschutzbehörde und genehmigt sich so selbst …….

  3. Josef Mudde van Duren said

    Liebe Ulrike,
    Sie scheinen zu wissen, was eine untere Denkmalschutzbehörde alles machen darf?, ich nicht. Die eigentliche Aufgabe ist doch ein denkmalgeschütztes Objekt zu schützen, denke ich der Logik folgend. Mich würde schon interessieren, warum der Zuckerhut unter Denkmalschutz gestellt wurde und ob dieser Grund entfallen ist. Warum und unter welchen Bedingungen wurde er an einen Lingener Kaufmann verkauft? Haben Sie darüber Informationen? Wissen Sie, ob das denkmalgeschützte Objekt und das Gelände besonders günstig erworben wurde, weil der Käufer gewisse Verpflichtungen zum Erhalt des Gebäudes eingegangen ist? Von Außen betrachtet, scheinen aber wohl keine Erhaltungsaufwendungen durchgeführt worden sein. In diesem Gebäude fanden einst viele Menschen in großer Not Schutz. Auch hier in Lingen sind wir hineingewoben in eine Geschichte, die man nicht abrisseinfach ausradieren darf, meint
    Ihr
    Josef Mudde van Duren

  4. „Auch hier in Lingen sind wir hineingewoben in eine Geschichte, die man nicht abrisseinfach ausradieren darf,…“

    Sicher! Bloß kommt dann jemand und hat Geld in die Hand genommen oder will es und das ist dann die nächste Geschichte…

  5. kib said

    Robert, bitte differenzierter!!“
    Ulrike hat heute sehr treffendes zum „Zuckerhut“ geschrieben:
    M.E. eine „unangebrachter Kosename“ der an Unangemessenheit seines Gleichen sucht….
    Kritisch hat Ulrike darauf hingewiesen, dass Gebäude/Denkmäler, die im privaten Besitz sind nicht ohne weiteres „angepinselt werden“ dürfen.
    Mit der alten Tankstelle verhält es sich „beinahe“ so, denn ihr Abriss steht nicht an, ist aber vermutlich unvermeidbar. Auf diesem Blog habe ich nie erfahren, seit wann das Gebäude nicht mehr bewirtschaftet wird (also „vergammelt“): Ich bin vor ca. acht Jahren mit einem befreundeten Bauingenieur vorbei gefahren: Das Gebäude ist nur mit sehr großem finanziellen Aufwand zu retten.. da es kein städtisches ist, erübrigt sich die Frage.
    Oder finden sich private Spender? Ich wäre ggf. dabei…

  6. kib said

    und HKT? Große Klappe oder bist Du dabei?

  7. Josef Mudde van Duren said

    JA, „Zuckerhut“ ist ein bitter galliger Begriff für etwas, was nix mit Zucker zu tun hat. Als er geprägt wurde, dachte man wahrscheinlich nur an die Form und ging wohl noch nicht so bildungssprachlich sorgsam mit Begriffen um wie heute. Ältere Leute, die „Zuckerhut“ sagen, wissen schon, dass die Zeit damals alles andere als eine des Zuckerleckens war. Wenn man Spitzbunker sagt, dekodieren sie nach einer Pause „Zuckerhut“. Dem müssen Nachgeborene wohl Rechnung tragen. Ich will diese Menschen nicht belehren. Als ich zu diesem Turm befragt wurde (LT 17.7.), sprach ich spontan von der „Kaisergedächtniskirche der Stadt Lingen“, weil dort in großer Not, Angst und Verzweiflung das „Vater unser“, das „Gegrüßest seist du Maria“ und der Rosenkranz gebetet wurden, manchmal auch wohl nur gestammelt. Für mich ist der Turm ein Kirchturm, er ist halt die Gedächtniskirche der Stadt Lingen. UND Kirchen darf man nicht abreißen. UND auch nicht einfach „anpinseln“! Das will auch keiner! Ich zumindest kann nur „malen“, das hat was mit DENKEN zu tun!
    Der Abriss meiner Gedächtniskirche wird wohl nicht zu verhindern sein, weil der Turm (vorwiegend?) als hässlich-graues Objekt empfunden wird, der wirtschaftlichen Interessen im Wege steht. Er muss ohne viel Federlesen totschweigend weg, er steht dem Fortschritt im Wege. Basta!
    Ich meine querdenkend, es gibt einen anderen Weg. Wir ersetzen das vermeintlich Hässlich-Graue durch ein UNO-Friedensblau und geben dem Turm eine unübersehbare Symbolkraft, begleitet durch Informationen zur damaligen Zeit. Dabei bin ich gar nicht auf Pinselführung festgelegt. Man kann ihn auch mit LED-Licht (umweltschonend) durch einen blauen Farbfilter anstrahlen. Dann, nach drei Wochen, drei Monate dürfen es auch sein, mögen die Bastaleute mit ihrer Abrissbirne anrücken. Vorteil: Inzwischen wissen wir, was wir da abreißen. Meine Gedächtniskirche bekommt dadurch gleichsam einen mit Widerhaken verankerten Platz im kollektiven Gedächtnis der Stadt Lingen.
    Zur alten Tankstelle: Zum Erhalt meiner Gedächtniskirche will Hans Brink 500 Euro beitragen. Das Geld können wir dann für die auch unter Denkmalschutz stehende Tankstelle verwenden. Ich spreche mit ihm. Das geht wohl in Ordnung. Und ich will auch gerne meinen Beitrag dazu leisten. Eine Idee habe ich auch schon, aber ich kann nur noch kleine Schritte machen. „Das ist dann die nächste Geschichte…“, um es mit Robert Koops Worten zu sagen. Wenn wir uns alle Gedanken dazumachen, muss die alte Tankstelle kein Traum bleiben,
    meint
    Josef Mudde van Duren

