Zensur

7. August 2012

Eigentlich ist es schon faszinierend. Jede staatliche Regel, jeder staatliche Eingriff in die Freiheit des Netzes führt sofort zu einem großen Aufschrei der Netzgemeinde. Selbst wenn es beispielsweise um demokratisch-legitimierte Regeln geht, die gewählte Parlamente aufgestellt haben.

Zuleich aber werden die allgegenwärtigen Eingriffe der privaten Aktiengesellschaften Apple, Facebook. Amazon und Google & Co in die Netzneutralität achselzuckend akzeptiert, obwohl sie allemal undemokratisch sind und ihre Auswirkungen genauso viele Menschen betreffen. Nun bringt  “ DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe eine Titelstory über privatisierte neue Öffentlichkeiten durch Apple, Facebook, Amazon, Google & Co: Vier Sheriffs zensieren die Welt.

Die vier Konzerne definieren das Netz, überziehen es mit Weltanschauungen, Moralvorstellungen, Ideen von Gut und Böse. Sie haben eine digitale Welt geschaffen, die mehr an ein autoritäres Disneyland erinnert als an einen wilden Dschungel. Teils aus eigenem Antrieb, teils von Regierungen dazu gezwungen, schaffen sie Fakten und setzen Regeln, die für alle gelten sollen. So werden sie immer wieder zu potenten Zensurmaschinen, zu Gedankenwächtern der Gegenwart. Zu Instrumenten der Lenkung.

weiterlesen bei DIE ZEIT

 

(Quelle)

2 Antworten to “Zensur”

  1. J. Reul said

    Es ist und bleibt doch zunächst einmal die Frage, ob man sich der Diktatur freiwillig unterwirft. Ich gehöre eindeutig nicht zu dieser Spezies.

    Ich habe kein Account bei Facebook, auch nicht bei Xing oder anderen Portalen. Auch nicht bei Twitter. Ich bin durchaus in der Lage, meine persönlichen privaten wie auch beruflichen Kontakte Auge in Auge, Ohr an Ohr oder auch schriftlich zu pflegen. Anonyme Follower brauche ich nicht, ich muss auch der interessierten Öffentlichkeit nicht offenbaren, ob und wie viele Fans ich habe. Wer etwas von mir will, der kann mich direkt kontaktieren. Wer mich kennt, weiß auch, wie er an mich herankommt. Wer mich nicht kennt, braucht auch meine Koordinaten nicht.

    Um Bücher zu kaufen, brauche ich ebenfalls nicht Amazon. Da gibt es zumal in Lingen einen richtig guten Buchladen mit Top Service. Der heißt Holzberg. Aktuelle Bücher kann man sofort mitnehmen, was nicht da ist, ist in der Regel am nächsten Tag da. Schneller ist Amazon da auch nicht und billiger sowieso nicht. Gerade für die Menschen, die zwischenmenschliche Kontakte nur noch über ihren Internetanschluss bei Facebook pflegen, ist so ein Buchladen genau der richtige Ort, um wieder einmal zurück ins RICHTIGE Leben zu finden. Man spricht dort immerhin mal wieder mit realen Menschen, kann sich persönlich austauschen oder führt nach langer Zeit einen kleinen Plausch von Angesicht zu Angesicht. Ich fürchte, die Generation Facebook ist auf dem besten Weg, das Zwischenmenschliche total zu verlieren, so etwas wie Empathie via Computertastatur ist jedenfalls kaum vorstellbar.

    Neben Google gibt es auch noch andere Suchmaschinen. Ich bin inzwischen auch ohne Artikel in der Zeit schon lange dahinter gekommen, dass man bei Google Vieles nur dann findet, wenn Google das so will. Sehr erstaunlich ist oft gerade bei dürren Google Ergebnissen der Erfolg einer gleichlautenden Suche zum Beispiel auf Yahoo oder anderen Maschinen. Und eine Mitgliedschaft in irgendwelchen Google Angeboten kann man doch wohl auch so sehen, wie sie sind. Es sind Angebote. Die muss ich nicht annehmen. Warum sollte ich bei Google denn überhaupt ein E-Mail Account eröffnen, wohl wissend, dass dort mitgelesen wird und meine Adresse verkauft wird? Das ist nun mal so bei allem was kostenlos angeboten wird. Man muss sich immer vor Augen halten, dass man trotzdem dafür zahlt. Zwar nicht mit Euro, aber mit seinen persönlichen Daten.

