Guten Morgen

9. Mai 2012

Kennen Sie den IBBtown-Blog aus der westfälischen Nachbarschaft? Er lohnt sich. Morgendlich eröffnet Blogbetreiber Carsten Herkenhoff den Tag mit seiner Guten Morgen-Kolumne. Heute so:

Morgenkaffee„Manchmal staunt man schon, wer da in Deutschland auf einem Professorensessel sitzt. Jürgen Bellers z.B. hält homosexuelle Partnerschaften für ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Auch dürfe Sexualerziehung in Schulen nicht über das durch evangelische und katholische Theologie vorgegebene Maß erläutert werden:

‚Aufklärung darf an Schulen nicht dadurch betrieben werden, dass man die Werteerziehung durch das Elternhaus infrage stellt‘

Ich hätte ja Lust, mit Bellers in Grundschulen im Ruhrgebiet zu gehen, wo blaugeschlagene Schüler zur Schule kommen. Da könnte er den Satz nochmal sagen.

Der Fefe des TagesFlughafen-Nacktscanner macht Insulinpumpe kaputt.

Konstantin Klein berichtet von einem zweitägigen Symposium des Instituts für Rundfunktechnik, eines Think Tanks von ARD, ZDF, DeutschlandRadio, ORF und SRG.

Nicht immer ganz verständlich, aber sehr interessant ist Boris Fust mit dem Thema Piraten und Musiker.

Und während ich mir die Frage stelle: Was tun wir eigentlich gegen katholische Fundamentalisten? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.““

Klicken Sie mal vorbei.

(Quelle)

Identität

9. Mai 2012

Mit der Mehrheit von CDU und FDP hat es der Niedersächsische Landtag gestern  abgelehnt, den Schutz vor Diskriminierung wegen „sexueller Identität“ in der Landesverfassung zu verankern. Den Antrag hatte „Die Linke“ eingebracht. SPD und Grünen unterstützten ihn. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition von Ministerpräsident David McAllister hatte aber schon im Vorfeld abgewunken. Sie lehnte den Diskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten in der Verfassung ab. Zurzeit sind in Artikel 3 der Niedersächsischen Verfassung bereits Benachteiligungen wegen des Geschlechts, der Abstammung, wegen Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, sowie religiöser oder politischer Anschauungen untersagt. Politiker von CDU und FDP hatten erklärt, dass „sexuelle Identität“ nicht hinzugesetzt werde müsse, da Schwule und Lesben bereits jetzt gleichberechtigt seien, auch ohne in der Verfassung erwähnt zu werden (queer.de berichtete).

Mehrere andere Bundesländer haben dagegen den Diskriminierungsschutz von Schwulen und Lesben in ihren Landesverfassungen etabliert. Neben Berlin, Brandenburg und Bremen hat vergangenes Jahr auch die damalige CDU/FDP/Grüne-Koalition im Saarland eine entsprechende Regelung beschlossen. Damals stimmten ausnahmslos alle Parlamentarier für das Verbot der Diskriminierung (queer.de berichtete). In Thüringen ist zudem eine Regelung in Kraft, in der von der „sexuellen Orientierung“ die Rede ist.

Der Lesben- und Schwulenverband kritisierte die schwarz-gelbeLandesregierung: „Es ist enttäuschend, dass insbesondere die FDP, die erst vor zwei Wochen auf ihrem Bundesparteitag die Öffnung der Ehe forderte, hier ihre Zustimmung verweigert“, erklärte Benjamin Rottmann vom LSVD Niedersachsen-Bremen. Die Ablehnung des Antrags, die am Dienstag ohne Angabe von Gründen vollzogen wurde, zeige, dass weder CDU noch FDP sachliche Argumente hätten.

Außerdem müsse man nur in die Zeitung schauen, um zu sehen, wie wichtig der Diskriminierungsschutz sei. So war erst vor gut einer Woche der Fall eines Grundschullehrers in Visbek nahe Cloppenburg Niedersachsens bekannt geworden, der auf Druck von katholischen Aktivisten wegen seiner sexuellen Orientierung als Grundschulleiter verhindert wurde (queer.de berichtete). „Bei den Landtagswahlen 2013 werden Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender wissen, welche Partei sich für ihre Rechte einsetzt“, drohte Rottmann. (dk)

gefunden bei queer.de

(Grafik: Sitze im Niedersächsischen Landtag, Rowan)

Benteler

9. Mai 2012

Die Warnstreiks der IG Metaller gehen auch in dieser Woche weiter. In 460 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie  traten gestern  (08.05.2012) in Deutschland zehntausende Beschäftigte in den Ausstand.  Mit ihren Warnstreiks erhöhen Gewerkschaft und  Beschäftigte den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen nochmals, ohne dass dies bislang aber zu einem Tarifabschluss führte.

Auch in der Region gab es weitere Warnstreiks. So beteiligten sich 75 Beschäftigte der Früh- und Tagschicht der Firma Benteler in Lingen für eine Stunde am Warnstreik (Foto lks).  Auch Arbeitnehmer der Firmen Herzog in Osnabrück und Frimo in Lotte legten am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt, um zu protestieren. In Lotte protestierte die gesamte Frühschicht, wie Betriebsratsvorsitzender Dietmar Schoo sagte. In Osnabrück streikten rund 50 Beschäftigte.

Hartmut Riemann (IG Metall Osnabrück) begründete die Forderungen mit der “guten wirtschaftlichen Situation in der Metallindustrie”.

Heute ist  bei VW in Osnabrück  ein einstündiger Warnstreik geplant. Die Gewerkschaft erwartet, dass sich daran bis zu 700 Beschäftigte beteiligen werden. Am Freitag ist beim Automobilzulieferer Lear in Bersenbrück ein Warnstreikfrühstück geplant. Es sei denn, es kommt bei den Tarifverhandlungen am Donnerstag zu einer Einigung. Die Gewerkschaft geht allerdings nicht davon aus. Zwar findet nämlich am 10.Mai  die nächste Tarifverhandlung für den Tarifbezirk Osnabrück-Emsland statt. Ein Tarifabschluss ist traditionell das Ergebnis der Verhandlungen in den kampfstarken Bezirken der IGM, meist im IGM-Bezirk Baden-Württemberg, in dem gestern ebenso wie in Niedersachsen und dem Bereich Küste die bereits vierte Tarifverhandlungsrunde mit den Metallarbeitgebern scheiterte.

 

(Foto: © IG Metall Rheine)