Boot II

23. März 2012

Neues aus dem dynamischten Landkreis in Niedersachsen: Ungeachtet der Tatsache, dass das Boot übervoll ist, reißt der Strom an neuen Genehmigungsverfahren für Massentierställe im Emsland nicht ab. Erneut  befinden sich zwei große Stallbauten im emsländischen Genehmigungsverfahren:

Antragsteller Andreas Lammers in Haren, Gemarkung Altenberge
Hähnchenmaststall mit 84.000 Plätzen, Abluftanlage, Futtermittelsilos und Festmistplatte
Auslegungsfrist: 23.3. bis 23.4. Einwendungsfrist bis 7.5.12
Erörterungstermin am 27.6., 10 Uhr, Kreishaus, Ordeniederung, 49716 Meppen

Antragsteller Martin Hüsing in Emsbüren, Gemarkung Gleesen
Schweinemaststall mit knapp 3.000 Plätzen, Güllehochbehälter und Futtermittelsilos
Auslegungsfrist: 23.3. bis 23.4. Einwendungsfrist bis 7.5.12
Erörterungstermin am 20.6., 10 Uhr, Kreishaus, Ordeniederung, 49716 Meppen

Im Lingener Stadtrat habe ich für die Fraktion „Die BürgerNahen“ am Donnerstag  wegen der Aussagen in der Pressekonferenz von Bündnis’90/Die Grünen von der Verwaltung Aufklärung verlangt, ob die Zahl der in Massentiereinrichtungen in Lingen (Ems) gehaltenen Rinder, Schweine, Legehennen und Masthühner mit der Anzahl der Tiere übereinstimmt, die die Betreiber dieser Einrichtungen der niedersächsischen Tierseuchenkasse gemeldet haben. Meine Fragen:

  • Wieviele und welche Massentierhaltungen gibt es in Lingen für Rinder, Schweine, Legehennen und Masthühner?
  • Wieviele neue Massentierhaltungen sind in Lingen jeweils für diese Tiere beantragt, wie viele sind genehmigt?
  • Ist der Verwaltung bekannt, wieviele Tiere (Rinder, Schweine, Legehennen und Masthühner ) die jeweiligen Betreiber der Massentierhaltungen bei der Nieders. Tierseuchenkasse angemeldet haben und zwar a) Im einzelnen und b) in der Summe?
  • Besteht ein Unterschied zwischen der Zahl der in Lingen (Ems) genehmigten Massentierhaltungsplätzen einerseits und der Zahl der zur Tierseuchenkasse angemeldeten Tiere in diesen Haltungen andererseits?
  • Bei welchen Massentierhaltungen ist dies in welchem Umfang?
  • Wann gibt es dazu Ergebnisse?

Ich bin gespannt auf die Antworten.

8 Antworten zu “Boot II”

  1. Buggy said

    Durch ständige Wiederhohlung des Wortes „Massentiehaltung“ werden die Ställe auch nicht größer!

    Von einem Strom an Genehmigungsverfahren kann nun wirklich keine Rede sein, ich kenne sehr viele bauwillige Landwirte, die viele Monate hingehalten werden, ohne mitgeteilt zu bekommen, was denn eventuell fehle oder wo es sonst haken könnte. An der Stelle muss man wieder seine Bürgerrechte einfordern!

    In Haren kenne ich mich nicht so gut aus, aber letzteres Bauvorhaben ist, ist für mich ein typisches Beispiel, wie sich ein Familienbetrieb weiterentwickelt- da steht ne Familie hinter, keine anonyme GmbH & Co KG.

    Nach Aussagen einer Dissertation werden die auf europäischer Ebene wettbewerbsfähigen Betriebe in Jahr 2020 bereits durchschnittlich über 6000 Mastschweineplätze haben! Wer ein striktes Bauverbot fordert, macht hiesige Höfe kaputt!

