Verschwendung

18. Juni 2012

Richtig dreist tritt der quasi-öffentliche Verein Lingen Wirtschaft und Tourismus e.V. („LWT“) dazu an, die Touristikinformation im Rathaus umzubauen. Vor nicht einmal einem Jahr hüpfte der Verein so gerade der Insolvenz von der Schippe und benötigte eine städtische Finanzspritze von 350.000 Euro. Jetzt also sollen diese Steuergelder nicht etwa zurückgezahlt werden. Nein, es wird im Hause LWT gebaut, wenn es nach dem Willen der hauptamtlichen LWTisten geht. Motto: Wir haben’s ja!

Die -äußerst dünn abgefasste- städtische Vorlage Nr. 209/2012 dazu  soll in der öffentlichen Sitzung des „Beirat LWT“ am 26.06. -Dienstag in einer Woche- unter Tagesordnungspunkt 7 beraten werden und traf zum Wochenende bei mir ein. Sie enthält keine Begründung, keine Zahlen sondern nur Verwaltungssprachmüll. Ärgern Sie sich also zum Wochenanfang genauso wie ich über das Vorhaben und über diese „Mitteilungsvorlage„, die Ihre Steuergelder betrifft:

„Inhalt der Mitteilung: 

Der Lingen Wirtschaft und Tourismus e.V. beabsichtigt die Touristinformation durch Umbaumaßnahmen zu modernisieren, um den Anforderungen der Kunden und der  Mitarbeiter besser gerecht zu werden (siehe Anlage).

Hierzu liegt dem LWT bereits ein Angebot vor.

Die Geschäftsführerin des LWT erläutert in der Sitzung die Planungen.“ (Ende der Vorlage)

Auch sonst erinnert die Sitzungseinladung an die Wundertüte. Die gab es früher auf der Kirmes. Man bezahlte für die undurchsichtige Tüte 50 Pfennig, riss sie gespannt auf  und dann war immer Mist und Tand drin. Ist es hier auch so? Kein einziger Tagesordnungspunkt für diese Sitzung kann jedenfalls angesichts nichts sagender Vorlagen vorbereitet werden: 100 Wörter insgesamt in drei Vorlagen und nur  „Die Geschäftsführerm des LWT gibt, erläutert, wird geben einen Überblick, eine kurzen Überblick…“. Schauen Sie selbst!

Es droht nach der Geld- jetzt auch noch Zeitverschwendung.

4 Antworten to “Verschwendung”

  1. VOSS said

    Ich kann mich Ihren Aussagen nur anschließen.

    Der LWT ist ein privatrechtlich eingetragener Verein, der von der
    Stadt Lingen gefördet wird , bis er platzt. Über fehlende Einnahmen muß man sich hier keine Sorgen machen, wofür gibt es Steuergelder, notfalls übernimmt der LWT städt Aufgaben, die
    Geld bringen,nähmlich die Vergabe des öffentlichen Straßen-
    raumes bei besonderen Veranstaltungen. Hier sollen angeblich
    vom LWT Gebührenbescheide und Verwaltungsakte (Genehmi-
    gungen ) erteilt worden sein, die das Maß aller Dinge überschritten
    haben.
    Derartige Verfahren sind rechtlich nicht zulässig, es handelt sich
    um hoheitsrechtliche Aufgaben der Stadt Lingen.
    Wo ist eigentlich das Geld geblieben?

    Eine Ausweitung der LWT ist weder erforderlich noch sinnvoll,
    da dann der Zuschuss noch höher werden wird.Eine Ausgliederung aus dem Verwaltungsgefüge und damit eine Verselbständigkeit des Vereins, der die Dinge, die er
    vorbereitet auch selbst erwirtschaften muß, wäre im Hinblick
    auf andere Vereine fairer und rechtlich nicht zu beanstanden.

    Warum die Ratsherren nur eine Vorlage ohne sachlichen
    Inhalt und Begründungen erhalten ist verständlich, sonst
    könnten die Ratsherren ja auf die Idee kommen,zu recherchieren.
    Das ist ja gerade nicht gewollt.
    Demokratie geht jedoch anders.

    Außerdem habe ich nicht den Eindruck,dass die Bürger der LWT
    ihre Steuergelder schenken wollen.

  2. küster said

    Vielleicht sollte der LWT nicht mehr der Versorgungsverein ehem. Bundeswehrsoldaten sein. Vielleicht sollte man neben einer wirklich befähigten Geschäftsführerin auch noch ein ebensolches Team bilden. Vielleicht sollte man nicht nur -natürlich aber auch- immer neue Broschüren herausbringen. Vielleicht sollte ein Gesamtkonzept entwickelt werden. Vielleicht sollten die Unterstützer (Gastronomen als Beispiel) in dieses Konzept nicht nur mit Beitragszahlungen gefordert werden. Vielleicht sollte es stärker verknüpft sein mit Stadtmarketing! Vielleicht sollte es kein Eigenleben führen können. Hatten wir schon mal, als das Kulturamt losgelöst wurde und einen tollen Job macht. Gruß an Rudi Kruse und Andreas Löpker.

    Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, das Kultur etwas Anderes ist als das Verwalten eines Budgets das bedient!

  3. Thomas said

    Was soll dieser LWT Quatsch überhaupt? Das bisschen Eisbahn im Winter kann auch von anderen organisiert werden.

  4. Gab es da nicht mal Mindestvoraussetzungen, die eine städtische Beratungsvorlage enthalten soll? Lassen die Stadträte bzw. Stadträtinnen das tatsächlich gefallen, was da an Wortmüll vorgelegt wird? Vorlagen sollen Informationen enthalten, ich habe derartiges nicht gefunden!

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