1. Mai

30. April 2012

Mehr als 420 Veranstaltungen organisiert der DGB in diesem Jahr zum 1. Mai, mehr als 60 davon in Niedersachsen. Eine startet schon heute  in Emlichheim (Maibaum-Aufstellen ab 17.30 Uhr an der Jugendbildungsstätte; es spricht der DGB-Kreisvorsitzende Horst Krügler; anschließend „gemütlicher Maitrunk“). Eine weitere Mai-Kundgebung findet morgen ab 14 Uhr in Lingen-Schepsdorf, Hubertushof statt (mit anschließendem Familienfest). Es spricht die Osnabrücker  ver.di- Gewerkschafterin Annegret  Preußer.

Das „Familienprogramm“ beinhaltet das obligatorische Kinderschminken, Zaubern mit Hegi und –höchst aktuell– Ponyreiten. Musik: Die Moories. Um 13 Uhr startet ein Fahrradkorso  vom DGB-Haus in Lingen (Ems), Am Gasthausdamm 6. Die drei am schönsten geschmückten Fahrräder werden prämiert.

In Papenburg dürfte traditionell eine der größeren Veranstaltungen des DGB stattfinden. Hier spricht am Maifeiertag ab 11.30 Uhr in der Kesselschmiede der Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft  NGG Gerd-Joachim Langecker auf der Kundgebung. Auch in Papenburg schließt sich ein Familienfest an

Inhaltlich stehen in diesem Jahr alle Kundgebungen zum „Tag der Arbeit“  unter dem Motto „Gute Arbeit für Europa – Gerechte Löhne, soziale Sicherheit“. Der DGB fordert: „Europa braucht einen Kurswechsel.“  In seinem Aufruf kritisiert der Gerwerkschaftsbund, dass die Beschäftigten für eine Krise zahlen, die sie nicht verursacht haben: „Es war nicht die Schuld der Beschäftigten, dass Spekulanten die Weltwirtschaft beinahe in den Abgrund gestürzt haben. MindestlohnTarifautonomie, soziale Sicherung – in den Krisenländern werden hart erkämpfte Erfolge über Bord geworfen.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert „kraftvolle Investitionen in qualitatives Wachstum und Beschäftigung. Europa darf nicht mit Fiskalpakt und Schuldenbremse kaputt gespart werden. Die Opfer des Fiskalpakts sind die Beschäftigten und die sozial Benachteiligten – heute im Süden Europas und morgen bei uns.“

Bernd Schlömer

29. April 2012

Bernd Schlömer kommt aus Meppen, genauer aus dem Meppener Stadtteil Bokeloh. In der Kreisstadt ist er 1971 geboren und aufgewachsen. 1990 machte er am Meppener Marianum  sein Abitur. Anschließend ging es zum Grundwehrdienst zu den Panzergrenadieren in die Frieslandkaserne Varel; nach dem Grundwehrdienst studierte an der Universität Osnabrück Sozialwissenschaften und war mehrere Jahre in der studentischen Selbstverwaltung der Universität tätig, unter anderem als ASTA-Referent. Nach dem Diplom studierte Bernd Schlömer in Hamburg noch Kriminologie, schloss dieses Studium ebenfalls mit einem Diplom ab und sagt heute:  „Ich wäre auch gerne Gefängnisdirektor geworden“. Nach seinem Studium arbeitete er im Bundesverteidigungsministerium, der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und heute als Referent für Haushalts-, Organisations- und Verwaltungsangelegenheiten mit der Verantwortung für die Finanzen der  Universitäten der Bundeswehr.

Seit 2009 ist er Mitglied der damals drei Jahre alten Piratenpartei (Mitgliedsnummer 2483). Seine Motive einzutreten: „Im Zentrum steht das freie Individuum. Das ist klassischer Liberalismus plus Staatsskeptizismus“. Vorbilder sind für ihn Liberale wie Gerhard Baum oder Burkhard Hirsch sowie Ex-Kanzler Helmut Schmidt (SPD). Für ihn bedeutsam sind solidarisches Handeln, Gemeinwohl sowie ein „bedingungsloses Einkommen, damit sich die Menschen entwickeln können“. Viele Politiker in anderen Parteien, verriet er im Gespräch der NWZ,  empfindet er als „Würdenträger über den Wassern“. Er selbst möchte auch in der Parteispitze versuchen, „Ehrfurcht und Anstand zu bewahren“.

