Bernd Schlömer

29. April 2012

Bernd Schlömer kommt aus Meppen, genauer aus dem Meppener Stadtteil Bokeloh. In der Kreisstadt ist er 1971 geboren und aufgewachsen. 1990 machte er am Meppener Marianum  sein Abitur. Anschließend ging es zum Grundwehrdienst zu den Panzergrenadieren in die Frieslandkaserne Varel; nach dem Grundwehrdienst studierte an der Universität Osnabrück Sozialwissenschaften und war mehrere Jahre in der studentischen Selbstverwaltung der Universität tätig, unter anderem als ASTA-Referent. Nach dem Diplom studierte Bernd Schlömer in Hamburg noch Kriminologie, schloss dieses Studium ebenfalls mit einem Diplom ab und sagt heute:  „Ich wäre auch gerne Gefängnisdirektor geworden“. Nach seinem Studium arbeitete er im Bundesverteidigungsministerium, der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und heute als Referent für Haushalts-, Organisations- und Verwaltungsangelegenheiten mit der Verantwortung für die Finanzen der  Universitäten der Bundeswehr.

Seit 2009 ist er Mitglied der damals drei Jahre alten Piratenpartei (Mitgliedsnummer 2483). Seine Motive einzutreten: „Im Zentrum steht das freie Individuum. Das ist klassischer Liberalismus plus Staatsskeptizismus“. Vorbilder sind für ihn Liberale wie Gerhard Baum oder Burkhard Hirsch sowie Ex-Kanzler Helmut Schmidt (SPD). Für ihn bedeutsam sind solidarisches Handeln, Gemeinwohl sowie ein „bedingungsloses Einkommen, damit sich die Menschen entwickeln können“. Viele Politiker in anderen Parteien, verriet er im Gespräch der NWZ,  empfindet er als „Würdenträger über den Wassern“. Er selbst möchte auch in der Parteispitze versuchen, „Ehrfurcht und Anstand zu bewahren“.

Stuttgart 21, Atomwende, die Rekommunalisierung von Versorgungsbetrieben und natürlich das neue digitale Zeitalter sind für den Mann aus Meppen-Bokeloh wichtige Beispiele einer anderen Politik. „Wir stehen an der Schwelle zu neuem Denken und Handeln“, sagt er. und fordert freien Zugang zu Bildung, Toleranz, Integration, eine zeitgemäße Familienpolitik und ein neues Urheberrecht.

Damit will Bernd Schlömer mit seinen Piraten 2013 die „stärkste liberale Partei“ Deutschlands werden. “Ich werde mich dafür einsetzen, innovative sozial-liberale Ideen zu entwerfen, die den Anforderungen im Informationszeitalter zum Wohle der Bürger gerecht werde.” sagte „der überzeugte Katholik“ zur MT.  Den 80jährigen Vater in Meppen hat er längst überzeugt: „Er wählt jetzt auch die Piraten!“

Schlömers Tag, erfuhr die „Meppener Tagespost“ unlängst bei einem abendlichen Interview, „ist minutengenau durchstrukturiert, erst abends um 21.30 Uhr hat er Zeit für ein Telefongespräch mit der einstigen Heimatzeitung. Morgens um sechs steht der 41-Jährige auf und beantwortet eine Stunde lang E-Mails. Dann geht es zur Arbeit ins Ministerium, abends ab sechs Uhr ist er wieder Pirat, hat Sitzungen, muss neue Mails sichten, 200 am Tag.“
Ob Bernd Schlömer die in diesem Tagesprogramm deutlich werdende Disziplin liebt, weiß ich nicht. Aber er schätzt sie zweifellos: „Ohne Disziplin geht nichts“, sagt der Vater von  zwei Kinder. In der Woche arbeitet er in Berlin, das Wochenende verbringt er in Hamburg. Alle zwei Wochen besucht er seinen 8jährigen Sohn in Osnabrück.  Da blieb bisher keine Zeit, um mit dem Lokalsender ev1.tv zu sprechen, trotz Einsatz der Grafschafter Piraten aus Nordhorn. Das wird künftig noch deutlich schwieriger.
Denn gestern in Neumünster wählten 1500 Mitglieder der Piratenpartei Bernd Schlömer zu ihrem Bundesvorsitzenden.
(Quellen: NWZ, MT, wikipedia Foto:  © Piratenpartei CC)

5 Antworten zu “Bernd Schlömer”

  1. Norbert Knape said

    Nun wissen wir also, dass der Vater von zwei Kindern H. Schmidt zum Vorbild hat. Stammt eigentlich der komplette Artikel von der NOZ? Zumindest kingt er so.