    Na und dann noch Apple. Wer Apple kauft, der weiß, dass er ab sofort eine exklusive Ehe mit Apple eingeht. Auf einer Apple Maschine läuft halt nur das, was Apple mir erlaubt und das kann ich in der Regel auch nur bei Apple kaufen. Wer sich darauf einläßt, darf sich nicht beklagen. Zudem ist Apple Hardware bereits bei Markteinführung meist schon nicht mehr auf dem technisch neuesten Stand. Das kompensiert die Firma mit tollem Design. Für mich ist ein PC oder Notebook jedoch Arbeitsgerät und nicht Statussymbol. So etwas brauche ich zum Glück nicht.

    Was es heißt, Apple Kunde zu sein, habe ich gelernt, nachdem ich mir dieses Wunderding von iPhone zugelegt habe. Super, was man da alles damit machen kann. Nur zum Telefonieren taugt das Teil herzlich wenig. Ich erlebe immer wieder -zumal wenn ich im ICE sitze- dass mein Nebenmann mit einem alten Nokia Knochen problemlos telefoniert, ich aber habe keinen Empfang mit meinem Wundertelefon. Resultat: Ich schleppe auf Reisen mein altes Nokia mit, möchte aber zugegebenermaßen auch nicht auf die vielen Gimmiks meines iPhones verzichten. Ich kann damit Mails senden und empfangen, Flüge buchen oder umbuchen, Bahntickets kaufen, Sitzplätze reservieren und und und. Inzwischen gibt es von anderen Herstellern sogar noch deutlich bessere Spielzeuge und ich werde mein nächstes Telefon garantiert nicht mehr bei Apple kaufen. Und das hat seinen Grund.

    Was es heißt, bei Apples Zwangsportal iTunes Software zu kaufen ist wirklich bemerkenswert. Da hatte ich mir bei iTunes eine Navigationssoftware gekauft. Um überhaupt in iTunes mal rumzustöbern muss man sich vorher mit allen persönlichen Daten registrieren. Und schon ist Man gefangen. Danach ging alles ganz einfach über PC, Internet und Visa. Doch was ich auf diesem Weg bekam, war nur die Basissoftware, mit der ich berechtigt war den vollen Kartendownload, allerdings nur per Wlan zu laden. Dort wo ich war, hatte ich kein Wlan, also beim Apple Kundendienst beschwert, dass nicht erkennbar ist, dass man seine Karten nur über Wlan und nicht über die übliche Internetverbindung via PC oder Notebook bekommt. Super Service dachte ich zunächst, man sagte mir nämlich sofort zu, mir den bereits über Visa bezahlten Kaufpreis zu erstatten. So weit, so gut.

    Was allerdings dann sehr irritiernd war: am nächsten Tag war die Basissoftware wie von Geisterhand wieder von meinem iPhone verschwunden. ICH hatte selber nichts gelöscht. Muss ja wohl irgendwer von außen in den Speicher meines iPhones eigedrungen sein und ganz gezielt ausgerechnet die ja inzwischen wieder unbezahlte Software gelöscht haben. Mir wollte spontan doch tatsächlich niemand einfallen, der ein Interesse daran haben könnte so etwas zu tun. Auch konnte ich mir nicht erklären, wer letztendlich überhaupt die techn. Möglichkeiten dazu haben könnte und gleichzeitig weiß, auf welchem Handy sich die besagte, unbezahlte Software befindet? Vielleicht weiß ja ein Leser, was da passiert sein kann?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.