    Zu den Tierzahlen: Ich kenne die Herkunft der Zahlen nicht und kann die beschriebene riesen Diskrepanz nicht nachvollziehen. Bei mir selber sind die Werte zwischen genehmigt und gemeldet ziemlich deckungsgleich.

    … und nun muss ich wieder schnell raus, denn ein Lohnunternehmer holt Gülle ab, die ich leider abgeben muss…..

    • Gülle leider abgeben? Sollte eine
      ÜBERKAPAZITÄT an Tieren, also folgernd auch
      Fäkalien vorhanden sein?

      • Buggy said

        Ja, ich muss Gülle abgeben, da ich nach Gülleverordnung etwas zu viel davon habe. So darf ich nun mineralischen Dünger zukaufen, um die Ackerkulturen optimal zu ernähren. Und da die Gülleabgabe auch noch für mich Geld kostet, ist das gleich doppelt ärgerlich.

        Das läuft alles über anerkannte „Güllebörsen“ wie den AVD und wird nicht nur vom LK Emsland kontrolliert. Ich weiß gar nicht, wie oft ich im letzten Jahr meine Düngebilanz vorzeigen musste… bei jeder Kontrolle wollen die jeweiligen Instanzen diese sehen.

  2. hans1550 said

    Genau! Die Landwirte hier sind die Opfer! Ganz klar!

    • Buggy said

      Ich rede hier nicht von Opfer und Tätern.

      Landwirte haben das Recht, einen Stall zu beantragen, machen dafür diverse Gutachten, die schnell große 5-stellige Summen verschlingen und trotzdem hakt es, weil es auf nicht näher benannten Gründen nicht weiter geht. Die Stadt Lingen soll dabei wesentlich fairer mit den bauwilligen Bauern umgehen als der LK EL.

      In Lingen dominieren übrigens die Familienbetriebe, sie sind eine Stütze für die Dörfer Lingens! Wenn alle Vorschriften eingehalten werden, warum sollte man diesen Familien nicht die Chance geben, sich für die Zukunft zu rüsten?

      • hans1550 said

        5-stelig? Ist das nicht auch der Betrag, den die Landwirte im besten Fall dann pro Monat als Gewinn aus so einem Stall rausziehen wollen?

        Hast du nicht im ersten Absatz eine Studie umschrieben, die klassische Familienbetriebe am Abgrund sieht?
        Hättest du auch linken dürfen, kann man ja so, hier mit Internet und so.

  3. lingentheo said

    Gülle abgeben ist billiger als teuer zupachten!

    Normale Logik daraus wäre, die Zahl der Gülle produzierenden Tiere zu reduzieren. Aber nein, „Landwirte haben das Recht, einen Stall zu beantragen“. Dem muß dringend ein Riegel vorgeschoben werden. Schlimm genug, dass es diese perversen „Güllebörsen“ überhaupt gibt. „Rechte“ müssen dort gekappt werden, wo sie Schaden für Umwelt und Allgemeinwohl hervorrufen, ganz dringend!

  4. Buggy said

    Hallo lingentheo,

    es gibt Landwirte, die wenig oder sogar gar keine Tierhaltung haben. Für diese Ackerbauern sind die Güllebörsen gut, da sie sich darüber mit günstigen Pflanzennährstoffen versorgen können.

    Der Zukauf von z.B. mineralischen Phosphordüngemitteln wird dadurch erheblich reduziert. Somit wird gleichzeitig auch weniger Uran auf unseren Flächen ausgebracht (http://www.kompost.de/index.php?id=452) – auch ein positiver Aspekt nach meiner Meinung!

    Nun denn, Güllebörsen sorgen dafür, dass die organischen Dünger (Gülle, Gärreste und Mist) gut verteilt werden und ackerbaulich optimal verwertet werden. Für mich ein Instrument, das Schäden für die Umwelt vermeidet und eine positive Wirkung auf das Allgemeinwohl hat!

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