Finale

5. August 2012

Dann gab es heute Abend den ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann, der das 100m-Finale der Herren bei den Olympischen Spielen in London kommentierte. Und wie! Er outete sich als Dopingfreund, weil „das Dämonisieren doch nichts bringt“. Es war unglaublich.

im Tatort

5. August 2012

Ein Lingener im Tatort
überschreibt heute Abend Chrissie ihre einmal mehr lesenswerte Kolumne und klärt uns auf:

          „Eine der beliebtesten deutschen Fernsehproduktionen ist – ohne jeden Zweifel – der Tatort. Jedes Bundesland hat mindestens ein Ermittlerteam. In Niedersachsen ermittelt Charlotte Lindholm. Die Hannoveranerin wird in die unterschiedlichen Regionen Niedersachsens geschickt. 2006 war sie in Osnabrück. Es gab eine Ausschreibung, dass für die Produktion des Sonntag-Abend-Krimis Statisten gesucht würden. Man sollte sich in das Gebäude der Volkshochschule Osnabrück begeben. Wir waren spontan begeistert und begaben uns zu dritt nach Osnabrück: Mein Mann, ich – und unser Dackel.

Wir dachten: Ein Ehepaar mit Dackel kann man bei der Filmproduktion sicherlich gut gebrauchen. Schließlich sollen Statisten ja Hintergrund-Bevölkerung darstellen, ohne die so ein Film recht unrealistisch wäre. Und so ein Dackel kommt bestimmt gut an, dachten wir. In Osnabrück angekommen, sahen wir uns mit einer sehr langen Menschenschlange konfrontiert. Bis auf die Straße ging diese Schlange, die darauf wartete, in den vierten Stock durchzukommen, wo das Casting stattfand. Unmöglich, mit einem Hund so lange zu warten. Bis wir drangekommen wären, wäre der Dackel längst durchgedreht.

Wir mussten uns etwas einfallen lassen. Statt uns an das Ende der Schlange zu stellen, wie höfliche Engländer dies getan hätten, stiegen wir …“

Fortsetzung hier

Schlusslicht

5. August 2012

http://www.flickr.com/photos/sauerpower/4458939129/in/set-72157623565115713Schon vor einigen Tagen fand ich eine Meldung, an die ich mich heute erinnerte. Der NABU hat darin eine ernüchternde Bilanz bei Vogelschutzmaßnahmen an Strommasten gezogen. Bis zum 31. Dezember diese Jahres haben die Stromnetzbetreiber in Deutschland nämlich noch Zeit, Maßnahmen an Mittelspannungsfreileitungen umzusetzen, die Stromschläge bei Vögeln verhindern, wenn die Vögel bei Berührung von spannungsführenden Teilen von Mittelspannungsleitungen Erd- oder Kurzschlüsse verursachen. Die Bilanz der NABU-Naturschützer: Von den identifizierten gefährlichen Strommasten der aktuell existierenden 120.000 Kilometer Mittelspannungsleitungen in den Bundesländern wurden bisher etwa 60 Prozent entschärft. „Es ist begrüßenswert, dass einige Bundesländer und Energieversorger die permanente Gefahr für Tausende Vögel, an Strommasten zu verenden, erkannt haben und engagiert angegangen sind. Leider hat die Hälfte der 13 Flächenländer die zehn Jahre zur vollständigen Umrüstung verschlafen“, beschreibt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller die Entwicklung.

Seit zehn Jahren (!) schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass neue Strommasten vogelsicher zu bauen und bestehende gefährliche Mittelspannungsmasten bis 2012 technisch nachzusichern sind. Die zugrunde liegenden Vorschriften gelten flächendeckend als verbindlich. Vogelschutzmaßnahmen sind notwendig, weil insbesondere große Vögel wie Störche, Greifvögel und Eulen auf Strommasten landen und so Erd- oder Kurzschlüsse auslösen. Der so genannte Stromtod ist etwa beim Weißstorch die häufigste Todesursache in seinen Brutgebieten. Strommasten können jedoch mit Schutzhauben, Markierungen oder Isolationstechniken dagegen gesichert werden.

Besser schützt Erdverkabelung die Vögel, die 2010 bundesweit bereits 75 Prozent bei der Mittelspannung ausmachte. Einzig und allein die Stadtstaaten können so eine fristgemäße Umrüstung vorweisen. So waren Berlin und Hamburg bereits 2006 fertig und Bremen steht kurz vor Abschluss der Erdverkabelung. Aber auch in Flächenländern wie Schleswig-Holstein geht es bei der Risikoverminderung voran: Bei der Entschärfung 187 sensibler Leitungsbereiche bis zum Jahresende werden dort bereits drei Viertel der Mittelspannungs-Leitungen unter die Erde verlegt sein.

Wenige „Monate vor Fristende hat kein einziges Flächenland eine vollständige Entschärfung erreicht. Wenn der Sicherungsbedarf in zehn Jahren so stiefmütterlich behandelt wurde, ist fraglich ob bis zum Jahresende 100 Prozent erreicht sein werden“, so Miller. Unter den Ländern mit den größten Mittelspannungsnetzen befindet sich lediglich Nordrhein-Westfalen bei der Umrüstung nah am Ziel. Hier sollen nach Angaben der zuständigen Behörden bisher rund 52.000 von 63.000 gefährlichen Masten gegen den Vogel-Stromtod gesichert worden sein. Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind mit über 70 Prozent Umrüstungsbestand optimistisch, die Frist einhalten zu können. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben auf die NABU-Abfrage zum Stand der fristgemäßen Umrüstung gleich gar nicht geantwortet.

Niedersachsen hat zwar das Problem internetwirksam erkannt, ist aber eines der Schlusslichter bei der notwendigen Umrüstung. Hierzulande wurde bisher nur jeder dritte Mast umgerüstet. Zweidrittel nicht. Da fiel mir ein, in Lingen nachzufragen, wie es bei uns aussieht. „Die Erfolge müssen zudem von Instanzen geprüft werden, die vom Netzbetreiber unabhängig sind und die Kontrollen ab 2013 weitergeführt werden“, sagt der NABU. Auch danach will ich fragen.

(Foto. Strommasten bei Benteler Stahl, Lingen-Darme © dendroaspis2008)