Gedicht

8. April 2012


Als ich das Grass-Gedicht las, musste ich sofort an die jüngsten Aussagen von Verteidigungsminister Thomas de Maiziere denken und dessen Warnung an die israelische Regierung vor einem Krieg  gegen den Iran, dessen verbrecherische Führung dem Land Atomwaffen zulegt.

Die literarische Qualität des Grass’schen Gedichts können andere besser beurteilen als ich und darauf kommt es wohl auch nicht so besonders an. Die politische Auseinandersetzung mit dem Gedicht muss sein und sie verlangt allemal mehr als den kollektiven Aufschrei der Empörung, der durch die deutsche Medienlandschaft tönt. Da muss man sich schon in der Sache mit Furcht und Warnung des Nobelpreisträgers vor einem Atomkrieg auseinandersetzen. Sie sind ja wahrlich nicht unbegründet, wie jeder sieht und sehen kann, der die nicht sehr zahlreichen öffentlichen Berichte zu dem sich zuspitzenden Konflikt zusammenträgt. Man erkennt, wie verzweifelt seit Wochen die westliche Politik versucht, den Krieg zu verhindern.

Heute morgen las ich den obenstehenden Tweet des Schweizers Jörg Kachelmann, das andere Extrem. Ich teile seine bittere Einschätzung zu meinem Land nicht, aber für seinen Hinweis auf den Blog von Gabriele Wolf bin ich dankbar. Denn vieles von dem, was über Grass in den deutschen Feuilletons und Politikkommentaren geschrieben ist, lässt mich Kopf schüttelnd zurück und die Bloggerin trägt das Wesentliche davon zusammen.“Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“, titelt sie ihren Beitrag über Günter Grass.

Längst finde ich nicht alles richtig, was Gabriele Wolff resümiert. Doch  Günter Grass beschimpfend unter Antisemitismus abzuheften, ist tatsächlich inakzeptabel. Das Gedicht ist auch nicht ekelhaft, das ist schon eher  die sich empört gebende Reflexbemerkung auf den damals 16-jährigen Grass und seine Verstrickung in den Nationalsozialmus.

Das Gedicht ist notwendig, weil Grass vor einem ekelhaften, schrecklichen Krieg warnt – genauso wie Lothar de Maiziere. Nach dessen Warnung wurde nicht diskutiert. Nach dem Gedicht von Günther Grass schon – hoffentlich nicht nur bei uns und hoffentlich vor allem über das, was dort im Iran an Existenzbedrohung Israels entsteht  und was politisch verhindert werden muss. Ohne Atombombe.

Osterei

8. April 2012

Sie kennen tumblr  – oder? Dass ich mir, nachdem mein Nachwuchs diesen kleinen Blog mit facebook verlinkt hat, eine tumblr-Seite zugelegt habe, wissen Sie längst – oder? Sie finden sie ggf. unter BauerNtanz.
Viel Spaß beim österlichen Durchklicken.