Backoffice

13. August 2012

Eins hab ich noch, bevor ich mich in den Urlaub entferne. Natürlich aus der beliebten Rubrik: Was man weiß, was man wissen sollte:

Ich weiß gar nicht, wie diese Gruppe hieß, die die Personalratswahlen 2012 bei der Stadt in diesem Frühjahr klar gewonnen hat. Ich meine, „Neuanfang 2012“ oder so. Mit der Mehrheit dieser Gruppe hat der Personalrat jetzt zugestimmt, dass eine Mitarbeiterin des LWT eV in die Stadtverwaltung wechselt. Unter der alten Mehrheit hatte der Personalrat dies noch abgelehnt und zwar mit gutem Grund: Die fertig ausgebildeten Auszubildenden der Stadt sollten statt dessen übernommen werden, allemal die mit guten Noten, möglichst aber alle.

Doch die fünf Auszubildenden des jetzt abgeschlossenen Ausbildungsjahrgangs der Stadtverwaltung sind leider -auch bei bester Ausbildungsleistung- nach ihrer Abschlussprüfung entlassen, pardon: nicht übernommen  worden;  genau dies wollte der ehemalige Personalrat verhindern und  stritt für ihre Übernahme in feste Arbeit im Rathaus.

Stattdessen wurde nun eine Teilzeitkraft (20 Stunden) aus dem LWT und der suchte schon am Samstag per LT-Inserat eine 20-Stunden-Nachfolgerin, u.a. für den Backoffice-Bereich. Backoffice klingt allemal besser als Hinterzimmer, ist aber dasselbe.

Ich weiß nicht, ob die Stelle im Rathaus, die die bisherige LWT-Mitarbeiterin inzwischen besetzt hat, ausgeschrieben war. Eine öffentliche Ausschreibung gab es jedenfalls nicht. Soweit so schlecht und schon das ist schlecht genug.

Was dem Ganzen aber deutlich mehr als nur ein Geschmäckle gibt: Es ist die Tochter eines führenden Mitglieds des Lingener Stadtrates, genauer der CDU-Mehrheitsfraktion, die in den Genuss dieser freundlichen Übernahme durchs Rathaus kam. Übrigens: Die Auszubildenden, die keine Stelle erhielten, hatten keine einflussreichen Eltern. Sie hatten nicht mal mehr den Personalrat auf ihrer Seite. Er sollte sich schämen, dieser Neuanfang 2012.

Schönes Lingen -2

13. August 2012

Speiseabfälle! Sie stehen in unserem Städtchen einfach so draußen herum. Beispielsweise seit mehr als zwei Jahren in der Sturmstraße (meist vor dem Trafohäuschen der Stadtwerke). Das ist möglich, weil es Theorie und Praxis gibt. Und das geht dann so:

Entsorgung in der Theorie:
„In der Regel werden Sie die Küchen- und Speiseabfälle bzw. ehemaligen Lebensmittel in Behältern sammeln, die Ihnen das Trans- port- bzw. Entsorgungsunternehmen zur Verfügung stellt. Die Behälter sind zu beschriften mit den Hinweisen: “Küchen-/Speiseabfälle / Lebensmittelabfälle – Kategorie 3 – Nicht für den menschlichen Verzehr“. Der Standort der Behälter muss sich außerhalb von Räumen befinden, in denen mit Lebensmitteln umgegangen wird (d.h. nicht in der Küche!). Die Behälter sind für unbefugte Personen und für Tiere unzugänglich zu halten (d.h. unter Verschluss). Im Winter sollten die Behälter kühl aber frostfrei stehen, damit sie ordnungs- gemäß entleert werden können.
Im Sommer ist unter Umständen eine Kühlung erforderlich, um unzumutbare Beeinträchtigungen für Mitarbeiter und Nachbarschaft z.B. durch Gerüche oder Madenbefall zu vermeiden (kühler, schattiger Platz / Kühleinrichtung). Die Sammelbehälter sind nach jeder Entleerung gründlich zu säubern, d.h. aus-/abzuwaschen, zu desinfizieren und zu trocknen.“

Entsorgung in der Praxis in Lingen (u.a. Rathausgasse):
„Stell den Scheiß doch einfach unbeschriftet zwischen die anderen Mülltonnen (also schattig!) in einer kleinen blauen Tonne auf die Straße. Ist ja 15m (in Worten: fünfzehn Meter), also total weit genug vom Rathaus entfernt und dann sieht das keiner und wenn es doch jemand sieht, interessiert es nicht. Und einmal in der Woche oder alle 14 Tage kommt der Entsorger.“

Loch

13. August 2012

Bekanntlich ist es etwas schwierig für einen Baum, in Lingen zu bestehen. Da war die Sache mit den Platanen im Stadtzentrum, mit dem ganzen Altenlingener Forst, den Esskastanien im Amtsgerichtshof und manches mehr. In diesem Frühjahr pflanzte der Bauhof zwei neue Bäume an den Anfang der Schlachterstraße und zwar da, wo zwei Vorgänger die Inanspruchnahme durch Karneval und Kiveling nicht überstanden hatten. Einer der beiden Neuen ging ein oder wuchs nicht an, ganz wie es beliebt.

Vielleicht lag es daran, dass die Lkws nicht ganz leicht an ihm vorbei fahren konnten und ihn so in Mitleidenschaft zogen. Vielleicht lag es auch an dem Splitt, der nicht nur da, sondern auch bei anderen Bäumen in der Schlachterstraße übel-deftig über das Pflanzloch geschmiert wurde, als wäre er Düngersubstrat. Oder an dem unbedachten  Streusalzpökeln im ausgehenden Winter. Ich weiß es nicht, und den Baum kann man nicht mehr fragen.

Denn der  verschwand über Nacht und wurde durch ein Loch mit noch mehr Splitt nebst einer  Warnbake ersetzt, die bei jedem innerstädtischen Fest hin- und hergeschoben wird. Das warnbakengesicherte Loch soll jetzt wohl ein knappes Jahr lang vor sich hin liegen und ich frage mal vorsichtig, ob es da nicht auch eine andere Lösung geben könnte. Ich kann mir nämlich so manches vorstellen. Aber haben Sie auch eine Idee? Super! Schicken Sie mir eine E-Mail. Dann schreiben wir vielleicht zusammen an das kommunale Beschwerdemanagement?