Stuttgart 21, Atomwende, die Rekommunalisierung von Versorgungsbetrieben und natürlich das neue digitale Zeitalter sind für den Mann aus Meppen-Bokeloh wichtige Beispiele einer anderen Politik. „Wir stehen an der Schwelle zu neuem Denken und Handeln“, sagt er. und fordert freien Zugang zu Bildung, Toleranz, Integration, eine zeitgemäße Familienpolitik und ein neues Urheberrecht.

Damit will Bernd Schlömer mit seinen Piraten 2013 die „stärkste liberale Partei“ Deutschlands werden. “Ich werde mich dafür einsetzen, innovative sozial-liberale Ideen zu entwerfen, die den Anforderungen im Informationszeitalter zum Wohle der Bürger gerecht werde.” sagte „der überzeugte Katholik“ zur MT.  Den 80jährigen Vater in Meppen hat er längst überzeugt: „Er wählt jetzt auch die Piraten!“

Schlömers Tag, erfuhr die „Meppener Tagespost“ unlängst bei einem abendlichen Interview, „ist minutengenau durchstrukturiert, erst abends um 21.30 Uhr hat er Zeit für ein Telefongespräch mit der einstigen Heimatzeitung. Morgens um sechs steht der 41-Jährige auf und beantwortet eine Stunde lang E-Mails. Dann geht es zur Arbeit ins Ministerium, abends ab sechs Uhr ist er wieder Pirat, hat Sitzungen, muss neue Mails sichten, 200 am Tag.“
Ob Bernd Schlömer die in diesem Tagesprogramm deutlich werdende Disziplin liebt, weiß ich nicht. Aber er schätzt sie zweifellos: „Ohne Disziplin geht nichts“, sagt der Vater von  zwei Kinder. In der Woche arbeitet er in Berlin, das Wochenende verbringt er in Hamburg. Alle zwei Wochen besucht er seinen 8jährigen Sohn in Osnabrück.  Da blieb bisher keine Zeit, um mit dem Lokalsender ev1.tv zu sprechen, trotz Einsatz der Grafschafter Piraten aus Nordhorn. Das wird künftig noch deutlich schwieriger.
Denn gestern in Neumünster wählten 1500 Mitglieder der Piratenpartei Bernd Schlömer zu ihrem Bundesvorsitzenden.
(Quellen: NWZ, MT, wikipedia Foto:  © Piratenpartei CC)

Leider

28. April 2012

In den 1960er Jahren, als es den Landkreis Emsland noch nicht gab, entschloss sich unser Städtchen, dessen überzeugter Bürger ich bekanntlich bin, damit zu werben, der zentrale Mittelpunkt der Region zu sein. Ich meine mich zu erinnern, dass diese Verortung sogar auf dem Freistempelabdruck der Stadtverwaltung prangte. Wohl gemerkt, Lingen war nicht nur irgendein Mittelpunkt, es war tatsächlich der zentrale… tzzzz.

Da fand ich dann heute Abend eine quasi beglückende Fortsetzung. Bei meinen Recherchen über meinen morgigen Beitrag fiel mir nämlich dieser Tweed vor die Füße: 

„Leider in der Mitte“! Schööööön.

Tag des Baumes

28. April 2012

Ich habe ihn nachzutragen. Den Tag des Baumes 2012, der am vergangenen Mittwoch stattfand. Früher, als ich noch…aber lassen wir das, früher also gingen an diesem Tag des Baumes viele Schulklassen los und pflanzten Bäume. Heute ist das nicht mehr so.

Heute hab ich aber auch den sicheren Eindruck, als würde vielmehr abgeholzt und -wie es  forsttechnisch heißt- durchforstet als früher. „Irgendwie anders sieht das aus“, sagte Annette gestern und ich stimmte zu.

Ich finde, man sollte den Tag des Baumes für Schulklassen wieder einführen und ich kenne sogar, hier ganz in der Nähe, eine Fläche, die man schnellstens wiederaufforsten könnte…

Riesling

28. April 2012

Inhaltlich hat die Hotelsteuerpartei weiter nichts zu bieten. Aber seit ein paar Wochen ist die PR um die 1,5%-im-Saarland-Partei besser geworden. Die beiden inhaltsleeren Spitzenleute in Schleswig-Holstein und NRW werden von Spiegel&Co als lonesome Cowboys in den Medienhimmel gehoben und jetzt tappen auch die Grünen (und dieser kleine Blog sowieso auch ein bisschen) in die aufgestellte Ponyfalle.