    Mich erinnert Behandlung der Piraten durch manche Presseorgane durchaus an die Anfänge der Grünen, der 68er … aller unangepassten Volontäre: Entstellung der Positionen, Aufbauen und sofort wieder Niedertreten. Das macht sie mir erst einmal sympathisch. In den Blogs einzelner PiratInnen hab ich durchaus ein hohes Diskursniveau festgestellt und bin dann doch wieder enttäuscht über die Plattheit mancher Aussage. Damit meine ich nicht, dass sie zu Themen keine Meinung haben. Besser so, als wenn sie eine weitere Sprechblasenpartei würden. Wirklich schwierig wird für mich das Verständnis, wenn man sich (als Pirat) auf einen so autoritären Typ wie Schmidt beruft.
    Auch Schlömers Antworten in Spiegel online finde ich irritierend:

    SPIEGEL ONLINE: Das heißt, Sie lehnen Mindestlöhne ab?
    Schlömer: Ich verschließe mich dem nicht. Gute Antwort, oder?
    oder:
    SPIEGEL ONLINE: Sind Sie für eine Frauenquote in der Wirtschaft?
    Schlömer: Da setze ich auf die Philosophie, die viele große Unternehmen vertreten: Dass es auf Qualität ankommt, nicht darauf, dass man Frauen abzählt wie Elemente in einem metrischen Uhrenwerk. Und auch die Frauen selbst müssen Impulse geben, wie man das Ungleichgewicht aufheben kann.

    Das ist tatsächlich Schlömer, nicht Schröder.

    Die Kritik der Piraten trifft voll ins Schwarze und ich möchte sie gern mögen, aber muss man wirklich unter ‚von-der-Leyen-Niveau‘ gehen?? Und was sagt das aus, wenn man’s nicht merkt??
    NK

    • Muck nicht rum, Norbert, die Quellen meines Artikels stehen unter der letzten Zeile.

      Er konzentrierte sich vor allem auf die Beschreibung der regionalen Bezüge des neuen Vorsitzenden. Wo kommt er her, wie tickt der Mann. Seine politische Verortung ist im linksliberalen Spektrum vorzunehmen. Staatsskeptizismus sagt sehr viel, eine Ausrichtung, von denen ich mit wünsche, dass sie bei den Grünen etwas verbreiteter wäre.

      Allerdings kommt es auf die persönlichen Ansichten Schlömers wohl nicht so an. Man tut den Piraten nämlich mit dem Vorwurf unrecht, dass sie nicht zu allen politischen Fragen eine Meinung ausformuliert haben. Bei diesem Herangehen an die Piratenpartei verkennst Du, dass die Piraten es grundlegend anders machen (wollen) als die etablierten Parteien: Sie diskutieren erst und lange und entwickeln erst auf diese Weise ihre Positionen. Nichts anderes sagt das Interview auf spiegel-online. Das finde ich ausgesprochen sympathisch.

      • Norbert Knape said

        Deine Bemerkung zum Staatsskeptizismus teile ich, würde gern noch ein wenig Kulturpessismus hinzufügen.
        Aber Du bst auch schon lange genug dabei um die Schmeicheleien der heutigen Tagespost nicht einschätzen zu können: Einseifen, bs der nützliche Idiot seine Aufgabe erfüllt hat: Wenn das Ergebnis der Piraten- (und Linken-) Politik ist, dass die Cdu mit 35% eine große Koaltion anführt, dann haben 65% verloren.
        Uns scheint an den Piraten das Gleiche zu gefallen, seit ich im Kreistag bin, weiß ich, dass nicht nur im Bund Demokratie ziemlich auf den Hund gekommen ist. Wenn die Piraten da tatsächlich zur Weiterentwicklung führen, bin ich zufrieden. Aber der Scheiß mit der Frauenquote in Unternehmen geht gar nicht. Nicht nur „Wie?“ – auch „Was?“

  2. Guido Schmiecke said

    Hallo Oberpirat.
    Ich hoffe Ihr macht nicht den gleichen verlogenen Weg , wie die Grünen und die Linken, bei denen es mehr um Personenkult geht ,wie bei den klassischen Parteien CDU/CSU FDP und SPD ,als um Innovation und Inhalte ,die nur Verpackungen sind und keine wirklichen Inhalte mehr haben als EU – Bio oder Karl Murx. oder puren Wirtschaftsliberalismus auf der anderen Seite mit klassischen Wendehalseinlagen um das Volk bei der Stange zu halten.
    Ich hoffe Ihr kriegt es hin das Moderne mit Traditionellen zu verbinden ,denn eine reine Informationsgesellschaft würde uns verhungern lassen.

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