    • ulrike said

      Lieber Herr Mudde van Duren , es tut mir so leid , Ihre Begeisterung für die Farbgestaltung des Bunkers ausbremsen zu müssen .
      Ein farbiger Anstrich würde ein Gerüst erfordern, das durch die FORM des Gebäudes teuer würde . Ich gehe von einer Summe um 15 000 Euro aus .
      Eine solche Aktion wäre finanziell nur von Christo zu stemmen.
      Eine farbige Lichtgestaltung würde daran hapern , daß man nicht so ohne weiteres das Grundstück dafür betreten und eine Lichtanlage installieren könnte.

      Nach wie vor halte auch ich den Bunker als Zeitzeugen für ein zu erhaltendes Mahnmal.

      Eine Alternative sähe ich in einem zu gründenden Verein , der Mittel für den Bunker zur Verfügung stellen würde.

      Falls es Sie tröstet , bis jetzt ist noch nicht klar , ob dort tatsächlich ein Einkaufzentrum von Kaufland gebaut wird.
      Aus diversen Gründen.

  8. Josef Mudde van Duren said

    Liebe Ulrike, so teuer wird ein Gerüst doch nicht sein, und mit einem Hubwagen, oder wie das Ding heißt, käme man doch auch überall hin, bis zur Spitze. Eine farbige Lichtgestaltung wird mir aber immer sympathischer. Damit kann man auch die Friedenstaube von Picasso und eine Botschaft auf den Turm projizieren.
    Die Gründung eines Vereins ist eine sehr gute Idee. Frauen können einfach besser denken, das muss ich kleinlaut zugeben. DANKE!
    Könnte man auch den Heimatverein mit ins Boot nehmen? Wie effektiv wären die Kivelinge?, die haben unüberhörbar laute Trommeln!
    Der größte Mangel sind die fehlenden Informationen über den Winkel-Turm. Die Fragen, die ich in diesen blog gestellt habe, stellen sich andere, die mich angesprochen haben, auch. Informationen können bald fließen. Ich habe den Stadtarchivar Dr. Schwenke und den Oberbürgermeister Dieter Krone, den obersten Herrn der Denkmalschutzbehörde, zweimal angeschrieben. Nun sind noch Ferien, und in der Verwaltung hat man sicherlich noch anderes aufzuarbeiten, aber ich denke, da tut sich bald was.
    Ihre letzen beiden Sätze sind ja vielsagend und lösen ein tiefes Erstaunen bei mir aus. Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Typ, allerdings weiß mein Altersgedächtnis auch, dass Macht (fast) immer das letzte Wort hat. Ich übe mich in Geduld. Hesse hat einmal gesagt: Nur Geduld ist wichtig im Leben.
    Danke für Ihre tröstenden Wort.
    Josef Mudde van Duren

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