So lesen wir also im FDP-affinen SPIEGEL-online:

„Das Leben ist kein Ponyhof: Vor allem nicht in Wahlkampfzeiten, wenn man – wie die FDP – vor der Fünfprozenthürde zittert oder sich – wie die Grünen – schwindenden Mehrheiten gegenüber sieht. Da werden die Angriffe auf den politischen Gegner schärfer und die gegenseitigen Beschuldigungen ungewöhnlicher.

Und so wurde der FDP-Parteitag am vergangenen Wochenende Zeuge, wie Parteichef Philipp Rösler zum Großangriff gegen die Grünen blies. Alles, was nicht in die grüne Ideologie passt, solle verboten werden, kritisierte er: Plastiktüten, Heizpilze, Zigarettenwerbung, Süßigkeitenwerbung, Ponywerbung.

Bei den Anwesenden brach Verwirrung aus, die sich jedoch rasch aufklärte: Rösler hatte offensichtlich das Verbot von Ponyreiten auf Jahrmärkten im Kopf gehabt – eine Initiative, die die Bremer Grünen in den Bundesrat bringen wollen. Statt „Verbot von Ponyreiten“, wie im Manuskript stand, sagte er „Verbot von Ponywerbung“. „Rösler hat sich leicht vergaloppiert“, sagt ein FDP-Sprecher. Kleine Ursache, große Wirkung.

Denn darauf wollen es die Grünen nicht beruhen lassen und stellen jetzt klar: „Wir wollen weder Ponys verbieten noch die Werbung für sie. Wir fordern ja nicht mal ein Verbot der FDP!“ Seit Freitag…“
(hier gehts im FDPPR-Artikel weiter)

So geht’s, Freunde. Jede/r schmunzelt und gleichzeitig wird geschickt eingefädelt: Eine (in Wahrheit sterbenslangweilige) Röslerrede mit einem angeblichen („vergaloppierenden“, haha) Versprecher, die 2%-Partei zittert gleich vor 5% (so schreibt man hoch, was hochgeschrieben werden soll…) die Grünen schwinden, Verwirrung „klärt sich rasch“,  im anzuklickenden youtube-Video wird NRW-Lindner sofort am Anfang genannt, die Links im Spiegel-Artikel sind wohl gesetzt.

Ach ne, das alles ist durchschaubare Propaganda für die einstige Pünktchenpartei, die sich wohl ebenso wie die Linke überlebt hat, und da hilft nur ein bisschen Heuteshow. Das ist wenigstens klares, ätzendes Kabarett mit brüderlem Ecstasy im Riesling…

Doppelspitze

27. April 2012

Das Forum Juden-Christen im Altkreis Lingen wird jetztvon den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Heribert Lange und Michael Fuest als Doppelspitze geleitet.  Simon Göhler wurde zum Kassierer gewählt; er tritt damit die Nachfolge von Ingrid Hartmann an. Als weiteren Beisitzer wählte die Versammlung Benno Vocks.

Zuvor hatten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Gedenkort „Jüdische Schule“  Dr. Walter Klöppel einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Er hatte zuvor seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen bekannt gegeben. In einer besonders schwierigen Phase hatte Klöppel 2005 den Vorsitz des in den 1970er Jahren gegründeten Vereins übernommen. Das Forum  hatte sich seinerzeit mit der Renovierung des Jüdischen Bethauses in Freren völlig übernommen.  Der damalige Landrat Hermann Bröring machte seinerzeit seine Unterstützung davon abhängig, dass der eher sozialdemokratisch ausgerichtete Vorstand des Forum unter dem rührigen Baccumer Reinhold Hoffmann zurücktrat. CDU-Mann Klöppel war der von Bröring akzeptierte, vom damaligen OB Heiner Pott unterstützte Mann für den Vorsitz;  der engagierte Katholik war von 1991 bis 2003 Leiter des Katholischen Büros in Hannover und davor Leiter des Ludwig Windthorst Hauses in Lingen gewesen. Mit ihm an der Spitze ergriffen die übrigen Vorstandmitgliedern die vom Landkreis und der Sparkasse Emsland getragenen notwendigen Sanierungsmaßnahmen. „Walter Klöppel hat unser Forum auf einen guten und unverwechselbaren Kurs gebracht, war ein wichtiger Ideengeber und geduldiger Mittler“, sagte der amtierende Vorsitzende Dr. Heribert Lange.

Anne Scherger stellte im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung  den Stand in Sachen „Stolpersteine“ vor. Zwölf weitere Stolpersteine mit den eingravierten Namen der Holocaust-Opfer werden am kommenden 13. Juni vom Künstler Gunter Demnig aus Köln verlegt. Auch der 89jährige Lingener Ehrenbürger Bernard Grünberg will an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Anne Scherger: „Die dazu geplante Veranstaltung  steht in der langjährigen Tradition unserer Erinnerungsarbeit, die mit den ersten Arbeiten am jüdischen Friedhof,  mit der Einrichtung der jüdischen Schule in Lingen und dem Gebetshaus in Freren begonnen und mit der Verlegung von bisher 26 Stolpersteinen in den letzten Jahren fortgeführt wurde. Uns ist es gelungen, diese Steine durch Spenden zu finanzieren, es wurden auch Patenschaften für die Steine übernommen. Parallel dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem früheren Stadtarchivar Dr. Ludwig Remling und seinem Nachfolger Dr. Stephan Schwenke eine Broschüre erarbeitet, die über das Schicksal der Lingener Juden informieren und noch in diesem Jahr erscheinen soll“, freute sich Anne Scherger. Akribisch erforscht sie seit vielen Jahren das Schicksal der Lingener Juden.

Abschließend stellte Dr. Lange das geplante Programm für 2012/13 vor, zu dem neben Ausstellungen und Exkursionen auch wieder gemeinsame Veranstaltungen mit jüdischen Mitbürgern in Lingen und Freren sowie die inzwischen schon traditionellen Lehrhausgespräche im kommenden Winterhalbjahr in der Jüdischen Schule gehören.

(Foto: Jüdischer Friedhof in Lingen (Ems) © Forum Juden–Christen, Altkreis Lingen eV; Stolpersteine (c) SPD Lingen)

In den Mai

27. April 2012

Schemmpienslieg

26. April 2012

Ford Jansen sei Dank!

Das Lingener Kfz-Unternehmen nimmt an einer Sponsoringaktion des Autoherstellers KIA teil (Schon das hat was: FordJansen für KIA… 😉 ach ’schuldigung, gerade seh ich , dass FordJansen jetzt Autohaus Jansen heißt) Egal, es geht um einen ordentlichen Trikotsatz für eine Jugend-Fußballmannschaft.  Um so etwas Gutes für die Jungs auf dem Foto unten zu tun, muss man 1. den Link öffnen, 2. gefällt mir klicken und das war’s schon. Das Team mit den meisten Klicks bekommt den Trikotsatz, glaub ich. Weil ich nicht genau wusste, wo ich klicken soll, hab ich zwei mal geklickt. Hinter FordJansen und unter dem Foto gleich auch noch. Ich hätte auch drei mal…,wenn der Schriftzug auf dem Foto gefehlt hätte. Er stört den Eindruck des Bildes etwas, obwohl ich natürlich auch verstehe, dass alle wissen sollen, wer da im Tor steht. Auch ohne  sieht man allerdings doch sofort: Mindestens Schemmpienslieg 2020…

Also, ich bin ja nicht so der Sponsorenfreak, aber dieses Foto der ASV-C-Jugend (U14) ist schon eine richtig gute Nummer – oder?  Also klickt mal schön. Bitte. Danke.

Nachtrag:
Die Sponsoring-Aktion von Autohaus Jansen ist seit heute (1.5.) Mittag abgeschlossen und die ASV-Jungs bekommen, des großen Zuspruchs wegen, tatsächlich einen Trikot- und einen Satz Trainingsanzüge. Dem Sponsor sei Dank! Das Foto der Altenlingener C-Jugend war allerdings wirklich überzeugend. Da vergisst man sogar das aufziehende kommunalpolitische Unwetter um den vierten (benötigten) Sportplatz in Altenlingen…

Ziegel

26. April 2012

Ein neues Hochhaus reiht sich bald in die Münsteraner Skyline ein. Die Architekten Bleckmann & Krys (Münster) baut dort für die Firma Westfalengas ein elfgeschossiges Bürohochhaus. Der Entwurf war als Sieger eines eingeladenen Wettbewerbs hervorgegangen. Er orientiert sich stark an der Gestaltung des angrenzende Werksgebäudes von 1938: der Büroturm erhält eine für das Münsterland typische, rot verklinkerte Ziegelfassade. Zur optischen Gliederung tragen weiterhin vor allem die Lisenen aus Sichtbetonfertigteilen bei, die das Raster der tragenden Stützstruktur aufgreifen.

Der Büroturm wurde mit tragenden Außenwänden geplant, sodass die Bürogrundrisse auf neun Geschossen frei konfiguriert und mit Leichtbau-Trennwänden individuell aufgeteilt werden können. Im zehnten Obergeschoss entsteht eine Tagungs- und Eventebene, die mit bodentiefen Fenstern und beidseitigem Austritt einen weiten Blick über das Werksgelände und die Stadt bietet.

Der neue Büroturm -nahe der Halle Münsterland an der Bahnstrecke Richtung Süden gelegen- soll rechtzeitig zum 90-jährigen Jubiläum der Firma 2013 eingeweiht werden.

Auf der Karte zeigen: Google Maps

Ein Kommentator schrieb auf Baunetz.de: „Vielversprechend! Hier wird mit einfachen Mitteln viel erreicht, besonders der obere Abschluss überzeugt.  Der Entwurf erinnert im besten Sinne an die „zweite Moderne“ der 1950er.“ Ich stimme zu und finde es sehr bemerkenswert, dass und wie selbstverständlich mit roten Ziegeln gebaut wird. So wie es  im Münsterland und im ganzen Nordwesten guter Brauch ist, aber bei uns leider durch vielerlei, vorgeblich zeitgemäßen Schnickschnack ins Hintertreffen gerät.
(Foto © und mehr gefunden auf: Baunetz.de)

Unsinkbar

25. April 2012

„Neuwahlen in den Niederlanden!

Nachdem (Rechtsaußen) Geert Wilders die von ihm geduldete Koalition aus VVD und CDA platzen ließ, gibt es viele Spekulationen. Ein paar Antworten gibt es hier.

1. Wann wird es die Neuwahlen geben? Gesetzlich innerhalb von 83 Tagen. Die beteiligten Parteien wollen am liebsten nach dem Sommer, aber der 11. Juli wäre auch möglich.

2. Wird Geert Wilders noch mal eine Art Regierungsverantwortung bekommen? Nein, nie wieder. VVD und CDA haben ihn ausgekotzt, sind ihn satt. PvdA und andere Parteien hätten ohnehin nicht mit ihm koaliert.

3. Wer wird vom Fall Geert Wilders profitieren? Wahrscheinlich am meisten die Post-Maoisten von der Sozialistischen Partei. Die straffe Kader-Partei hat viele Positionen, die denen von Geert Wilders ähneln. Ob sie dann erstmals mitregieren ist unklar, das hängt letztendlich von der sozialdemokratischen PvdA ab. Aber ob die ihren Konkurrenten mit einbinden wollen? Das hängt vom Wahlergebnis ab. Vielleicht müssen sie es ja.

4. Was wird eigentlich aus den Christdemokraten? Der CDA geht es nach wie vor dreckig. Sie liegen in den Umfragen bei elf von 150 zu vergebenen Sitzen, das ist für die jahrzehntelang regierende Partei ein Drama. Nachdem sie unter Tränen auf die Konstruktion mit Wilders eingegangen sind, mußten sie jetzt mit Tränen wieder raus. Ihre Popularität ist dadurch weiter gesunken.

5. Was wird aus Geert Wilders? Entweder er bedient aus der Opposition weiter die Anti-Moslem und Anti-Polen-Orgel oder er siedelt um nach Amerika. Anfang Mai will er dort sein Kampf-Buch präsentieren, wer weiss, vielleicht bleibt er gleich da.

6. Was wird aus Hero Brinkman? Der Wilders-Abweichler ist ja vor kurzem spektakulär aus der Fraktion ausgetreten. Er ist außerdem noch im Provinz-Parlament von Noord-Holland. Ob er in der nationalen Politik noch eine Rolle spielen kann hängt davon ab, ob er das Geld für Partei-Gründung und Wahlkampf zusammen bekommen. Daran glaube ich nicht. Er könnte alternativ wieder zur Polizei zurückkehren.

7. Wird es am Ende noch eine Niederlande geben? Ja. Das Land ist unsinkbar.“

(Falk Madeja in seinem taz-Blog meineguete)

Hier noch Ernste(re)s über die Hintergründe der Neuwahlen bei den Nachbarn: DW, faz, ZEIT

(Foto re.: Freudige Niederländer, allerdings aus anderem Anlass © CC flickr )